Touren

Teufelstättkopf (1758 m) 

Wie eine Luftbrücke führt der unschwierige Grat zum Gipfelaufbau des Teufelstättkopf – eine landschaftlich ungeheuer lohnende Route! Doch auch das skifahrerische Vergnügen kommt nicht zu kurz, denn es locken diverse Abfahrtsmöglichkeiten bei dieser Rundtour in den Ammergauer Alpen, und dazu noch ein grandiose Aussicht. Am Gipfelaufbau muss man bei dieser mittelschweren, variantenreichen Skitour für ein paar kurze Meter Trittsicherheit beweisen.
bild
Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Skitour | Bayern | Ammergauer Alpen | Unterammergau

Tourensteckbrief Teufelstättkopf

Anfahrt: Aus dem Raum Schongau über die B23 und Bad Bayersion nach Unterammergau. Ansonsten entweder Anfahrt über Murnau, Bad Kohlgrub und dann auf der B23 nach Unterammergau. Oder auf der A95 und B2 Richtung Garmisch-Partenkirchen bis Oberau. Hier biegt man rechts ab nach Ettal und fährt auf der B23 über Oberammergau nach Unterammergau.
In Unterammergau fährt man am südlichen Ortsende von der Dorfstraße in den Liftweg (Skilifte sind auch ausgeschildert). Am Gasthof Schleifmühle vorbei geht es zum gebührenpflichtigen Großparkplatz (3 Euro / Tag – Stand 2017).

Ausgangspunkt: Unterammergau, Großparkplatz (880 m) zwischen Liftweg und Pürschlingstraße, am Eingang zum Schleifmühlenlaine-Tal.

Route: Zunächst folgt man der ausgeschilderten Forststraße (im Winter Rodelbahn) zum Pürschlinghaus (August-Schuster-Haus) und wandert gemütlich entlang der Schleifmühlenlaine taleinwärts. Nach gut einem Kilometer kommt man an eine Gabelung. Hier nimmt man die rechte Variante zum Pürschlinghaus, und bleibt somit auf der breiten Forststraße. Diese führt in einer Kehre über den Bach und windet sich über weitere Kehren hinauf zu einer Lichtung mit einem Speichersee (links der Straße – 1150 m). Bei der sog. Kühalm-Route zweigt man hier rechts ab und wandert über einen Karrenweg zu einem Forstweg. Auf ihm knapp 150 m weiter, dann kommt man an die Dreifachverzweigung (siehe Bild) bei der Bergwachthütte. Die landschaftlich schönere Variante führt nun auf dem mittleren Weg durch den hübschen Wald zur Kühalm. Genauso gut kann man jedoch auf der Forststraße bleiben (linke Variante), da diese ebenso zur Kühalm führt. (Oft werde auch beide Varianten kombiniert.) Bei der herrlichen Freifläche der Kühalm (ca. 1370 m) verlässt man den Weg nach Westen und spurt auf den Gelände-Rücken hinauf. Diesem folgt man nun nach links (Südsüdwesten); immer am Rücken bleibend geht es teilweise steil durch den Wald empor. Der Rücken dreht nach Süden ein und bald kann man den querlaufenden felsigen Grat „Auf dem Stein“ erkennen. Man erreicht den Grat rechts der markanten Felsköpferl und quert nun ein ganz kurzes Stück (Lawinensituation checken!) nach rechts, ehe man wieder die Grathöhe gewinnt. Dann geht es immer auf dem latschenbewachsenen Grat nach Südwesten. Wie auf einem luftigen, langen Steg wandert man auf den Teufelstättkopf zu, dann steigt man zu Fuß ein paar Meter ab in eine Senke unterm Gipfel, wo man das Skidepot errichtet. Über eine felsige Rinne (I. UIAA) geht es entlang eines Drahtseils (wobei das natürlich oft eingeschneit ist) hinauf zum höchsten Punkt.

Abfahrt: Die hier beschriebene Aufstiegsroute ist landschaftlich reizvoll und abgesehen von einer kurzen Querung auch relativ lawinensicher. Für die Abfahrt ist sie jedoch wenig geeignet. Daher macht man eigentlich immer eine Runde, für die es mehrere Möglichkeiten gibt.
1. Abfahrt durch den Kurztalgraben: Bei ausreichend Schnee kann man aus der Senke unterm Gipfel direkt nach Südosten in die weitläufige, freie und steile Mulde der Steigalm einfahren. Liegt in der Latschenzone zu wenig Schnee, verfolgt man zuerst ein Stück den Kamm Richtung Süden (also Richtung Pürschlinghaus) und fährt dann erst nach Osten in den Almkessel ein. Über ihn hinunter bis zur Waldgrenze, wo man sich tendenziell links hält, dann immer durch lichten Wald nach Nordosten (hier ist bei fehlenden Spuren Orientierungssinn gefragt), bis man bei einer Lichtung auf den deutlich ausgeprägten Weg stößt. Ihm folgt man bis man auf die Anstiegsroute trifft. Auf ihr zurück zum Ausgangspunkt.
2. Nebelalpe: Eine ebenfalls lohnende Abfahrt führt in die steile Mulde der Nebelalpe (östlich vom Laubeneck). Dazu geht es vom Skidepot nach Süden in den Sattel beim Latschenkopf. Hier fährt man rechts ein (Nordwesten) und verfolgt die Mulde bis zum Waldrand. Im steilen Hochwald geht es nun zu einem ohne Spuren schwer erkennbaren Querweg. Dieser Steig führt nach Nordosten durch den Wald. Am Ende führt er mit etwas Gegenanstieg zur Kühalm, wo man auf die Aufstiegsroute trifft. Auf ihr zurück. Alternative: Da der Waldweg (Querweg) nicht gerade lohnend für die Abfahrt ist, zudem eine gute Schneelage sowie Orientierungssinn erfordert, wird oft auch nur bis zum Waldrand abgefahren. Dann kann man entweder direkt wieder zum Latschenkopf-Sattel aufsteigen, oder man nimmt das Laubeneck noch mit. Dazu steigt man vom Waldrand nach Norden zum Ostrücken auf, verfolgt diesen, und spurt dann über den Nordrücken nach Süden zum Laubeneck (1758 m) hinauf. Zurück zur Nebelalpe, wobei bei sicheren Verhältnissen manchmal in eine vor dem Ostrücken beginnende Rinne eingefahren wird.
3. Abfahrt durch den Plattenberggraben (Langental): Vom Skidepot ein Stück nach Süden und dann entlang des Sommerweges nach Südosten zum Pürschlinghaus (1564 m). Hier geht es ebenfalls über einen sehr schönen Hang und lichten Wald hinunter nach Nordosten in den Plattenberggraben und anschließend auf der Rodelbahn zurück zum Ausgangspunkt.

Alternative: Viele Wege führen zum Pürschlinghaus und damit auch zum Teufelstättkopf. Die subjektiv schönste Route habe ich hier im Aufstieg detailliert beschrieben. Alternativ kann man aber auch auf der Rodelbahn bleiben und durchs Langental aufsteigen. Auch hier gibt es wiederum drei Möglichkeiten:
1. Man bleibt durchgehend auf der Rodelbahn bis zum Pürschlinghaus. Einfachste uns sicherste Variante - eine gute Option bei ungünstigen Verhältnissen.
2. Man steigt durch den Plattengraben und den schönen Nordosthang zum Pürschlinghaus auf (Abfahrtsroute 3).
3. Man wendet sich hinter der Langental-Alm nach rechts (Norden) und steigt zum Plattenberggrat auf. Über diesen zum Verbindungskamm Pürschlinghaus-Teufelstättkopf; nach rechts (Nordwesten) zum Gipfel.

Charakter / Schwierigkeit: Mäßig schwere bis mittelschwere Skitour. Die Schwierigkeiten hängen stark von den Verhältnissen im stellenweise steilen Wald, am Grat und am Gipfelaufbau ab. Gipfelanstieg: wenige Meter Schwierigkeit I. UIAA mit Drahtseil; das Seil ist jedoch nicht selten komplett eingeschneit. Die Abfahrten führen teilweise über steile Hänge (30 bis 35 Grad). Der Teufelstättkopf gehört zu den variantenreichsten Touren in den Ammergauer Alpen. Die hier vorgestellte Route ist landschaftlich sehr reizvoll; besonders beeindrucken ist der Anstieg über den herrlichen und nie schwierigen Grat, der wie eine Luftbrücke zum Gipfel führt. Doch auch skifahrerisch sind die oberen Passagen der diversen Abfahrten wirklich lohnend.

Lawinengefahr: Mittel. Auf der beschriebenen Anstiegsroute über die Kühalm ist die Gefährdung bei richtiger Spurwahl eher gering, da man sich meist auf Graten und Rücken bewegt. Allerdings gibt es auch hier ein paar Meter (wo die Spur die Grathöhe verlässt - Querung), die kritisch begutachtet werden müssen! Die Abfahrten sind zum Teil steil und können bei ungünstigen Verhältnissen durchaus lawinengefährdet sein.

Exposition: Nordost auf den Abfahrten durch den Kurztalgraben und den Plattenberggraben (Langental); Nord auf der Variante durch die Nebelalpe.

Aufstiegszeit: 2,5 Stunden

Tourdaten: Höhendifferenz: 900 Höhenmeter; Distanz: 5,4 km beim Aufstieg über Kühalm und ebenfalls 5,4 km bei Abfahrt über Kurztalgraben

Beste Jahreszeit: Hochwinter bis März

Stützpunkt: Pürschlinghaus (auch August-Schuster-Haus genannt – 1564 m), ganzjährig geöffnet außer April und November, 65 Übernachtungsplätze, Telefon: +49/(0)8822/3567, Internet: August-Schuster-Haus

Karte: Alpenvereinskarte BY 7, Ammergebirge Pürschling, 1:25.000.
Die Karte ist erhältlich in unserem AV-Karten-Shop.

Autor: Bernhard Ziegler

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