Anfahrt: Auf der SS508 durchs Sarntal bis Astfeld. Hier biegt man nach Durnholz ab, wo man am Ortseingang mehrere, nur teilweise gebührenpflichtige Parkplätze (Ausgangspunkt 1) findet. Unter Umständen kann man die Tour jedoch deutlich abkürzen, indem man einen höhergelegenen Parkplatz ansteuert. Dazu fährt man am linken Seeufer entlang. Kurz nach dem Fischerwirt gabelt sich die Straße. Hier links (Richtung Kofeljochhütte) und über eine Kehre noch 1,5 km weiter bis zum beschilderten Wanderweg zur Jakobsspitze. Gleich danach findet man bei einer Holzschnitzelanlage eine kleine Park-Nische (1750 m). Ein Schild (Bild 1) weist den PP als solchen aus; die Nutzung ist aber auf eigene Gefahr. Ist hier alles belegt, findet man 800 m weiter am Ende der frei befahrbaren Straße einen etwas größeren Wanderparkplatz; auch hier ist die Benutzung auf eigene Gefahr.
Hinweis: Offiziell ist die Anfahrt zu den höher gelegenen Parkplätzen nur Anliegern erlaubt. Da die beiden Parkplätze jedoch sogar beschildert sind, scheint eine Anfahrt geduldet zu werden.
Öffentliche Verkehrsmittel: Bis Durnholz verkehrt regelmäßig ein Linienbus.
Anfahrt planen mit Google-Maps Ausgangspunkt: 1. Durnholz, mehrere Parkplätze vor dem Ortseingang (1505 m)
2. Inoffizieller Parkplatz auf 1750 m, an der Straße Richtung Kofeljochhütte – Wegweiser Jakobsspitze kurz davor.
Route: 1. Von Durnholz wie unter Anfahrt beschrieben. Oder schöner: Am Seeende rechts, bei der folgenden Gabelung (Ww. Jakobsspitze, Weg Nr. 5) links und bei einem Hof über den Wanderweg durch den Wald hinauf zur asphaltierten Straße, die Richtung Kofeljochhütte führt. Auf ihr rechts bis zum Ausgangspunkt (2). Ca. 1 Stunde. Hierher auch mit dem KFZ oder Fahrrad.
2.. Man folgt dem Wegweiser zur Jakobsspitze (Nr. 5) und einem schmalen Bergweg durch lichten Lärchenwald; anschließend leitet der Steig in die Latschenzone. Dabei überquert man eine neue Forststraße. Irreführend kann ein abzweigender Pfad nach links sein – Achtung, er führt nur zu einer Jagdhütte – also rechts halten! In der Latschenzone geht es zunehmend steil durch eine breite Gasse hinauf ins freie Gelände. Über flachere Passagen wandert man nun – oft weglos oder nur Pfadspuren – entlang von guten Markierungen gemütlich nach Nordosten und über eine Stufe hinauf zum Tellerjoch (2520 m). Hier setzt der wunderbare Blockgrat zur Jakobsspitze an, der über gut 200 Hm nach Osten zum Gipfel leitet. Aus dem Joch also nach rechts, stellenweise in ganz ganz leichter Kraxelei, entlang von Markierungen bis zum höchsten Punkt.
Abstieg: 1. Entlang des Aufstieges.
2. Schöner ist es jedoch eine kleine Gipfelrunde zu machen und über die Flaggerschartenhütte abzusteigen. Dazu vom Gipfelkreuz nur einige Schritte zurück zu einer Gabelung, und an ihr rechts (im Abstiegssinn) auf die Nordseite des Berges. Hier nun über den Nordnordost-Grat, auf Schutt und über Blöcke, steil abwärts. Dann quert der Steig unter der Lorenzenspitze hindurch und führt anschließend recht steil hinunter zur Flaggerscharte (2436 m). Dabei helfen auch einige Seilsicherungen über steile Stufen hinunter. Ein paar Meter sind es zur bewirtschafteten Hütte, wo man herrlich rasten kann. Von der Flaggerscharte (Ww.) steigt man auf dem Weg-Nr-16 Richtung Südwesten ab. An der nächsten Gabelung (auf 2375 m) folgt man dem Wegweiser „Fortschellscharte / Latzfonser Kreuz – Nr. 13“ und hält sich somit links (Das Tellerjoch ist hier nicht ausgeschildert.) Dann quert der Steig in einem weiten Rechtsbogen bis unter das Tellerjoch, und hier noch einmal gut 100 Hm steil hinauf in den Sattel, wo man auf die Anstiegsroute trifft. Nun auf bekannter Route abwärts.
3. Wer die Tour unten in Durnholz beginnt, kann eine weitere Abstiegsmöglichkeit wählen – über die Seebalpe. Dazu bei besagter Gabelung auf 2375 m geradeaus durchs blockige Kar der Seebalpe absteigen. An der Seeb Alm (1.802 m) vorbei geht es zurück zum Ausgangspunkt.
Charakter/Schwierigkeit: Eine anspruchsvolle Bergwanderung bis mäßig schwierige Bergtour (S3 bis S4), die im Gipfelbereich Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erfordert. Die Route führt ausschließlich über Steige, Pfade oder markiertes wegloses Gelände. Der untere Teil der Tour entspricht einer mäßig schwierigen Bergwanderung, oben geht es dann schon etwas alpiner zur Sache. Für Geübte aber überhaupt kein Problem, sondern ein Vergnügen mit einer lustigen, einfachen Kraxelei (überwiegend aber Gehgelände) am langen, aussichtsreichen Blockgrat. Auch der Abstieg zur Flaggerscharte ist etwas anspruchsvoller und erfordert noch einmal Konzentration. Hier helfen ein paar Drahtseile über die steilsten Stufen. Die Jakobsspitze ist ein gigantischer Aussichtsberg. Die Tour sollte keinesfalls bei schlechter Sicht begangen werden; insbesondere im Anstieg zum Tellerjoch wird man bei Nebel auf einem weglosen Abschnitt mit guten Markierungen richtig Probleme mit der Orientierung bekommen.
Gehezeit: Rundtour vom Ausgangspunkt (2) aus insgesamt 5:15 Stunden. Aufstieg: 2:45 Stunden; Abstieg via Flaggerscharte: 2:30 Std..
Wer von ganz unten startet, also am Ausgangspunkt (1), muss in Auf- und Abstieg jeweils eine gute Stunde drauflegen.
Tourdaten: Ausgangspunkt 2. Höhendifferenz: knapp 1200 Höhenmeter (inkl. des Gegenanstiegs zum Tellerjoch); Distanz: ca. 10,6 km (gesamte Runde).
Wer unten in Durnholz startet, muss zusätzlich 240 Höhenmeter und 5 km Strecke bewältigen.
Beste Jahreszeit: Mitte Juni bis Mitte Juli und im Herbst. Im Hochsommer ist der südseitige Anstieg durch die Latschenzone zum Tellerjoch bei Sonnenschein sehr heiß.
Stützpunkt: Flaggerschartenhütte (2481 m - auch Marburger Hütte oder Rifugio Forcella Vallaga). Telefon: +39 331 7787272. Eine Besonderheit: Die Hütte wird seit 2024 von Kailash Soni aus Rajasthan zusammen mit seinem Sohn bewirtschaftet. Die beiden bieten nicht die übliche Südtiroler Hüttenkost, sondern schmackhafte indische Spezialitäten.
Karte: Kompass Karte Blatt 056, Sarntal, 1:35.000. Erhältlich in unserem Karten-Shop.
Autor: Bernhard Ziegler