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Piz Palü (3905 m) 

Der Piz Palü zählt zu den schönsten Gipfeln der Alpen – und begeistert mit einer spektakulären Abfahrt inmitten einer bizarren Gletscherkulisse. Entsprechend beliebt ist die hochalpine Skitour, was natürlich auch an der leichten Erreichbarkeit liegt: Dank der Seilbahn auf die Diavolezza kann der Palü sogar als Tagestour gemacht werden. Ein Vorteil, der sich längst herumgesprochen hat. Und so kann es vorkommen, dass an einem schönen Sonntag Anfang Mai über 300 Tourengeher wie in einer Karawane gen Gipfel ziehen und die Abfahrt fast pistenartig eingefahren ist. Einsam ist es dagegen mit Sicherheit bei der Überschreitung, einem Abstecher auf die Bellavista und der Abfahrt durch das Loch – ein skifahrerischer Höhepunkt der Berninagruppe.
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Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Skihochtour | Graubünden | Bernina | Oberengadin

Tourensteckbrief Piz Palü

Anfahrt: Ins Oberengadin entweder durch das Rheintal und den Julierpass oder entlang des Inns über Zernez nach Samedan. Schließlich über Pontresina Richtung Berninapass zum Parkplatz an der Talstation der Diavolezza-Bahn (2093 m).

Ausgangspunkt: Berninapass-Straße, Talstation (hier Großparkplatz - 2093 m), bzw. Bergstation (2973 m) der Diavolezza-Seilahn

Route: Mit der Seilbahn am besten schon am Vortag (Nachmittag) bequem auf die Diavolezza (2973 m) und Übernachtung im komfortablem Berghaus mit Traumblick auf den Piz Palü. Alternativ morgens mit der ersten Gondel zum Start (bis Ende Mai erste Gondel um 8 Uhr).
Den Auftakt bildet eine ruppige, im Frühjahr morgens in der Regel unangenehm hartgefrorene Abfahrt von der Diavolezza auf den Vadret Pers, wo man anfellt und meist auch anseilt. Dann steigt man unterhalb eines ausapernden Felsabbruchs vorbei und über die weiten Gletscherhänge in Richtung des Cambrena-Eisbruchs (Spalten!), der von links nach rechts gequert wird. Oberhalb über die Hänge weiter aufwärts, wobei die Spaltengefahr nach oben hin wieder zunimmt. Auf dem großzügigen Absatz am Fuß der Ostflanke wird das Skidepot erreicht und man steht vor der Entscheidung: Entweder Skier stehen lassen und anschließend Abfahrt auf der Anstiegsroute oder mitnehmen und – nur bei viel Schnee – die Variante durch das Loch probieren. Der Anstieg auf den Ostgipfel schaut gar nicht mal so schlimm aus, doch letztlich zeigt sich, dass die Schneeflanke doch steiler ist als gedacht (gut 40 Grad). Und zum Finale folgt ein schmaler, exponierter und manchmal auch überwechteter Schneegrat. Am Ostgipfel selbst gibt es ausreichend Platz, so dass man in aller Ruhe die hochalpine Kulisse genießen kann und sich den Weiterweg zum Hauptgipfel erst einmal genauer anschaut. Dieser folgt anfangs einem breiten Schneehang, doch ab dem Sattel wird es steil und überaus exponiert (deutlich anspruchsvoller als der Aufstieg zum Ostgipfel), so dass sich viele doch mit dem Ostgipfel zufrieden geben.

Abfahrt: 1. Bis unter die Diavolezza folgt man der Aufstiegsroute, anschließend den vielen Spuren der Pistenskifahrer, die von der Diavolezza kommend die zehn Kilometer lange, nicht präparierte, aber markierte und gesicherte Gletscherabfahrt nach Morteratsch unternehmen. Vom Bahnhof Morteratsch mit der Rhätischen Bahn zurück zur Talstation der Diavolezzabahn.
2. Variante: Echte Könner überschreiten den Piz Palü und wählen bei viel Schnee die Abfahrt durchs Loch (Achtung riesige Spalten!) über den Morteratschgletscher – mehr Erlebnis gibt es auf keiner Skitour! Vom Hauptgipfel steigt man über den Gletscherrücken Richtung Westen ab, wobei selbst hier auf Spalten geachtet werden muss. Vor dem Grat zum Spinas steigt man links durch eine steile Schneeflanke hinunter auf die ausgedehnten Schneefelder des Altipiano di Fellaria, wobei am Fuß der Flanke eine Randkluft lauert. Bei guten Verhältnissen können sichere Skifahrer auch über die Flanke abfahren. Flach geht es anschließend hinüber in die Fuorcla Bellavista und leicht ansteigend auf die Firnterrasse der Bellavista. Links haltend ist ein Abstecher auf den Gipfel möglich (3888 m), ansonsten hält man sich rechts und fährt vorsichtig über die Hänge Richtung Fortezzagrat ab. Allerdings nur ein kurzes Stück, um so bald wie möglich halb links in das Kanonenrohr des Lochs zu wechseln (in diesem Bereich große Spalten!). Der Trichter wird von imposanten Eisabbrüchen eingerahmt, entsprechend groß sind die Eisblöcke im Auslauf – ein deutliches Zeichen, dass man sich hier nicht allzu lange aufhalten sollte. Unterhalb des Lochs im Abfahrtssinne rechts haltend auf den Morteratschgletscher und flach hinaus zum Bahnhof Morteratsch.

Charakter / Schwierigkeit: Hochalpine Skitour inmitten einer faszinierenden Gletscherwelt auf einen der formschönsten Berge der Alpen. Beim Anstieg über den Vadret Pers Spaltengefahr, vor allem im Cambrenabruch sowie kurz unter dem Skidepot. Anschließend steiler, zum Teil exponierter Aufstieg zum Ostgipfel (3882 m) - gut 40 Grad. Der Übergang zum Hauptgipfel führt über einen kurzzeitig sehr schmalen, ausgesetzten Schneegrat. Fantastische Aussicht vom Gipfel. Die Orientierung in der Bruchzone ist ohne Gebietskenntnis und ohne Spur oft nicht ganz einfach. Meist ist jedoch eine Spur - von ortskundigen Schweizer Bergführern gelegt - vorhanden. Landschaftlich großartige Abfahrt bis zur Bahnstation Morteratsch über 2000 Höhenmeter. Die Abfahrtsvariante durchs Loch (Variante) führt durch eine gefährliche Bruchzone und ist nur bei besten Verhältnissen anzuraten.

Lawinengefahr: mittel

Exposition: im abfahrtsrelevanten Bereich überwiegend Nord

Aufstiegszeit: 4 Stunden

Tourdaten: Höhendifferenz: 1180 Höhenmeter; Distanz beim Anstieg: 5 km

Beste Jahreszeit: Mitte März bis Ende Mai

Stützpunkt: Berghaus Diavolezza (2973 m) bei der Bergstation, Lager und Zimmer, 178 Schlafplätze. Während der Betriebszeiten der Seilbahn geöffnet. Tel. 0041/81/8393900, berghaus@diavolezza.ch, www.diavolezza.ch.

Bergbahn: Fahrpläne und Tarife finden Sie hier

Karte: Landeskarte der Schweiz Piz Bernina, Blatt 1277, 1:25.000.

Autor: Stefan Herbke

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Oberengadin
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Bild des Monats

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