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Weißkugel (3739 m) 

Eine anspruchsvolle und großartige Skihochtour auf den zweithöchsten Gipfel der Ötztaler Alpen. Grandios ist das Panorama und beeindruckend die umliegende Gletscherwelt. Dem mächtigen Gipfel kann man sich aus beinahe allen Himmelsrichtungen nähern: Hier beschrieben wird die häufig begangene und landschaftlich reizvolle Route aus dem Langtauferer Tal über die Weißkugelhütte.
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Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Skihochtour | Trentino-Alto Adige | Ötztaler Alpen | Reschen

Tourensteckbrief Weißkugel

Anfahrt: Von Norden kommend über den Reschenpass nach Graun am Reschensee. Von hier rund 10 km nach Osten durch das Langtauferer Tal zum kleinen Ort Melag (1919 m).

Ausgangspunkt: Großer Parkplatz in Melag im Langtauferer Tal (1919m).

Route: Hüttenanstieg: Von Melag zunächst flach und in Aufstiegsrichtung links des Baches taleinwärts, an der Melager Alm vorbei. Nach dem kleinen Brücklein über den Falgin Bach muss man sich entscheiden: Entweder nun deutlich steiler in zahlreichen Kehren den Hang hinauf und ab ca. 2300 m nach Osten querend zur Hütte. („Sommerweg“; meist unter der Materialseilbahn entlang; dieser Weg sollte jedoch wegen der steilen und südseitigen Hänge nur bei weitgehend aperen Verhältnissen begangen werden!). Alternativ – und bei Schnee auf dem Sommerweg besser – folgt man auch nach dem Brücklein weiter dem Karlin Bach im Talgrund, wechselt jedoch oberhalb von ca. 2000 m auf dessen südliche Seite. Weiter im Tal (unterhalb der Moränen „Sandbichl“) nach Osten, bis man bei rund 2300 m den Bach wieder überquert und in einem Linksbogen über steile Südhänge zur Hütte aufsteigt.
Gipfelanstieg: Richtung Osten absteigend zu einer ausgeprägten Moräne. Ein Stück auf dieser ostwärts entlang, bis man sie nach rechts verlässt (Steinmandl) und nach Querung recht steiler Hänge zum Langtauferer Ferner hinuntergelangt. Über den Gletscher Richtung OSO auf das Langtauferer Joch zu bis zu einer Höhe von etwa 2900 m. Hier wendet man sich nach Süden, später Südwesten, und steigt am östlichen Rand des sehr spaltigen Gletschers bis unter das Weißkugeljoch (3362 m) auf. Von hier gibt es die Möglichkeit eines direkten Aufstieges über die ab 3500 m sehr steile NO-Flanke der Weißkugel zum Gipfel (ab 3500 m in aller Regel zu Fuß, auch im Abstieg). Auf dem Normalweg überschreitet man das Weißkugeljoch, quert immer in südlicher Richtung den dahinter liegenden Gletscherarm sowie den steilen Hang westlich P. 3400 m und gelangt schließlich über ein flaches aber ebenfalls spaltiges Gletscherstück bis unter das Hintereisjoch. Über dieses steil auf das obere Plateau des Matscher Ferners (je nach Verhältnissen evtl. schwer passierbarer Gletscherschrund/-abbruch). Hier wendet man sich nach Norden zum rund 100Hm langen Steilhang des „Matscher Wandl’s“ (ca. 35°). Über diesen steigt man hinauf, bis man auf gut 3600 m den Südrücken der Weißkugel erreicht. Auf dem Rücken einfach zum südlichen Vorgipfel – Skidepot. Die letzten Meter zum Hauptgipfel mit Kreuz überwindet man in leichter aber teilweise ausgesetzter Blockkletterei (UIAA I-II), die jedoch bei ungünstigen Verhältnissen gefährlich werden kann und evtl. Seilsicherung und / oder Steigeisen erfordert.

Abfahrt: Wie Aufstieg, wobei man jedoch bei einer Rückkehr ins Tal nicht wieder zur Weißkugelhütte ansteigt, sondern im flachen Teil des Langtauferer Ferners auf etwa 2600m nach links (Westen) ins Langtauferer Tal hinausfährt (in Abfahrtsrichtung links des Baches, entlang der ausgeprägten Moränen, evtl. sogar sicherer auf diesen). An der Melager Alm vorbei bis kurz vor Melag, wo eine Brücke wieder ans rechte (nördliche) Ufer des Karlin Baches führt.

Charakter / Schwierigkeit: Auf der beschriebenen Route ist die Weißkugel eine je nach Verhältnissen (sehr) anspruchsvolle Skihochtour. Sie verlangt schon beim Hüttenanstieg wie auch danach eine sichere Schneelage und gute Einschätzung der Lawinensituation. Oberhalb der Hütte ist vor allem bei schlechter Sicht oder fehlender Spur guter Orientierungssinn gefragt, ferner entsprechendes ski- und klettertechnisches Können in den teilweise steilen Firnhängen sowie am Gipfelgrat. Unbedingt zu achten ist auf die zahlreichen Spalten auf dem Langtauferer- und Hintereisferner. Schließlich sollte es auch mit der Kondition gut bestellt sein, da sich der Gipfelanstieg von der Weißkugelhütte in die Länge zieht und ausreichende Zeitreserven für den Rückweg (ins Tal) eingeplant werden müssen (kurze Gegenanstiege!). Wer jedoch den Anforderungen gewachsen ist, den belohnt die Weißkugel mit einem abwechslungsreichen und landschaftlich großartigen Anstieg auf einen hochalpinen und seine Umgebung deutlich überragenden Aussichtsgipfel.

Lawinengefahr: Insgesamt mittel bis hoch: Bereits der Hüttenzustieg erfordert sichere Verhältnisse (ggfs. Erkundigungen beim freundlichen Hüttenwirt einholen). Im Gipfelanstieg sind vor allem die steilen Süd- und Osthänge ab dem Weißkugeljoch mit Vorsicht zu begehen, hier sollte man bei milden Temperaturen/Sonneneinstrahlung rechtzeitig unterwegs sein. Letzteres gilt auch für die Abfahrt ins Tal im Bereich zwischen 2600m und 2000 m, wenn die steilen Moränenhänge aufweichen.

Exposition: Zur Hütte überwiegend west- und südseitig. Zum Gipfel zunächst west- und nordseitig (Langtauferer Ferner), ab dem Weißkugel Joch dann überwiegend Ost- und Südhänge.

Aufstiegszeit: Vom Parkplatz in Melag zur Hütte rund 2 Stunden.
Von der Hütte zum Gipfel 4 Std., bei ungünstigen Verhältnissen auch länger.

Tourdaten: Parkplatz – Weißkugelhütte 650 Höhenmeter; Weißkugelhütte – Gipfel 1200 Hm.

Beste Jahreszeit: Frühjahr (März bis Anfang Juni)

Stützpunkt: Weißkugelhütte (2544 m), nicht durchgehend bewirtschaftet, ab März/April jedoch zumeist an den Wochenenden sowie zu Ostern und Pfingsten (vorher anfragen!); 48 Lager; Tel. Hütte 0039/0473 633191; Tel. Tal 0039/0473 633434.

Ausrüstung: Komplette Skihochtourenausrüstung.

Karte: AV-Blatt Nr. 30/2 Ötztaler Alpen – Weißkugel; Skirouten 1:25.000.

Autor: Dr. Johannes Landes

Wetter

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