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Pisciadù-Klettersteig - Brigata Tridentina

Nicht zufällig ist der Pisciadu-Klettersteig vielleicht die beliebteste Via Ferrata in den Dolomiten. Wunderschön und nicht zu schwer sind die Kletterstellen und tief beeindruckend die wilde Felslandschaft. Der Zustieg ist kurz, der Routenverlauf spektakulär und am Ende wartet auch noch eine bewirtschaftete Hütte. Keine Via Ferrata mit Höchstschwierigkeiten, dafür mit einem besonderen Gag - der berühmten Hängebrücke kurz vor dem Ausstieg.
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Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Klettersteig | Trentino-Alto Adige | Dolomiten | Grödnertal

Tourensteckbrief Pisciadù Klettersteig - Brigata Tridentina

Anfahrt: Aus dem Grödner Tal über das Grödner Joch; oder von St. Lorenzen im Pustertal via Corvara. Vom Grödner Joch aus fährt man über die SS243 ca. 2 km über einige Kehren abwärts Richtung Kolfuschg, ehe man rechts der Kehre den großen Parkplatz bei einer ehemaligen Kiesgrube entdeckt.
Öffentliche Verkehrsmittel: Gute Busverbindungen zum Grödnerjoch.

Ausgangspunkt: Pisciadu-Parkplatz (1956 m) an der Grödnerjoch-Passtraße SS243 (alte Kiesgrube) zwischen Kolfuschg und der Passhöhe.

Route: Pisciadù-Klettersteig: Vom Parkplatz (große Tafel) führt eine deutliche Spur links in fünf Minuten zum Fuß einer ersten Felsstufe, der ersten Sektion des Klettersteiges. Mit Hilfe von Drahtseilen und soliden Klammern über die meist feuchte 40-Meter-Rampe. Diese Stelle übersteigt nie den Schwierigkeitsgrad (B – teilweise auch A), ist aber wegen der nassen, rutschigen Stellen manchmal trotzdem ein bisschen unangenehm. Zum zweiten (langen) Teil des Klettersteiges führt dann ein gut markiertes und ausgeschildertes Weglein zwischen den Bergsturztrümmern am Fuß des Brunecker Turms zunächst mit etwas Höhenverlust nach Südosten zu einer Verzweigung. Hier folgt man dem Wegweiser „Pisciadu-Kletterssteig“ hinauf zum eigentlichen Einstieg.
Über steile, aber griffige Felsen, entlang einer Rippe nach links querend, steigt man hinauf zum oberen Piscadu-Wasserfall (B). Nach einer kurzen Gehpassage folgt nun ein weiter Linksbogen der Route mit B-Gelände und einigen Klammern (B/C). Nach einer etwas luftigen Querung (B) wird die Route wieder leichter (A und B) und quert in die Karmulde unterhalb der Pisciadù-Hütte. Ehe nun der anspruchsvollste Teil der Ferrata folgt, kann man hier aus dem Klettersteig aussteigen und zur Hütte hochwandern. Die Fortsetzung der Ferrata zieht sehr steil und luftig an der Ostwand des Exnerturms empor (überwiegend C); neben den durchlaufenden Drahtseilen helfen Eisenbügel sowie eine kurze, senkrechte Leiter über die kniffligsten Stellen hinweg. Eine einfache Linkstraverse (B) führt schließlich zum finalen Gag der Route, der - von der Grödner-Joch-Straße aus sichtbaren - Hängebrücke. Sie überspannt einen abgrundtiefen Spalt im Rücken des Exnerturms. Zuletzt über ein paar Felsstufen (A) problemlos auf das große Terrassenband der Sella und mit der deutlichen Wegspur in weitem Linksbogen hinüber zur Pisciadù-Hütte (2585 m).
Gipfelmöglichkeit: Cima Pisciadù (2985 m), Bergtour. Von der Hütte auf dem Dolomiten Höhenweg Nr. 666 am Pisciadù-See vorbei bis zu einer Abzweigung und hier nach links zum Gipfel. Plus 2,5 Stunden.

Abstieg: 1. Vom Rifugio, der rot-weiß-roten Markierung 666 folgend, zum Ansatzpunkt des Val Setùs, dann an Drahtseilen über Felsstufen hinunter in den Geröllgraben. Zwischen hohen Felsmauern im Zickzack (oft Schneereste) weiter abwärts zur Talmündung und zuletzt über einen Schrofenhang zurück zum Ausgangspunkt. (Achtung, nicht den Weg zum Grödner Joch einschlagen, der Parkplatz befindet sich ja unterhalb!)
2. Eine deutlich weitere, jedoch sehr schöne Abstiegsvariante führt durch das Mittagstal, das Val de Mesdi. Auf dem Querweg dann zurück zum Ausgangspunkt.

Charakter / Schwierigkeit: Mittelschwerer, äußerst beliebter Klettersteig, mit vielen B- und C- Stellen - Kletterpassagen, die wirklich Spaß machen. Er ist mit Eisenklammern, Drahtseilen und einer kurzen Leiter bestens gesichert. Auch landschaftlich sehr reizvoll; tolle Tiefblicke auf Corvara und zur Grödnerjoch-Straße. Wer sich auf dem ersten Teilstück überfordert fühlt, kann vor dem zweiten, schwierigeren Abschnitt aussteigen (Weglein zur Pisciadù-Hütte). Übrigens erfordert auch der Abstieg Trittsicherheit. Hier ist der obere Teil ebenfalls gesichert (kein klassischer Klettersteig, sondern ein gesicherter Steig – Schwierigkeit A). Den Helm sollte man auch hier wegen der Steinschlaggefahr vor allem bei starker Frequentierung auf dem Kopf lassen!

Gehzeit: Aufstieg über den Klettersteig 2 Stunden; Abstieg: 1 bis 1,5 Stunden. Da es in der Hochsaison an diesem Klettersteig oft zu Stauungen kommt, muss man bei starker Frequentierung deutlich mehr Zeit einplanen!

Tourdaten: Höhendifferenz: 630 Höhenmeter; Distanz: Insgesamt 4,7 km; 2,4 km (Klettersteig) und 2,3 km (Abstieg durch das Val Setus)

Beste Jahreszeit: Ende Juni bis Mitte Oktober

Stützpunkt: Rifugio Pisciadù (2585 m), bewirtschaftet Ende Juni bis Ende September. Übernachtung möglich. Telefon: +39 0471 836 292 oder mobil unter +39 335 60 96 141. Internet: Pisciadu-Hütte

Hinweis: Dieser wunderschöne Klettersteig ist sehr beliebt. Daher ist der Andrang vor allem während der italienischen Sommerferien enorm. In dieser Zeit sind Stauungen und Wartezeiten am Klettersteig eigentlich schon die Regel. Ein entsprechendes Zeitmanagement ist daher ratsam. Bei stabilen Wetterverhältnissen könnte man tageszeitlich gesehen auch mal zu Randzeiten einsteigen.

Ausrüstung: Komplette Klettersteigausrüstung (Gurt, Set), Helm.

Karte: Kompass Blatt 624, Hochabtei, 1:25.000. Oder Tabacco 1:25.000, Blatt 07 "Hochabtei". Erhältlich in unserem Karten-Shop.

Autor: Eugen E. Hüsler & Bernhard Ziegler; Bilder: Ziegler

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Video

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Galerie

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