Touren

Piz Buin (3312 m) - Silvrettahorn (3244 m) 

Alpinisten kennen und schätzen den berühmten Berg nicht erst seit es eine gleichnamige Sonnencreme gibt. Denn der Piz Buin galt schon immer als der formschönste Gipfel der Silvretta. Der kombinierte Routenverlauf ist abwechslungsreich, beeindruckend und muss als mittelschwere Hochgebirgstour eingeordnet werden. Allerdings ist der Anstieg über das Weisbadener Grätle in letzter Zeit sehr vom Steinschlag bedroht.
bild
Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Hochtour | Vorarlberg | Silvretta | Galtür

Tourensteckbrief Piz Buin - Silvrettahorn

Anfahrt: A 95 München-Garmisch, Fernpaß, Landeck, Paznauntal nach Galtür und auf der mautpflichtigen Silvretta-Hochalpenstraße zur Bielerhöhe

Ausgangspunkt: Parkplätze am Silvrettasee auf der Bielerhöhe (2036m); (Evtl. kann man kurz unterhalb des Staudamms an diesem entlang fahren und beim Mobilfunkmasten parken).

Route: Von der Bielerhöhe (über den Damm) auf breitem Weg am Ostufer des Sees entlang zum Eingang des Ochsentals. In dieses nach links einbiegen und zunächst knapp 2 km weiter im Talgrund. Dann stetig steigend am linken (östl.) Hang bis zur Wiesbadener Hütte (2443 m). Bis hierher auch gut mit dem Mountainbike.
Aufstieg über das „Wiesbadener Grätle“: Von der Wiesbadener Hütte auf markiertem Weg in südl. Richtung (Weiter links und steiler führt der Weg zur Dreiländerspitze, nach rechts zweigt der Weg über den Ochsentaler Gletscher ab). Auf dem Vermuntgletscher den meist vorhandenen Steigspuren in Richtung zum Vermuntpaß folgen und schließlich in einem weiten Rechtsbogen zum Felsfuß des Grätchens. Von hier im Fels (I-II, bei Schnee nicht ganz leicht, evtl. Anseilen, siehe auch Bild 5) empor in die linke Gratscharte (2993m). Jenseits kurz hinab und nach SW über den Gletscher bis dicht unter die Buinlücke. Von hier in die Westflanke des Großen Buin und mit einer Kehre nach links oben auf den NW-Grat. Diesem folgen, bis man in die Nordseite ausweichen muß, um die steilste Stelle im sog. Kamin zu überwinden (I-II). Bei „Gedränge“ für Geübte auch gerade (leicht rechts) hinauf durch eine kleine Rinne (am Ausstieg ein Ring zur Sicherung ). Oberhalb auf die schuttbedeckte W-Flanke und über diese unschwiereig zum Gipfel. Herrliche Aussicht!

Abstieg: Abstieg über den Ochsentaler Gletscher: Zunächst wie im Aufstieg zurück in die Buinlücke. Nun über den weiten (und sehr spaltigen !!) Ochsentaler Gletscher hinab. Dabei unbedingt am westlichen Rand halten, bis man unter den Felsen des Silvrettahorns den linken oberen Rand des Eisbruchs erreicht. Dieser ist je nach Verhältnissen bisweilen schwierig und unter erheblicher Spaltengefahr zu überwinden, bis man dann unterhalb nach rechts (Osten) in den Moränensattel (2750 m) (südlich der „Grünen Kuppe“ 2579 m) queren kann. Auf der anderen Seite hinab und hinüber zur Wiesbadener Hütte.

Alternative: Weitere Gipfelmöglichkeit: Konditionsstarke Geher können (wenn sie früh genug unterwegs sind !) im Abstieg vom Piz Buin noch das vergleichsweise einsame Silvrettahorn (3244 m) besteigen. Dazu zweigt man auf dem Ochsentaler Gletscher nach Osten in die Egghornlücke (3047m) ab (Auch hier Vorsicht vor Spalten !). Von dieser über den breiten Schutthang empor, zunächst rechts, dann links des Südgrats. Im leichten Fels (I) weiter hinauf, dabei nicht immer ganz leicht zu finden. Evtl. kann man auch in die obere Westflanke queren und zuletzt leicht über den NW-Grat zum Gipfel aufsteigen. Abstieg wie Aufstieg.

Charakter / Schwierigkeit: Kombinierte Hochtour auf einen fantastischen Aussichtsberg. Bei guten Bedingungen ist die beschriebene Route auf den Großen Piz Buin nur mittelschwer. Sie sollte jedoch keinesfalls unterschätzt werden, da bei widrigen Verhältnissen erhebliche Schwierigkeiten und Gefahren aufwarten können. Je nachdem sind daher Seil, Pickel und Steigeisen (zumindest am Ochsentaler Gletscher) unentbehrlich. Kletterstellen in der Schwierigkeit I bis II (nach UIAA-Skala). Der Anstieg über das Wiesbadener Grätle ist in letzter Zeit häufig sehr von Steinschlag bedroht und somit objektiv als gefährlich einzustufen. Bitte informieren Sie sich vor Tourantritt über die aktuellen Bedingungen auf dieser Route und ob sie zum Zeitpunkt der Begehung zu empfehlen ist!

Gehzeit: Aufstieg zur Hütte 1 ½ - 2 Std.; Hütte – Piz Buin 3 – 4 Std.; Abstieg zur Hütte ca. 2 ½ Std.. (der Abstecher auf das Silvrettahorn kostet 1 ½ - 2 Std. zusätzlich)

Tourdaten: 1300 Höhenmeter insgesamt; zur Hütte 400 Hm; Hütte – Gipfel 900 Hm

Beste Jahreszeit: Juli bis Anfang September

Stützpunkt: Wiesbadener Hütte (2443 m), DAV, bewirtschaftet von Ende Februar bis Anfang Mai und von Ende Juni bis Anfang Oktober, Tel. 0043/ 55 58 / 42 33. An schönen Tagen herrscht großer Andrang!

Ausrüstung: Komplette Hochtourenausrüstung.

Tipp: Weitere sehr gute Infos und Bilder findest du bei unserem Partner Bergzeit unter Piz Buin Normalweg.

Karte: Alpenvereinskarte „Silvretta“; 1: 25 000

Autor: Dr. Johannes Landes

Wetter

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