Lange Anstiege, technische Passagen und kalte Abstiege stellen sehr unterschiedliche Anforderungen an Körper und Kopf. Wer Berge zu Fuß, mit Ski oder auf dem Bike erlebt, kombiniert Ausdauer, Kraftausdauer, exzentrische Belastungen im Abstieg und saubere Technik – oft über viele Stunden. Eine sinnvolle Ernährung muss dazu passen: Sie orientiert sich an Zeitfenstern, Wetter und Höhe, verteilt Protein über den Tag und bleibt logistisch so einfach, dass sie auch mit Handschuhen, wenig Wasser und kleinem Packmaß funktioniert.

Ausdauer beschreibt die Fähigkeit, über lange Zeit energieeffizient zu arbeiten – beim gleichmäßigen Anstieg auf Fellen oder im Grundlagentritt am Bike. Kraftausdauer ist die „tragfähige Kraft“ über Minuten: steile Rampen, Spitzkehren, Tragen oder Schiebepassagen. Exzentrik meint die bremsende Muskelarbeit im Abstieg (zu Fuß) oder die wiederholte Stoßbelastung in langen Abfahrten; sie ist häufig für den „Oberschenkelkater“ verantwortlich. Technik spart Kraft: saubere Spitzkehre, stockschonender Tritt oder aktives Bike-Handling senken Energiespitzen. Diese vier Bausteine bestimmen Training und Verpflegung: Wer die Belastung versteht, kann Essen, Trinken und Protein klüger timen.
Ziel ist eine Wochenstruktur, die Grundlagenausdauer, Anstiegs‑/Kraftausdauer, Exzentrik und Technik sinnvoll kombiniert – realistisch neben Beruf und Wetterfenster. Die Einheiten sollten klaren Zwecken dienen (nicht „alles auf einmal“), progressiv gesteigert werden und Raum für Regeneration lassen.
Für lange Tage bewährt sich ein „Fensterdenken“: vor dem Start leicht verdauliche Kohlenhydrate plus etwas Protein; während des Anstiegs kleine, regelmäßige Kohlenhydratgaben („sip feeding“) und ausreichend Flüssigkeit; rund um Schlüsselpunkte (Gipfel, Technikblock, nach exzentrischer Phase) kleine, planbare Proteinportionen; abends eine normale Mahlzeit mit Proteinquelle. Hintergrund: Protein trägt zum Wachstum und zur Erhaltung der Muskelmasse bei – sinnvoll ist daher eine Verteilung auf 3–4 Portionen über den Tag, statt einer großen. Wer vegetarisch oder vegan plant, achtet zusätzlich auf die Qualität des Aminosäureprofils (siehe unten).
Bei knappen Pausenfenstern sind vorportionierte Lösungen praktisch, weil sie die Planung vereinfachen und Hygiene/Handling am Berg begünstigen; als pflanzliche Option im Rucksack lässt sich Veganes Proteinpulver im Stickformat ohne Abwiegen einplanen.
Kälte, Windchill und Höhe verändern Appetit, Flüssigkeitsbedarf und Handhabung. Sinnvoll sind isolierte Flaschen oder Thermosbehälter, um Getränke nicht gefrieren zu lassen, sowie leicht zu öffnende Verpackungen, die auch mit kalten Fingern funktionieren. Wer Pulver nutzt, profitiert von klaren Portionen und einer Flasche mit großer Öffnung; das reduziert Kleckern und Zeitverlust in der Pause.
Für Tagesfenster, Temperaturverlauf und Strahlung unterstützt das Bergwetter die Planung von Startzeit, Kleidung und Trinkmenge.
Der Streckencharakter bestimmt Essfenster: lange, gleichmäßige Rampen erlauben „sip feeding“; technische Passagen oder ausgesetzte Querungen erfordern vorherige Minigaben, um Unterzucker zu vermeiden. Höhenmeter, Steilheit und Untergrund lassen sich vorab realistisch über die Tourensuche auswählen, damit Training und Verpflegung zusammenpassen.
Bei veganen Proteinen entscheidet die Kombination der Quellen (z. B. Erbse/Reis/Sonnenblume) über das Aminosäureprofil. Der Chemical Score (CS) bewertet, wie gut das Profil der essentiellen Aminosäuren zu einem Referenzprotein passt; Werte > 100 % bedeuten, dass das Profil den Referenzbedarf übertrifft. Für die Praxis zählt weniger die Zahl als das Ergebnis: eine verlässlich zusammengesetzte Quelle, die sich über den Tag in kleinen Portionen verteilen lässt.
Welche Aussagen zu Protein rechtlich erlaubt sind, legt die EU‑Verordnung 432/2012 fest; nutzwertig und zulässig sind hier „trägt zum Wachstum der Muskelmasse bei“ und „trägt zur Erhaltung der Muskelmasse bei“.
Für Mengen‑ und Verteilungsempfehlungen im Sport liefert das DGE‑Positionspapier eine gute Orientierung; in der Praxis bewährt sich eine Aufteilung auf 3–4 Portionen pro Tag, die an Trainingsumfang und Appetit angepasst wird.
| Rahmen | Training/Belastung | Kohlenhydrate (Beispiele) | Proteinverteilung (Beispiele) | Flüssigkeit |
|---|---|---|---|---|
| ~3 Stunden | Grundlagentempo mit kurzem Technikblock | Vor Start: kleine Portion Hafer + Banane; unterwegs 1–2 kleine Gaben (Riegel/Drink) | 1 Portion im Frühstück, 1 kleine Portion nach dem Technikblock, abends normale Mahlzeit | 0,5–1,0 l je nach Temperatur |
| ~6 Stunden | Langer Anstieg + Abfahrt (Exzentrik) | Vor Start leicht + früh; unterwegs alle 30–45 min kleine Gaben | Frühstück + 1–2 kleine Portionen tagsüber + Abendmahlzeit | 1,5–2,0 l, warm halten |
| ~9 Stunden | Ausdauer + längerer Technik-/Trageanteil | Vor Start kohlenhydratreich; unterwegs „sip feeding“ + kleine salzige Snacks | 1 Portion früh + 2 kleine Portionen tagsüber + abends | 2,0–3,0 l, an Salz/Hitze anpassen |
Die Beispiele sind Raster, keine starre Vorgabe. Entscheidend ist, dass Essen/Trinken zu Gelände, Wetter und den eigenen Routinen passt.
Bike-Marathon: Pedalieren ist zyklisch, Pausen sind selten. Kleine, regelmäßige Kohlenhydratgaben und eine gut verträgliche Proteinportion im Anschluss an Technik‑ oder Kraftausdauerblöcke halten die „Muskelsprache“ über Stunden stabil. Skitour: Der Aufstieg ist gleichmäßig, die Exzentrik steckt im Abstieg. Sinnvoll sind eine kleine Proteinportion vor oder nach exzentrischen Phasen und ein Augenmerk auf warme Getränke, damit die Flüssigkeit überhaupt aufgenommen wird. In beiden Fällen gilt: Technik senkt Energieverluste, ersetzt aber nicht die Basisversorgung.
Appetitverlust in Kälte/Höhe führt leicht zu großen, späten Portionen: bekömmlicher ist eine feine Verteilung. Sehr ballaststoffreiche Snacks können bei Stoßbelastung Probleme bereiten; hier helfen erfahrungsgesättigte, einfache Optionen. Wer alles neu am „großen Tag“ probiert, riskiert Magen‑Überraschungen – besser ist das Einüben der Logistik in Trainingswochen. Zu wenig Trinken im Winter ist häufig: Der Durst meldet sich bei Kälte später, die Isolation der Flaschen verhindert Einfrieren und motiviert zum regelmäßigen Schluck.
Bergsport fordert nicht nur Kondition und Technik, sondern eine geerdete Ernährungslogistik: wenige, gut geübte Routinen, die bei Kälte, Wind und Höhe funktionieren. Wer Training und Essen in Zeitfenstern denkt, Protein über den Tagverteilt und Packmaß/Handling ehrlich plant, macht sich unabhängiger von Hütte, Temperatur und „perfekten“ Bedingungen – und gibt der Muskulatur genau das, was sie über lange Tage braucht.
Autor: Redaktion