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Piz Medel (3210 m) 

Der Piz Medel ist Kulminationspunkt eines breiten Gletscherplateaus, das von zwei markanten Felsrücken in drei Eisfelder untergliedert wird. Über das östlichste Gletscherbecken verläuft der Anstieg auf den 3210 Meter hohen Gipfel, der höchste Punkt in diesem Gebiet. Der Piz Medel bietet einige lohnende Abfahrtsvarianten und eine einzigartige Aussicht. Schöne Zweitagestour mit Übernachtung auf der Medelserhütte.
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Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Skihochtour | Graubünden | Adula Alpen | Disentis

Tourensteckbrief Piz Medel

Anfahrt: Über die Rheintalautobahn bis hinter Chur zur Ausfahrt Reichenau/Disentis. Dann weiter auf Landstraße über Ilanz nach Disentis. Hier Richtung „Lukmanier Pass“ abzweigen. In Curaglia fährt man dem Parkplatzschild folgend nach links ab und parkt wenige hundert Meter weiter am östlichen Ende des Dorfes.
Öffentliche Verkehrmittel: Mit der Räthischen Bahn nach Disentis und von dort gibt es eine Busverbindung nach Curaglia. Fahrplaninfos unter www.sbb.ch

Ausgangspunkt: Curaglia (1332 m), östlicher Ortsrand

Route: Vom Parkplatz in Curaglia folgt man zunächst der Teerstraße, die zum letzten Gebäude des Dorfes und daran vorbei führt. Hinter dem Sägewerk geht es entlang eines breiten Fahrweges in das lange Val Platta hinein. Man folgt weiter dem Fahrweg, der immer auf der (im Anstiegssinn) rechten Talseite verläuft nach Süden. Der Weg führt zu dem flachen Talkessel, in dem die Almgebäude der Alp Sura (1982 m) liegen. Vor dieser wendet man sich nach links und ersteigt eine erste Geländestufe. Dann wird es wieder flach; man hält sich weiter leicht links, um dann einen breiten wieder etwas steileren Hang leicht ansteigend zu queren. Das Gelände wird erneut flacher, man wendet sich nach links und sieht die in einer scharte stehende Hütte in der Ferne bereits vor sich. Nun geht es in abwechselnder Neigung auf ein schmales, steiles Tälchen zu, das rechts von einem breiten Felssporn liegt. Durch dieses geht es zuletzt in steilen Kehren in eine flachere Mulde. Den abschließenden Hüttenhang zur Medelser Hütte (2524 m) kann man sowohl von links als auch von rechts her angehen.

Gipfelanstieg: Von der Camona da Medel fährt man zunächst nach Westen ab, wobei man sich (im Abfahrtssinn) links des breiten Felssporn hält. Durch eine steile Rinne fährt man weiter in einen engen Bergkessel hinab und legt hier die Felle an. Sogleich geht es in steilen Spitzkehren einen Moränenhang in südlicher Richtung bergan. Sobald man die Kammlinie der Moräne überschritten hat, wird das Gelände flacher und man quert nun kurzzeitig in westliche Richtung in eine breite Mulde, die von Felsriegeln und Buckeln eingerahmt ist. Durch diese Mulde geht es nun wieder nach Süden weiter bergan. Kurzzeitig verläuft der Anstieg durch eine schmälere Rinne, dann öffnet sich das Gelände wieder zu einem Becken. Man hält sich etwas rechts und gelangt über einen etwas steileren Hang zum Beginn des Glatscher da Medel (ca. 2600 m - Medelsgletscher). Hier spurt man nun in angenehmer Steigung in südliche Richtung weiter, immer in weitem Abstand zum links befindlichen Gletscherbruch. Der Gletscher wird flacher und man sieht bald einen weiten Gletschersattel vor sich und einen breiten Rücken, der sich vom Piz Medel nach Osten herabzieht. Sobald man diese oberste Gletscherfläche erreicht hat, wendet man sich nach rechts und hält nun direkt auf den Gipfelhang zu. In einigen wenigen steileren Kehren ersteigt man die nordostexponierte Gipfelflanke und macht dann am Beginn des Nordgrates Skidepot. Zu Fuß geht es dann etwas ausgesetzt zum höchsten Punkt hinauf.

Abfahrt: 1. Auf dem Anstiegsweg.
2. Alternative: Man kann auch ohne Umweg direkt ins Val Plattas abfahren. Hierzu hält man sich vom Skidepot aus leicht links, um westlich des Felsriegels (Refugi da Camutschs) über das mittlere der insgesamt drei Gletscherbecken nach Norden zur Alp Sura hinunter zu wedeln.

Charakter / Schwierigkeit: Technisch mäßig bis mittel schwere Skihochtour mit Steilstellen bis maximal 35° und vergletschertem Gelände. Am Glatscher da Medel ist jedoch bei guten Verhältnissen in der Regel seilfreies Gehen möglich. Am etwas ausgesetzten Gipfelgrat ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich, bei schlechten Verhältnissen können Steigeisen und/oder Pickel hilfreich sein. Hier muss man je nach Schneeverhältnissen auch auf Wächten achten.

Lawinengefahr: Mittel bis hoch. Für den nordseitigen Anstieg auf den Glatscher da Medel und den ostexponierten Gipfelhang sind sichere Lawinenverhältnisse erforderlich.

Exposition: Vor allem Nordwest und Nord. Beim Hüttenanstieg auch West.

Aufstiegszeit: Hüttenzustieg: 3,5 Stunden; Gipfelanstieg: 3 Stunden

Tourdaten: Höhendifferenz: Hüttenzustieg 1200 Höhenmeter - Gipfelanstieg: 860 Hm. Distanz: Hüttenzustieg 7 km - Gipfelanstieg: 4 km

Beste Jahreszeit: Mitte Februar bis Mitte April.

Stützpunkt: Camona da Medel – Medelserhütte des SAC (2524 m), geöffnet von Mitte Februar bis Ende April, ansonsten offener Winterraum mit 10 Plätzen. Telefon:  +41/(0)81/9491403. Gute Infos auch unter www.medelserhuette.ch – hier findet man oft auch Infos über die aktuellen Tourenverhältnisse im Gebiet. Reservierung notwendig - auch für den Winterraum!

Ausrüstung: Skihochtouren-Ausrüstung für Gletscherbegehung, bei harten Verhältnissen für den Gipfelanstieg zusätzlich Pickel und Steigeisen.

Karte: Landeskarte der Schweiz (mit Skitouren) 256 S „Disentis“

Autor: Michael Pröttel

Wetter

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Galerie

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