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Schlern - Petz (2564 m) - Westroute 

Das gewaltige Schlernmassiv im Westen der Dolomiten wird meist von der bekannten Seiser Alm aus begangen. Es gibt aber auch einen interessanten, sehr abwechslungsreichen und zudem viel einsameren Aufstieg von Westen her! Und wer etwas Zeit mitbringt, kann aus dieser Bergwanderung einen wirklich spannenden Rundweg machen. Zweitagestour mit Hüttenübernachtung.
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Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Bergtour | Trentino-Alto Adige | Dolomiten | Bozen

Tourensteckbrief Schlern - Petz

Anfahrt: Auf der Brenner-Autobahn bis zur Ausfahrt Bozen-Nord. Dann immer Richtung „Schlern“. Wir befahren schließlich eine Serpentinenstraße, von der aus wir herrliche Blicke auf den Schlern haben. Einige Kilometer später erreichen wir den Ort Völs. Dort biegen wir rechts nach Ums ab. Auf einer schmalen Teerstraße nach Ums. Wir fahren an dem alten Feuerwehrhaus vorbei bis wir unseren Parkplatz sehen.

Ausgangspunkt: Kostenloser Parkplatz vor der Kirche von Ums (932m).

Route: Vom Parkplatz in Ums folgen wir der Beschilderung Richtung „Hofer Alpl“ auf dem Weg-Nr. 3. Nach 100 Metern links weiter, schließlich schlängelt sich dieses Sträßchen den Hang hinauf. Nicht lange und wir verlassen den geteerten Bereich und folgen stets den Schildern Richtung Hofer Alpl. In steilen und zum Teil engen Kurven führt uns der Wanderweg durch einen schönen Kiefern- und Lärchenwald in gut einer Stunde hinauf zur Hofer Alpl (1364m). Die Hütte liegt auf einer Lichtung, man hat einen herrlichen Fernblick auf die Brenta, die Ortlergruppe und die Ötztaler Alpen. Erst im Winter 2001/2002 wurde die Hütte umgebaut. Im ersten Stock sind jetzt mehrere Doppelzimmer im rustikalen Stil mit Dusche/WC. Ziemlich nobel für eine Hütte! Weil aber alles aus Holz und auch die Stub’n nett eingerichtet ist, hat die Hofer Alpl ihr Flair von einer urigen Hütte bewahrt.
Weil wir erst am späten Nachmittag am Parkplatz losgegangen sind, übernachten wir auf der Hofer Alpl und marschieren erst am nächsten Morgen weiter Richtung Schlern. Immer wieder gibt es von nun an freie Blicke auf die Gebirgsketten im Westen. Nach gut 45 Minuten kommen wir zu einer Wegverzweigung. Links führt der etwas steile aber problemlose Schäufelesteig zum Schlern, doch wir wählen die spannendere Variante über den Knüppelweg (Weg-Nr. 1). Dieser führt uns nämlich durch die Schlernschlucht, auch Teufelsschlucht genannt. Zum Teil durchschreiten wir die wildromantische Schlucht auf Holzbrücken, unter uns tost der Schlernbach (zumindest im Frühjahr und Sommer, im Spätherbst ist von Wasser nicht mehr allzuviel zu sehen). Schließlich weitet sich die Schlucht und etwa eineinhalb Stunden nachdem wir von der Hofer Alpl weggegangen sind, erreichen wir die schön gelegene Sessel-Schwaige (1940m). Die Alm ist im Sommer bewirtschaftet. Weitere 20 Minuten und kein Baum stört mehr die Fernblicke. Nun können wir über die südlich gelegenen Mittagskofel und Nigglberg hinwegsehen und blicken auf die Latemar-Gruppe. Kurz darauf erspähen wir endlich auch die Rosengartengruppe in ihrer ganzen Pracht. Der Blick ist wirklich klasse!
Vorbei an einem Bankerl und an einer (unbewirtschafteten) Alm kommen wir nach einer weiteren Stunde zu einem etwas ungewöhnlich geformten Wegekreuz. Von hier sind es nur noch 15 Minuten bis zum Schlernhaus (2457m). Eine weitere Viertelstunde später stehen wir auf dem Monte Petz, dem mit 2564 Metern höchsten Punkt des Schlern-Massivs. Herrliche Blicke unter anderem auf Langkofel und Rosengarten, im Hintergrund spitzt sogar die Marmolada hervor!
Beim Abstieg vom Schlernhaus halten wir uns zunächst an Weg-Nr. 2. Dieser führt uns in südöstliche Richtung. Nach einer Viertelstunde sehen wir 150 Meter rechts vom Weg eine Kapelle. Weitere zehn Minuten später macht unser Weg eine fast 90-Grad-Wende nach rechts. An den Nordhängen des Tschafatsch entlang kommen wir nach insgesamt gut einer Stunde zur Bärenfalle (Taschafatschsattel). Von hier führt auch ein Weg von Tiers herauf. Uns aber zieht auf Weg Nr. 9 zur Tschafonhütte. Die letzten gut zweieinhalb Stunden bis dorthin sind genauso schön wie mühsam. Denn es geht immer wieder auf und ab: Zunächst aussichtsreich über die Schafköpfe, später gilt es unter Zuhilfenahme der Hände einige Felspassagen zu überwinden. Die wenigen leicht ausgesetzten Stellen sind drahtseilversichert. Wer Probleme mit der Schwindelfreiheit hat, dem sei gesagt: Die erste Drahtseil-Passage ist schon die anspruchsvollste, aber es ist an keiner Stelle wirklich schwierig.
Nach einem letzten Anstieg stehen wir auf dem Nigglberg – ein latschenbewachsener Aussichtsberg. Von nun an geht’s bergab und zwar in steilen Serpentinen. Wer noch genug Power hat, kann bei der Abzweigung zehn Minuten nach dem Nigglberg noch rechts zur Hammerwand hinübergehen. Erst also ordentlich abwärts, dann leitet uns der Weg nach rechts um einen Felsvorsprung herum, noch ein kurzer Gegenanstieg, ein paar Meter auf einem Forstweg und wir stehen – knapp vier Stunden nachdem wir das Schlernhaus verlassen haben - vor der Tschafonhütte (1737m). Da der Rotwein gut, der Hüttenwirt gesellig und der Tag schon am Ende ist, bleiben wir die Nacht auf der Hütte. Am nächsten Morgen folgen wir dem Wegweiser Richtung Ums. Der Wanderweg-Nummer 4 führt uns durch den Wald in eineinhalb Stunden von der Tschafonhütte ins Tal zu unserem Parkplatz nach Ums.

Alternative: Wem zwei Übernachtungen zuviel sind, der kann es natürlich auch anders machen: In einem Stück zu den Schlernhäusern, dort übernachten und am nächsten Tag wieder zurück.
Wem der Abstieg über die Tschafonhütte zu lang oder beschwerlich erscheint, der kann auch die kürzeste Abstiegsvariante über den Schäufelesteig (Weg-Nr. 3) wählen.

Charakter / Schwierigkeit: Der Aufstieg ist eine schöne Wanderung auf zum Teil gut angelegten Wegen, zum Teil auf schmaleren Bergpfaden. Besonders eindrucksvoll: Die Durchwanderung der Schlernschlucht und die späteren Ausblicke auf das Rosengarten-Massiv. Der Abstieg ist auf der hier beschriebenen Route zwischen Tschafatschsattel (Bärenfalle) und Taschafonhütte etwas anspruchsvoller. Hier geht man zum Teil auf einem schmalen, hin und wieder leicht ausgesetzten Höhenweg, zum Teil führen Seilsicherungen über felsige Passagen. Daher wären Trittsicherheit und etwas Schwindelfreiheit von Vorteil. Die Dauer des Weges zur Tschafonhütte darf nicht unterschätzt werden, da es ständig hübsch auf und abgeht. Alle Wege sind gut beschildert.

Gehzeit: Aufstieg: 4 bis 4,5 Stunden; Abstieg: 5,5 Stunden (über Tschafonhütte). Wegen der Länge der Route ist mindestens eine Übernachtung dringend zu empfehlen!

Tourdaten: 1600 Höhenmeter

Beste Jahreszeit: Ende Juni bis zum ersten Schneefall

Stützpunkt: 1. Hofer Alpl (1364m), privat, bewirtschaftet von Ostern bis Anfang November, wirklich sehr schön, aber gehobene Übernachtungspreise (Abendessen mit Übernachtung im Lager und Frühstück 28 Euro, bei Übernachtung im Zimmer 42 Euro pro Person), Tel: +39-0471-725288.
2. Sessel-Schwaige (1940m): privat, keine Übernachtung, nur im Sommer bewirtschaftet.
3. Tschafonhütte (1737m), privat, bewirtschaftet von Ostern bis Anfang November, kein Strom in den Zimmern, Tel: 0039-0471-642058.
4. Schlernhaus (2457 m – Rifugio Bolzano), geöffnet von Mitte Juni bis Anfang Oktober. 120 Übernachtungsplätze. Hüttentelefon: +39/0471/612024; Tal: +39/0471/724094. Internet: www.schlernhaus.it

Wissenswertes: Bei der beschriebenen Abstiegsvariante kommen wir an der Bärenfalle vorbei. Tatsächlich wurden dort früher Bären gefangen ! Aber das ist lange her.

Info: Am ruhigsten ist es im Spätherbst, wenn das Schlernhaus bereits geschlossen hat, aber Hofer Aipl und Tschafonhütte als eine der wenigen Stützpunkte in diesem Gebiet noch bewirtschaftet sind.

Karte: Kompass-Wanderkarte Nr. 54 (Bozen), evtl. auch Nr. 59 (Sellagruppe) Maßstab 1:50 000

Autor: Manfred Wöll

Wetter

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Karte

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Galerie

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