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Rofanspitze (2259 m) - von Steinberg 

Viele Wege führen auf die Rofanspitze. Die meisten Wanderer fahren mit der Seilbahn von Maurach aus auf die Erfurter Hütte und bummeln von dort gemütlich auf den Gipfel. Wesentlich anspruchvoller, vielfältiger und einsamer ist aber der Anstieg vom nördlich gelegenen Ort Steinberg aus - eine herrliche Rundtour über Bettler- und Gamssteig mit permanent wechselnden Landschafts-Eindrücken.
bild
Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Bergtour | Tirol | Rofan | Achensee

Tourensteckbrief Rofanspitze

Anfahrt: Entweder über Bad Tölz auf der B 13 zum Sylvensteinsee und dort weiter in Richtung Achenkirch zum Grenzübergang unterhalb des Achenpasses. Oder via Tegernsee auf der B 307 über den Achenpass zum Grenzübergang. Dort weiter in Richtung Achensee. Unmittelbar vor Achenkirch zweigt links die Straße nach Steinberg ab (10 km). In Steinberg hält man sich permanent rechts: Am Ortseingang geht es schräg rechts leicht bergab und dann wieder hinauf zur Kirche, dort rechts bergauf und am Jägerheim abermals rechts zum großen Parkplatz am Skilift.

Ausgangspunkt: Steinberg am Rofan - Parkplatz am Skilift (1060 m)

Route: Das Tal der Grundache beinhaltet ein wahres Gewirr von Forst- und Almstraßen, so dass zu Beginn und am Ende dieser Rundtour regelmäßig ein Blick auf die Karte nötig ist, um zu eruieren, ob man nun halblinks, halbrechts oder geradeaus weiter wandert. Vom Parkplatz am Skilift folgt man dem nach Südosten ziehenden, fast ebenen Fahrweg in Richtung Schönjochalm. Wenn nach gut einem Kilometer rechts der Gfasskopfweg (Nr. 2) abzweigt, dann gilt es genau entgegengesetzt ein paar Meter nach links abzusteigen und sofort an einem Gatter nach rechts den Pfad zur Holzermahdalm einzuschlagen (einfach der Beschilderung „Große Holzermahdrunde“ in umgekehrter Richtung folgen). Der schmale Pfad verläuft zunächst auf der Höhe, fällt dann ab hinunter zum Gaismoosbach, der auf einer kleinen Brücke überquert wird. Links führt der Pfad wieder durch Wald hinauf und dann, auf gleicher Höhe bleibend, zur Holzermahdalm. Dort links ein Stück die Almstraße hinab ins Tal der Grundache (an dieser Stelle kommt man nach der Rundtour von der anderen Seite wieder heraus) und nun nach rechts auf breiter Forststraße in Richtung Schmalzklausenalm. Kurz vor der Schmalzklausenalm zweigt nach links – weiterhin auf einer Forststraße – der Weg 412 (Schilder) in Richtung Rofanspitze ab. Nach einem Linksbogen nimmt man einen Abzweig nach rechts ins Eselskar (immer der Beschilderung Ampmoosalm/Erfurter Hütte folgen). Die Fahrstraße wird nun zum unschwierigen Bergsteig, der zunächst durch lichten Wald und dann in immer steileren Kehren hinauf zur Ampmoosalm (1784m) zieht. Ein idyllisches Fleckchen, an dem es sich herrlich verschnaufen lässt! Direkt über dem Almboden ragen steil die Nordwände von Rosskopf, Seekarlspitze und Spieljoch empor, im Westen erblickt man den scharfen Zacken der Hochiss, und im Süden prangt jenseits von Steinberg der mächtige Guffert. Der Blick nach Nordosten (in Wanderrichtung schräg links) fällt auf die nordseitigen Abbrüche der Rofanspitze und den rechts davon verlaufenden Bettlersteig. Bis zu dessen Beginn sind noch etwa 100 Höhenmeter in traumhafter Landschaft auf dem nun einen Linksbogen schlagenden Bergpfad zu überwinden. Eine konkrete Markierung, wann man den Pfad verlassen und über Schrofen nach rechts zum Bettlersteig queren muss, fehlt. Der richtige Punkt ist ziemlich genau in der Fall-Linie der linkerhand gelegenen Seileggspitze, einem rundlichen Wiesenbuckel. Geht man hier ein Stück auf den in seinem Verlauf erahnbaren Bettlersteig zu, der diagonal schräg rechts hinauf zur Scharte zwischen Rofanspitze und Rosskopf zieht, so trifft man schon bald auf Steigspuren und verblasste Markierungspunkte.

Auf kleinsplittrigem, teils abwärts geschichteten Untergrund schwingt sich der manchmal kaum mehr als einen Fuß breite Bettlersteig nun ziemlich steil zu einem Aufschwung hinauf, der aber noch nicht das Ende bedeutet. Nach einer kurzen, etwas einfacheren Passage ist abermals höchste Konzentration in typischem Absturzgelände gefragt, das keinen Fehltritt verzeihen würde. Etwa 40 Minuten dauert es insgesamt, bis die Scharte und damit wieder Wandergelände erreicht sind. Urplötzlich bietet sich ein völlig anderes Bild: Statt senkrechter, schattiger Wände leuchten nun saftige Wiesen, und in der Ferne ist die Bergstation der Rofanbahn zu erkennen. Unmittelbar am Ausstieg des Bettlersteigs beginnt links ein schmaler Pfad, der scharf am Grat entlang in wenigen Minuten zum Gipfel der Rofanspitze leitet. In der Regel wird man erst jetzt nach Stunden der Einsamkeit wieder auf Menschen treffen und mit ihnen den grandiosen Rundblick, der gen Osten bis weit ins Inntal reicht, genießen.

Auch das nächste Etappenziel, der Zireiner See, flimmert schon wie ein blaues Auge inmitten grüner Umrahmung in der Tiefe. Der Abstieg dorthin beginnt in nordöstlicher Richtung, abermals direkt am Grat. Nach kurzer Zeit gelangt man zum Schafsteigsattel, wo das liebliche Gelände verlassen und der links hinabführende Schafsteig begangen wird. Der Schafsteig ist deutlich weniger exponiert als der Bettlersteig, zudem erleichtern an den neuralgischen Punkten Drahtseile oder Eisentrittstifte den Abstieg. Nahe des Hubschrauberlandeplatzes schweifen die Blicke respektvoll hinauf zu den Sportkletterrouten am Rofanturm, ehe wir am Marchgatterl nach rechts den Weg 401 zum Zireiner See (1799m) nehmen. Nachdem der See umrundet wurde, biegt man nach links auf dem Weg 401 ins wieder gen Steinberg führende, anfangs recht steile Schauertalkar ab. An der nicht bewirtschafteten Wimmerhütte (1350m) folgt man nach links dem europäischen Weitwanderweg E4 bis zu einer Almstraße. Dort 10 Meter nach rechts und gleich wieder links hinunter durch Wald, bis der Steig zur Forststraße wird und weiter bis zur nächsten Weggabelung, an der wir die linke Variante nehmen. Nun mittels Brücke über einen Bach – und dann zunächst der Beschilderung „Steinberg über Rofanstraße“ folgend. Das bedeutet, eine erste Abzweigung rechts liegenzulassen und danach bei einem neuerlichen Abzweig rechts zu bleiben. Wie eingangs erwähnt, kann in diesem komplizierten Wege-Gewirr ein mehrmaliges Begutachten der Karte nicht schaden. Jedenfalls gelangt man nun wieder hinunter ins Tal der Grundache an jenen Punkt, wo der am Vormittag in umgekehrter Richtung begangene Weg an der Holzermahdalm herauskommt – und auf schon bekannten Pfaden zurück zum Ausgangspunkt.

Charakter / Schwierigkeit: Landschaftlich außergewöhnlich eindrucksvolle Tour, die von den Gegensätzen lebt: Schroffe Steilwände nach Norden, liebliche Wiesen nach Süden, wild-romantische Täler und ein traumhaft gelegener See kennzeichnen diesen Rundweg. Überwiegend handelt es sich um eine einfache Bergwanderung, nur auf dem steilen Bettlersteig ist absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt. Den Abstieg über den Gamssteig erleichtern teilweise Drahtseile. Etwas Orientierungssinn ist hilfreich. Da es auf dieser Route keine bewirtschafteten Hütten gibt, sollten trotz mehrerer Bäche genügend Getränke in den Rucksack gepackt werden.

Gehzeit: Aufstieg: 5 Stunden; Abstieg: 4 Stunden

Tourdaten: 1200 Höhenmeter (plus 300 Hm Gegenanstiege zwischen Steinberg und Holzermahdalm; Alternative: Ausgangspunkt am Zusammenfluss von Grundache und Mühlbach wählen, dann beträgt die Gesamt-Höhendifferenz 1300 Hm)

Beste Jahreszeit: Ende Juni bis Mitte Oktober

Stützpunkt: -

Karte: Kompass Blatt 027, Achensee, 1:35.000. Oder Alpenvereinskarte Rofan (Blatt Nr. 6), 1:25.000.

Autor: Martin Becker

Wetter

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