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Eiger (3970 m) 

Die Überschreitung des Eiger über den Mittellegigrat im Aufstieg und im Abstieg über den Südgrat zum Südlichen Eigerjoch sowie weiter zur Mönchsjochhütte gehört zu den eindrucksvollsten Hochtouren der Alpen – eine ebenso grandiose wie luftige Route in exponiertem Fels und Eis. Ein tolles Abenteuer für gute Alpinisten.
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Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Hochtour | Bern | Berner Oberland | Grindelwald

Tourensteckbrief Eiger

Anfahrt: 1. Von Deutschland aus der Region München über die A 96 nach Bregenz, weiter auf der Rheintalautobahn (A 13) via Vaduz auf die A 3 Richtung Zürich/Luzern. Bei der Ausfahrt Wädenswil über Hirzel (B 388) zur A 4A (Baar), weiter auf A 14 und A 2 Richtung Luzern. Bei Hergiswil die Autobahn verlassen und über den Brünigpass nach Brienz (Richtung Interlaken). Bei Interlaken über Wilderswil ins Lütschental nach Grindelwald.
2. Alternativ aus dem Raum Freiburg über die A 5 nach Basel, via A 2 und A 1 Richtung Bern, weiter auf der A 6 über Thun nach Interlaken und von dort nach Grindelwald. Großer Parkplatz in Grindelwald-Grund am Bahnhof der Jungfraubahn. Mit der Bahn (Gesamtfahrzeit: über 1 Stunde) zunächst zur Kleinen Scheidegg mit Blick auf die Eiger-Nordwand. Dort umsteigen Richtung Jungfraujoch – aussteigen mitten im Berg in der Station Eismeer.

Ausgangspunkt: Station Eismeer der Jungfraubahn (3159 m) bei Grindelwald

Route: 1. Tag - Hüttenanstieg: Von der Station Eismeer, in der man sich schon anseilt, durch den Stollen 4 hinab zum Stollenloch (Vorsicht, Rutschgefahr bei Vereisung!) und durch dieses auf den Challifirn. Der spaltenreiche Gletscher wird in nördliche Richtung (die Mittellegihütte als erstes Etappenziel ist schon sichtbar) traversiert, wobei man gut beraten ist, wegen der Steinschlaggefahr schnell Abstand zur Ostwand zu gewinnen. Über den Bergschrund gelangt man an den Fels – und zur Schlüsselstelle im Hüttenzustieg: Eine etwas nach rechts abdrängende Verschneidung mit sehr kleinen Tritten und Griffen erfordert Kletterei im Schwierigkeitsgrad IV- (UIAA). So wird ein Felsband erreicht – nun in absolut weglosem und teils brüchigem Gelände (Kletterstellen I bis II) auf Bändern (bisweilen erleichtern Pfeilmarkierungen die Routenfindung) zur eindrucksvoll auf einem Felssporn des Nordostgrats gelegenen Mittellegihütte (ca. 2 Stunden ab Station Eismeer).
2. Tag - Gipfelüberschreitung: Von der Mittellegihütte in anspruchsvollem Gehgelände über den anfangs flachen, aber schmalen Grat zum ersten Aufschwung. Nun beginnt die Kletterei (III, Bohrhaken). Auf diesem und weiteren Aufschwüngen (manchmal kurze Fixseile) hält man sich meist an der Kante. Von einem exponierten  Grataufschwung wird in eine Scharte abgeklettert oder abgeseilt (Vorsicht bei Vereisung!). Es folgt der große Turm, an dessen plattigem Fels dicke Taue das Emporkommen erleichtern – trotz der Fixseile muss in dieser Passage kräftig hingelangt werden. Danach wird der Mittellegigrat etwas moderater (II bis III), bis das gute Nerven erfordernde und keinen Fehltritt verzeihende Finale des Aufstiegs folgt: die 45 Grad steil nach rechts abfallende Firnschneide, die sich am Schluss mit dem Anstieg aus der Nordwand vereint und atemberaubende Tiefblicke erlaubt. Je nach Verhältnissen sind mit den Steigeisen kurze Felspassagen zu überklettern. In der oft hart gefrorenen Firnschneide verläuft die Route – unter Berücksichtigung von Wechten – direkt unterhalb des Grats, bis man nach rund 4 Stunden auf dem nicht als solchem markierten Gipfel steht.

Abstieg: Vom Gipfel Richtung Südwesten bis zur ersten Steilstufe (II bis III), an der man auch abseilen kann (Bohrhaken). In hochalpinem Gehgelände zu einem Felsturm, an dem zweimal je 25 Meter abgeseilt wird. Der weitere Abstieg ins nördliche Eigerjoch ist weniger schwierig. Hier beginnt der zackige, oft äußerst schmale Verbindungsart zum südlichen Eigerjoch. Das Auf und Ab am Verbindungsgrat in Firn, Eis und Fels erfordert immer wieder für einzelne Passagen den Einsatz von Pickel und Steigeisen. Die Route verläuft meist rechts vom Grat. Schlüsselstelle ist eine kurze Kletterei im IV. Grad am Fuß einer westseitigen Rinne, die hinauf zum höchsten Punkt (3770 m) des aus mehreren kleinen Aufschwüngen bestehenden Grats. Hier gilt es, beherzt einen luftigen Schritt nach rechts zu machen und dann die Rinne hinaufzuklettern. Der Rest der Tour ist einfach: Über Firn geht es ins südliche Eigerjoch, von dem aus man – den Mönch rechts stehen lassend und die herausspitzende Jungfrau anvisierend – nach links auf dem Gletscher Richtung Ewigschneefeld absteigt (Achtung, Spalten!). Ein letzter Gegenanstieg zur Mönchsjochhütte (3657 m), und schon ist die Zivilisation mit dem im Schnee abgesteckten Trampelpfad zum Jungfraujoch mit der Sphinx in Sicht (4 Stunden ab Gipfel). Mit der Jungfraubahn in knapp 2 Stunden zurück nach Grindelwald.

Charakter / Schwierigkeit: Unglaublich eindrucksvolle, schwierige Hochtour auf einen der berühmtesten Berge der Welt. Die Kombination aus Fels (anhaltend III, kurze Stellen IV) und Eis (bis 45 Grad) sowie die Höhe knapp unter der 4000-Meter-Marke erfordern ein hohes Maß an alpinistischem Können. Je nach Witterung (Neuschnee, Vereisung) können die Verhältnisse stark variieren. Neben den technischen Fertigkeiten sind entsprechende Kondition und eine Portion Nervenstärke gefragt. Die Zeit für die Überschreitung hängt maßgeblich davon ab, wie schnell (auch beim Start im Dunkeln) die Route gefunden sowie Standplätze und Zwischensicherungen eingerichtet werden. Wer unsicher ist und entsprechend mehr Aufwand betreibt, kann leicht auch deutlich mehr als 11 Stunden für die Überschreitung (ab Mittellegihütte) brauchen. Als gute Richtschnur erweist sich die IVer-Kletterstelle im Hüttenzustieg: Wer hier Probleme hat, sollte die Finger von der Eiger-Überschreitung lassen.

Gehzeit: ca. 2 Stunden von der Station Eismeer zur Mittellegihütte. Die komplette Überschreitung zum Jungfraujoch dauert, je nach Verhältnissen, 7 bis 11 Stunden (Aufstieg und Abstieg ungefähr im Verhältnis 50:50).

Tourdaten: (insgesamt/beide Tage) Höhendifferenz: 850 Höhenmeter; Distanz: 8,2 km

Beste Jahreszeit: Juli bis September

Stützpunkt: Mittellegihütte (3555 m), private Hütte des Bergführervereins Grindelwald, 48 Lagerplätze (davon 12 in der Biwakschachtel), bewirtschaftet von Ende Juli bis Mitte September (bei Schlechtwetter aber tageweise eventuell keine Bewirtschaftung, sondern nur Biwakschachtel geöffnet!). Hütten-Tel.: 0041 / 33 / 8530366; Reservierung über das Büro von GrindelwaldSports,  Tel.: 0041 / 33 / 8541290. Unbedingt vorher anrufen und einen Platz reservieren, da die Hütte bei guten Verhältnissen in der Regel komplett ausgebucht ist!

Ausrüstung: 50-Meter-Seil, Steigeisen, Pickel, Helm, Stirnlampe, HMS-Karabiner, Abseilachter, zwei Bandschlingen, 3 – 5 Expressschlingen, eventuell kleines Sortiment an Klemmkeilen.

Tipp: Wer Zeit hat und sich noch ein wenig akklimatisieren möchte, kann vor der Tour eine Nacht auf der Kleinen Scheidegg (www.bahnhof-scheidegg.ch) verbringen, vorab u.a. den eindrucksvollen „Eiger-Trail“ unterhalb der Nordwand gehen (2,5 Stunden von Station Alpiglen zur Kleinen Scheidegg).

Wissenswertes: Der Mittellegigrat ist erstmals am 10. September 1921 vom Japaner Maki Yūkō mit seinen Bergführern Fritz Amatter, Samuel Brawand und Fritz Steur begangen worden. Dank einer großzügigen Spende von Maki Yūkō konnte der Bergführerverband Grindelwald 1924 die Mittellegihütte bauen. 1986 wurde die Hütte erstmals renoviert und 2001 schließlich durch einen Neubau ersetzt.

Info: Wer die Eiger-Überschreitung lieber mit einem Bergführer machen will, kann diesen u.a. im Büro von GrindelwaldSports buchen (Kosten: 1320 SFR pro Person, Stand Juli 2010);  Tel. 0041 / 33 / 8541290.

Bergbahn: Jungfraubahn, Fahrplan und Preise, Tel. 0041 / 33 / 828 72 33

Karte: Schweizer Landeskarten, 1:25.000: 1229 (Grindelwald), 1249 (Finsteraarhorn); 1:50.000: 254 (Interlaken), 264 (Jungfrau)

Autor: Martin Becker

Wetter

Die aktuelle Wettervorhersage zur Tour von wetter.com für die nächsten 2 Tage. Sofern für das Zielgebiet keine Wetterdaten vorliegen, werden die Werte des nächstgelegenen Ortes ausgegeben.

Grindelwald
Vorhersage für Mi, 26.02.2020
Mi, 26.02.2020 leichter Schneeschauer
-11 / -3 oC
leichter Schneeschauer
Niederschl.: 90 % Wind: 27 km/h W
Grindelwald
Vorhersage für Do, 27.02.2020
Do, 27.02.2020 bedeckt
-12 / -1 oC
bedeckt
Niederschl.: 40 % Wind: 7 km/h S
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Karte

Auf dem Kartenausschnitt können Sie die Lage der Tour und die Anfahrt nachvollziehen. Soweit ein GPS-Track hinterlegt ist, dient die Karte auch als Routenskizze.

GPS Daten zum Download

Hier können Sie sich die Route als GPS-Track im GPX-Austausch-Format (GPX-Exchange) herunterladen. Die Nutzung der Daten ist nur für den privaten Gebrauch und auf eigene Gefahr erlaubt. Eine Weitergabe oder die Veröffentlichung der Daten ist nicht gestattet.

Galerie

Damit Sie sich ein Bild von der Route machen können, gibt es hier die Fotos zur Tour. In manchen Fällen ist hier auch eine Routenskizze zu finden.

 
 

Aktuelles aus dem Bergjournal

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    Am vergangenen Wochenende hat ein Braunbär im Grenzgebiet zwischen Bayern und Tirol sogenannte Trittsiegel (also Abdrücke von Tatzen) im Schnee hinterlassen. Die Spuren im südlichen Landkreis Garmisch-Partenkirchen wurden von einem Mitglied des Netzwerks Große Beutegreifer gemeldet.

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    Am 29. Februar ist es wieder soweit, DYNAFIT sammelt im Rahmen des Snow Leopard Days am Sudelfeld gemeinsam mit dir Höhenmeter. Jeden zurückgelegten Höhenmeter der teilnehmenden Tourengeher wandelt DYNAFIT in eine Spende an den Snow Leopard Trust um.

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    Der echte, leidenschaftliche Skitourengeher wird sich wahrscheinlich in dieser Satire nicht wiederekennen. Aber wer von uns Skitourengehern hat nicht schon den einen oder anderen Typus getroffen, den Harry hier aufs Korn nimmt?

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