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Östliche Karwendelspitze (2537 m)

Die Östliche Karwendelspitze verfügt über eine Art Doppelgipfel. Dem höchsten Punkt ist seit dem 2008 ein großes Gipfelkreuz vorgelagert, damit man es vom Karwendelhaus aus sehen kann. Die Bergtour ist als Tagesunternehmung konditionell recht anspruchsvoll, kann aber auch mit Hüttenübernachtung gemacht werden. Die Schwierigkeiten halten sich für den geübten Bergsteiger in Grenzen.
bild
Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Bergtour | Tirol | Karwendel | Hinterriß

Tourensteckbrief Östliche Karwendelspitze

Anfahrt: Über Bad Tölz und Lenggries (B 13) zum Sylvensteinsee. Dort rechts abbiegen und auf der B 30 nach Vorderriss, weiter in Richtung Eng nach Hinterriss. Ab der Mautstelle (Wintersperre ab November - Maut 3,50 €, Stand 2010) noch etwa 1,3 Kilometer bis zum ersten Parkplatz (P 4) an der Brücke über den Rissbach.

Ausgangspunkt: Parkplatz P 4 am Eingang zum Johannestal (958 m)

Route: Vom Parkplatz aus führt die so genannte Schluchtstrecke nach Norden ins Johannestal und verläuft nach einer ersten strammen Steigung oberhalb des Johannesbachs. Dann quert sie den Bach leicht fallend an einer Brücke in 1031 Metern Höhe und verläuft zunächst etwa drei Kilometer recht gemächlich (mit zwei kleinen Gegenanstiegen). In mehreren Kehren geht es nun zum Kleinen Ahornboden mit dem Herman-von-Barth-Denkmal (1399 m). Hier verzweigt sich die Route: Mountainbiker fahren geradeaus auf einem nur anfangs recht grobschottrigen Weg in Richtung Karwendelhaus, Wanderer nehmen die rechte Variante; die beiden letztlich westwärts verlaufenden Wege vereinen sich wieder auf 1740 Metern Höhe. Weiter bis zum Hochalmsattel mit dem hölzernen Jochkreuz (1803 m). Während auf der Forststraße vom Sattel aus leicht bergab in wenigen Minuten das Karwendelhaus erreichbar ist, verliert man auf dem direkten Weg zur Östlichen Karwendelspitze keine Höhe, sondern hält sich am Hochalmsattel schräg rechts auf einem anfangs schwach, dann aber deutlich ausgeprägten Pfad (Maximiliansweg). Stets auf etwa gleicher Höhe bleibend leitet der Weg zum Grabenkar. Hier lassen an der linken Seite der Schuttreiße deutlich ausgeprägte Steigspuren den Routenbeginn auf die Östliche Karwendelspitze erkennen. In Serpentinen geht es dort etwa 150 Höhenmeter hinauf. Am Ende der Schotterrinne nach links (rechts ginge es ins Grabenkar) bis an den Rand des Vogelkars. Jetzt auf Steigspuren in felsdurchsetztem Schrofengelände nordwärts bergauf, im oberen Teil leicht nordöstlich (immer den Steinmandln folgend); nun ist auch das Gipfelkreuz wieder zu sehen. Über Schotter auf die Gipfelfelsen zu, die von links her erklommen werden. Vom Gipfelkreuz aus in knapp zehn Minuten den Grat entlang zum höchsten Punkt, wo sich ein Holzstecken und ein Gipfelbuch befinden – dabei ist eine kurze Kletterstelle (ein Einschnitt im Grat) im Schwierigkeitsgrat I nach UIAA-Skala zu bewältigen.

Abstieg: 1. Auf dem Anstiegsweg.
2. Eine Abstiegs-Alternative zum Hochalmsattel führt durchs Grabenkar, diese Variante ist etwas schwieriger.

Alternative: Karwendelhaus und Hochalmsattel sind alternativ auch von Scharnitz aus erreichbar (17 km Distanz, zu Fuß 4 bis 5 Stunden, mit dem Mountainbike 2,5 Stunden).

Bike: Die Route zum Karwendelhaus ist ein Mountainbike-Klassiker, weshalb sich für die Östliche Karwendelspitze die Kombination „Bike & Hike“ anbietet. Vom Ausgangspunkt mit dem Rad bis zum Hochalmsattel (2 Stunden) in weiteren 2,5 Stunden zu Fuß zum Gipfel; die Abfahrt vom Sattel bzw. Karwendelhaus dauert gut eine Stunde. Achtung, offiziell ist das Befahren der Schluchtstrecke für Mountainbiker verboten (2006 gab es dort einen tödlichen Unfall).

Charakter / Schwierigkeit: Bis zu Hochalmsattel und Karwendelhaus verläuft die Route komplett auf Forststraßen, ist daher (und wegen der beträchtlichen Länge!) prädestiniert für den Einsatz eines Mountainbikes. Danach Bergwanderung in alpinem, teils steilen Schrofen-, Schotter- und Felsgelände. Beim Übergang vom Vor- zum Hauptgipfel muss kurz im Schwierigkeitsgrad I nach UIAA-Skala geklettert werden; im Frühsommer kann diese Stelle, sollte noch Schnee liegen, problematisch sein. Neben Trittsicherheit ist Orientierungssinn erforderlich: Ab der Schuttreiße beim Grabenkar ist die Route nur (aber dafür permanent) durch kleine Steinmadl markiert. Als Tagestour konditionell sehr anspruchsvoll; daher auch als Zweitagestour mit Übernachtung im Karwendelhaus zu empfehlen.

Gehzeit: Aufstieg: 7,5 Stunden; Abstieg: 4,5 Stunden

Tourdaten: Höhendifferenz: 1800 Höhenmeter (inkl. Gegenanstiege); Distanz: ca. 15 km (eine beträchtliche Länge - daher Bike & Hike empfehlenswert!)

Beste Jahreszeit: Dank südseitiger Ausrichtung lange möglich (Juni bis zum Wintereinbruch)

Stützpunkt: Karwendelhaus Karwendelhaus (1771 m),  bewirtschaftet von Ende Mai bis Mitte Oktober (180 Schlafplätze), Telefon 0043 / 5213 / 5623; Internet: www.karwendelhaus.at

Wissenswertes: Das neue Gipfelkreuz auf dem Vorgipfel wurde am 28. Juni 2008 anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Karwendelhauses von der Sektion MTV München in einer feierlichen Zeremonie mit Bergmesse aufgestellt. Ein Modell der markanten Metallkonstruktion (je drei silberfarbene Rohre bilden die beiden Achsen des Kreuzes) steht in der Gaststube des Karwendelhauses.

Karte: Alpenvereinskarte Blatt 5/2 (Karwendelgebirge Mitte, 1:25.000), Kompass Nr. 26 (Karwendelgebirge, 1:50.000); Freytag & Berndt (WK 322 Wetterstein-Karwendel-Seefeld-Leutasch-Garmisch Partenkirchen, 1:50.000)

Autor: Martin Becker

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