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Gaisstein (2363 m)

Eine herrliche, jedoch lange Rundtour. Diese mittelschwere Bergwanderung bietet neben einer traumhaften Aussicht auf die Hohen Tauern und die Kitzbüheler Berge auch eine nette Einkehrmöglichkeit. Besonders schön sind die Wasserfälle und der sogenannte Sennsteig. Etwas Trittsicherheit ist bei dieser Bergwanderung schon gefragt.
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Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Bergtour | Tirol | Kitzbüheler Alpen | Kitzbühel

Tourensteckbrief Gaisstein (auch Geißstein)

Anfahrt: München - Kufstein - Kitzbühel, auf der Pass-Thurn-Bundesstraße (B 161) weiter Richtung Felbertauern bis Jochberg, ca. 1 km nach der Ortsmitte links in die Kupfstattgasse einbiegen, bergab bis zum Erlauweg fahren, immer auf dem Asphaltweg bleiben. Vor der zweiten Brücke links (ca. 80 m) zum Parkplatz fahren (Markierung “Sintersbach”).

Ausgangspunkt: Gekennzeichneter Parkplatz am Beginn des Sintersbachgraben

Route: Der Waldweg in Richtung der Sintersbacher Wasserfälle ist gut beschildert und markiert und führt zuerst auf der rechten Seite des Sintersbaches bergauf. Nach längeren Regenperioden kann dieser Grabenweg etwas matschig sein. Das Rauschen des Baches begleitet uns die ganze Zeit über, nach ca. 45 Minuten wechselt der Weg auf die linke Seite des Baches und man folgt dem Forstweg bis zu einer markanten Kurve, wo er Richtung Wildalm weiterführt. Wir halten uns aber geradeaus, denn der Weg auf den Gaisstein wechselt wenige Meter nach dieser Kehre über eine Brücke wieder auf die rechte Bachseite, der Markierung „Sintersbacher Wasserfälle” folgend. Nach einer weiteren halben Stunde gabelt sich der steile Waldweg bei einem wunderschön geschnitzten Holzwegweiser. Links ist ein Abstecher zu den Wasserfällen möglich (Weg Nr. 3), die aber beim Abstieg quasi auf dem Weg liegen. Und zum Gaisstein geht es nun rechts dem Weg Nr. 4 folgend. Der nette Waldweg schlängelt sich angenehm bergauf bis er nach einer weiteren halben Stunde einen neuen Forstweg kreuzt. Gleich gegenüber ist mit einem roten Punkt und weißem Ring der Steig Nr. 4 wieder gekennzeichnet. Bei der zweiten Kreuzung mit dem Forstweg diesem nach links bergauf folgen, doch schon nach zwei Kehren geht der Steig Nr. 4 wieder rechts in den Wald hinein. Als Anhaltspunkt dient ein grünes Taferl mit der Nr. 4 auf einem Baumstumpf. Diese Abzweigung ist wichtig, denn sonst versäumt man wenige Meter weiter im Wald die Abzweigung in Richtung Gaisstein/Sintersbach. Der Weg Nr. 4 führt ab hier nämlich ins Achental und zum Torsee.

Nach insgesamt ca. 2 ¼ Stunden erreicht man das Hochtal des Sintersbaches, das sich wunderschön zu den beiden markanten Gipfeln Maurerkogel und Rescheskogel hin ausbreitet. Am linken Bachufer ist auf einem alten Baum ein schlecht sichtbares Holzschild mit der Aufschrift Gaisstein. Es weist uns den Weg am linken Wiesenrand entlang zur Sintersbach Grundalm (1.625 m). Der markierte Pfad ist teilweise sumpfig (Alternative wäre der Forstweg am rechten Hochtalrand bis zur Alm). Bei der Sinterbach Grundalm führt ein Karrenweg links bergauf dem Schild Gaisstein folgend, dreht dann in südliche Richtung bis zur Sintersbacher Hochalm (1.938 m). Gleich hinter dieser Alm führt ein unscheinbarer doch markierter Steig zum Sattel (= Sinterbach Scharte) hinauf auf 2.035 m. Hier bietet sich zum ersten Mal ein wunderbarer Blick in Richtung Süden auf die Kette der Hohen Tauern, der Blick zurück zeigt die markanten Gipfel des Kuhkaser sowie weiter hinten den großen und kleinen Rettenstein. Der kleine Weg führt nach links weiter über den Almboden, oberhalb der verfallenen Kesselam vorbei, und zwar in Richtung des langgezogenen Gipfelkamms des Gaisstein im Nordosten. Der Steig quert unterhalb markanter Felsen in Richtung der steilen Gipfelflanke. Die Murmeltiere schlagen Rückwärtssalti beim Anblick der Wanderer und stoßen laute Warnpfiffe aus. Die Frage ist nur, wer sich hier mehr schreckt! Vorsicht ist geboten, damit man nicht in die zahlreichen Murmeltierlöcher stolpert, die frech direkt entlang des Weges in die Bauten der kleinen Nager führen. Nach etwa 4 ½ Stunden ist endlich der Gipfel erreicht. Der traumhafte Rundumblick in die Hohen Tauern und die Kitzbüheler Alpen entschädigt wieder einmal für die Strapazen des Aufstieges. Rundherum summen die Hummeln und holen Nektar aus den tiefblauen Lupinien. Die Gipfeljause schmeckt hier ganz bestimmt.

Abstieg: Doch das schönste an dieser Tour kommt jetzt: der Abstieg! Denn hier zeigt sich der Gaisstein erst von seiner beeindruckendsten Seite und ermöglicht uns eine tolle Rundwanderung. Vom Gipfelkreuz geht‘s in südlicher Richtung den Wiesenweg am Grat entlang hinunter. Schon nach wenigen Metern findet man einen Wegweiser und somit den Weg in Richtung Lindlingalm/Hinterglemm. Trittsicherheit ist für diese steile Passage unbedingt erforderlich. Ein schmaler Pfad, der teilweise nur sehr versteckt markiert ist, führt etwa 300 Höhenmeter bergab. Das Glockengeläute der Kühe und das Blöken der Schafe begleitet den Wanderer bis zum nächsten Wegweiser in Richtung Hochtorsee. Das nächste Ziel ist die Schusterscharte (2.010 m) unterhalb des Schusterkogels. Von hier folgt man dem Weg Nr. 2 weiter in Richtung Hochtorsee/Gamshag. Der Steig führt entlang des Kammes und offenbart uns von hier die „wilde Seite” des Gaisstein, felsig und imposant. Über den Mittagskogel (Spezialtipp: hier gibts alljährlich ein Weisenblasen am 1. Sonntag nach dem 15. August!) bis zum Hochtor (2.003 m) lohnt es sich, immer wieder einen Blick zurück zu werfen auf den bezwungenen Berg. Nach etwas mehr als einer Stunde wendet man sich hier wieder in Richtung Tal. Am Hochtor geht es links und dann gleich wieder rechts auf den „Sennensteig zur Wildalm”. Dieser Teil des Weges durch einen wild bewachsenen Felssturz führt uns durch eine wahre Blütenpracht, vor allem im Frühsommer. Dieser kleine Umweg lohnt sich auf jeden Fall und ist eine prachtvolle Alternative zum direkten Weg ins Achental. Der Sennensteig führt vorbei an den drei Hütten der Treidlalm/Wild Hochalm (1.804 m), wo man weiterhin dem Wegerl folgt, teilweise schmal und schlecht markiert, quer über die Wiese und die Almböden hinunter. Nach ca. einer Stunde erreicht man die Wildalm (1.450 m). Die Einkehr beim Toni ist jetzt wahrlich verdient und die kühle Radlerhalbe auf der gemütlichen Holzterrasse schmeckt fantastisch.
Doch einen weiteren Höhepunkt hat der Abstieg ja noch zu bieten: in der ersten Kurve auf dem Forstweg bergab quert ein kleiner Wanderweg zu den „Sintersbacher Wasserfällen” hinüber, die man schon vom Weg aus sieht. Vorsicht bei der nächsten Weggabelung! Hier führt ein sehr schmaler Waldweg (Nr. 3 am Zaunpfosten) hinüber zu den Wasserfällen - eine Dusche im eiskalten Wasser gefällig? - und trifft danach auf den Aufstiegsweg. Der Weg steil bergab führt hingegen rechts des Baches und trifft bei der Brücke, die beim Aufstieg schon passiert wurde, wieder auf den bekannten Weg. Ab hier folgt man dem auch schon bekannten Forstweg, dann dem Waldweg entlang des Baches bis zurück zum Parkplatz am Grabenende.

Charakter / Schwierigkeit: Die ausgedehnte Rundtour in den Kitzbüheler Alpen hat einige Asse im Ärmel: einen wunderschönen Abstieg mit imposanten Ausblicken, den prachtvollen Sennensteig zur Wildalm und am Schluss eine „Dusche” in den Sintersbacher Wasserfällen. All das entschädigt für eine Gehzeit von insgesamt rund 8 Stunden! Technisch mittelschwere, jedoch lange Bergwanderung. Beim steilen Gipfelanstieg über den Westgrat ist Trittsicherheit und etwas Schwindelfreiheit gefragt, denn es gibt etwas ausgesetzt Stellen und leider nur alte, unbrauchbare Seilsicherungen (Stand 2010).

Gehzeit: Aufstieg 4 - 4,5 Stunden; Abstieg: 3,5 - 4 Stunden

Tourdaten: insgesamt ca. 1.400 Meter

Stützpunkt: Wildalm (1.450 m), Toni Landmann, Telefon: 0043/5355/5162, bewirtschaftet von Juni bis September, sonnige Terrasse, köstliche Kuchen, keine Übernachtungsmöglichkeit.

Karte: AV-Karte Kitzbüheler Alpen, Östliche Blatt, Nr. 34/2, 1:50.000; WK 302 von freytag & berndt, Brixental / Wörgel / Kitzbühel, 1:50.000; Kompass Karte Nr. 29 Kitzbüheler Alpen, 1:50.000.

Autor: Irene Bauer

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