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Monte Camicia (2564 m) 

Der Monte Camicia ist an schönen Wochenenden eine recht beliebte Bergtour bei Einheimischen wie auch Touristen. Das hat gute Gründe: Zum einen ist der Anstieg technisch leicht, wenn auch stellenweise ziemlich steil, zum anderen bietet der Berg einfach mega-schöne Ausblicke auf den Campo Imperatore sowie bis zur Adria – man steht am Gipfel 2564 m über dem Meer! Am Ausgangspunkt gibt es mit dem Rifugio Fonte Vetica eine gute Einkehrmöglichkeit. Ganz besonders lohnend ist übrigens die Rundtour mit Überschreitung des Monte Tremoggia.
bild
Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Bergtour | Abruzzen | Apennin | L'Aquila

Tourensteckbrief Monte Camicia

Anfahrt: Über die A24 (Autobahn Rom – Teramo) bis zur Ausfahrt Assergi. Hier folgt man der Beschilderung zum Campo Imperatore und bleibt auf der SS17bis. Die Abzweigung zur Bergstation der Seilbahn am Campo lässt man links liegen und fährt noch 11 km weiter bis zur einer großen Grillstation an einer Straßenkehre. Hier zweigt man in der Kehre links ab und fährt zum hintersten Parkplatz beim Rifugio Fonte Vetica.

Ausgangspunkt: Campo Imperatore – Parkplatz beim Rifugio Fonte Vetica (1610 m)

Route: Wir empfehlen für den Anstieg die direkte Route zum Gipfel; und so hält man sich beim Parkplatz links und schlägt die markierte Hauptroute ein, die durch eine breite Schneise und entlang eines (in der Sommersaison) ausgetrockneten Bachbettes nach Nordwesten emporzieht. (Zur Orientierung: die Alternativroute, über die man bei der Überschreitung absteigt, würde nach Norden zielen.) Bald geht es in Serpentinen durch Schrofengelände und man erreicht einen ersten Absatz mit toller Aussicht auf die Ebene. Nachdem man einen weiteren steilen Aufschwung überwunden hat, quert die Route nun unter dem Monte Tremoggia hindurch nach Nordwesten und trifft westlich der Sella del Tremoggia auf die Route, die vom Monte Tremoggia herüberkommt. Die Querung leitet nun in einen Sattel nördlich unterm Gipfel des Monte Camicia. Ziemlich steil geht es über die letzten 100 Höhenmeter durch die schottrige Flanke hinauf zum höchsten Punkt.

Abstieg: 1. Wie Aufstieg.
2. Wir empfehlen jedoch eine schöne Rundtour mit Überschreitung zu machen. Dazu zurück bis zur Verzweigung westlich der Sella del Tremoggia. Hier nimmt man den oberen Weg und steigt entlang des Grates an der Sella del Tremoggia vorbei zum großen Gipfelplateau des Monte Tremoggia mit Mini-Kreuz. Die Grundrichtung (Ostsüdost) beibehaltend, steigt man entlang des Rückens hinunter in einen weiten Sattel (Sella di Fonte Fredda). Hier zweigt die Route zurück zum Ausgangspunkt rechts ab und leitet in eine steile Mulde, durch die man zurück zum Rifugio Fonte Vetica gelangt, welches man zuletzt über eine Waldschneise erreicht.

Alternative: Selbstverständlich kann man die Runde auch andersherum angehen, sie zieht sich dann aber im Anstieg ganz schön in die Länge.

Charakter / Schwierigkeit: Überwiegend mittelschwere Bergwanderung (S2) auf durchwegs schmalen, markierten Steigen, die aber vor allem im Gipfelbereich ganz schön steil, aber nicht ausgesetzt sind. Hier ist das Gelände auf wenige Höhenmeter etwas anspruchsvoller (S2 bis S3). Die Route erfordert daher schon eine Portion Trittsicherheit. Die beliebte Bergtour bietet atemberaubend schöne Ausblicke; an klaren Tagen kann man die Adria sehen und steht dabei 2564 Meter über dem Meer!

Gehzeit: Aufstieg: 2:15 Stunden; Abstieg: 1:45 Stunden, bei der Rundtour mit Überschreitung des Monte Tremoggia sind es gut 2 Stunden. Für die Rundtour benötigt man also insgesamt ca. 4:30 Stunden.

Tourdaten: Höhendifferenz: 960 Höhenmeter plus 50 Hm Gegenanstieg bei der Rundtour; Distanz: 3,6 km bis zum Gipfel und insg. 8 km auf der gesamten Rundtour.

Beste Jahreszeit: September und Oktober. Möglich ist die Tour in der Regel von Ende Juni bis zum Wintereinbruch; im Sommer jedoch wegen der sonnseitigen Ausrichtung sehr heiß.

Stützpunkt: Auf Tour keine Einkehrmöglichkeit. Am Ausgangspunkt wartet das frisch renovierte Rifugio Fonte Vetica oder die Grillstation an der Zufahrt zum Parkplatz.

Wissenswertes: 1. Der Campo Imperatore ist ein riesiges Becken südlich vom Corno Grande. Das Hochplateau wurde von einem Gletscher geformt und ist ca. 15 km lang und 5 km breit. Es ist Teil des Nationalparks Gran Sasso und Habitat für den Italienischen Wolf. Ca. 20 international bekannte Filme wurden hier gedreht, darunter auch „Der Namen der Rose“ (Anfangsszene).
2. Im Sommer 1943 wurde der Duce del Fascismo, Benito Mussolini, im mittlerweile verfallenen Hotel Campo Imperatore gefangen gehalten und durch eine abenteuerliche, deutsche Militäraktion wieder befreit.

Karte: Kompass Blatt 669, Gran Sasso d’Italia – L’Aquila, 1:50.000. Erhältlich in unserem Kompass-Karten-Shop.

Autor: Bernhard Ziegler

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Galerie

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