Touren

Fünf-Gipfel-Klettersteig im Rofan (Höhe 2299 m) 

Im Juli 2010 wurde im Rofangebirge ein Fünf-Gipfel-Klettersteig eröffnet.  Auf den Bergsteiger warten Klettersteige unterschiedlicher Schwierigkeit mit herrlichen Weit- und Tiefblicken. Die Rundtour unweit der Erfurter Hütte hat einen ganz großen Vorteil: Man kann sie zwischen den einzelnen Gipfeln jederzeit abrechen und damit also auch jeden Klettersteig einzeln anpacken. Die Route ist also bezüglich der Schwierigkeit sehr gut zu variieren und dem eigenen Können anzupassen.
bild
Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Klettersteig | Tirol | Rofan | Achensee

Tourensteckbrief Fünf-Gipfel-Klettersteig Rofan

Anfahrt: 1. Von Norden über Lenggries und den Sylvensteinspeicher, oder via Tegernsee und Kreuth zum Achenpass. Weiter bis zum Achensee. Die Uferstraße entlang bis Maurach. Hier links zur ausgeschilderten Rofanseilbahn.
2. Von Süden: Inntalautobahn A 12 Ausfahrt Wiesing / Zillertal; weiter über Eben nach Maurach. Dann rechts zur Seilbahn.
Hinweis: Wer das Auto über Nacht dort stehen lassen will, lässt sich vorher vom Personal einen Berechtigungsschein geben.

Ausgangspunkt: Großer Parkplatz an der Talstation Rofanseilbahn in Maurach (975 m) am Achensee, bzw. Bergstation der Seilbahn/Erfurter Hütte (1834 m).

Route: Von der Erfurter Hütte aus, die man entweder per Seilbahn oder in gut zwei Stunden von Maurach aus zu Fuß erreicht, geht man zunächst ein kurzes Stück den Hauptweg Richtung Norden. Noch vor der bewirtschafteten Mauritzalm weist ein Schild nach rechts zur  Haidachstellwand (2192 m). Vorübergehend verliert man gut 30 Meter an Höhe, ehe es über steiler werdende Wiesen Richtung Haidachstellwand geht. Schließlich erreicht man einen Wiesensattel, von dem aus man ins Inntal blicken kann. Am besten man legt hier schon das Klettersteigset an, denn am Fuße der Felswand ist etwas wenig Platz. Man nähert sich also steilem Fels und hat dort gleich zwei Möglichkeiten: Die steile und ausgesetzte aber auch sehr kurze Klettersteigpassage direkt nach oben ist zugleich die Schlüsselstelle des bisherigen Anstiegs. Geringfügig länger aber weniger steil ist die Variante links – ebenfalls Seil gesichert. In jedem Fall ist es danach nur ein Katzensprung bis zum großen Gipfelkreuz.
Nun überschreitet man das Gipfelplateau, folgt aber bei einem Steinmanderl nicht den Markierungen bergab - das ist der normale Wanderweg - sondern geht bis ans Ende des Grates. Dort erblickt man dann Drahtseile, die nach unten führen. Dieser Klettersteig (B/C) wartet unter anderem mit einer kurzen, originellen Seilbrücke auf.
Wer bei diesem Klettersteig Probleme hat mit den Tiefblicken, der sollte die zweite Etappe auslassen. Denn nachdem man ein Stück Richtung Schafsteigsattel/Rofanspitze gegangen und sich dann kurz vor dem Sattel links gehalten hat, wartet schon der schwierigste Abschnitt der Tour: Der steile, sehr ausgesetzte Anstieg über die brüchige Südflanke des Rosskopf (2246 m).  Schon am Einstieg Steinschlaggefahr! Der Klettersteig ist mit Sicherheit nichts für Anfänger, denn es geht in der ersten Hälfte phasenweise fast senkrecht nach oben (Schwierigkeit C/D). Nachdem man eine etwas bauchige Stelle überwunden hat, wird der Steig leichter. Schließlich verlässt man durch eine Rinne und danach auf einem Grasband nach rechts die steile Südwand. Vergleichsweise unschwierig aber luftig über den Grat zum Gipfel. Der Abstieg vom Rosskopf auf die andere Seite ist ein Klettersteig der Kategorie B, also deutlich leichter und viel kürzer. Über eine steil abfallende Wiese (unangenehm bei Nässe) erreicht man den Sattel zwischen Rosskopf und Seekarlspitze.
Auf die Seekarlspitze (2261 m) führt ein schöner, nicht sehr langer Klettersteig der Kategorie B/C, der mit einem ausgesetzten, trittarmen Quergang einen attraktiven Anfang und mit einer fast senkrechten Gipfelplatte einen atemberaubenden Ausstieg hat. Am Gipfel angekommen, wird’s erst mal ruhiger: Über einen breiten Wiesenrücken geht es hinunter in den nächsten Sattel. Auf das Spieljoch (2236 m) führt nun ein harmloser, Seil versicherter Steig, den auch jeder Wanderer meistern kann. Auch beim Abstieg über gesicherte Felspassagen (B/C) darf wieder gekraxelt werden.
Schließlich geht’s zum Finale hinüber zur Hochiss (2299 m). Hier ist wieder Schluss mit dem gemütlichen Wandern. Dieser Klettersteig mit zwei Stellen der Kategorie C/D führt auf den höchsten Gipfel des Rofangebirges. Nervenkitzelnder Höhepunkt ist die steile Passage an der Gipfelwand.
Hinweis: Wer nur die Haidachstellwand per Klettersteig gehen will und keinen anderen Gipfel, der sollte diesen Gipfel nicht in der oben beschriebenen Richtung gehen, sondern besser im Uhrzeigersinn - also ab Erfurter Hütte zunächst Richtung Rofanspitze bis zum Krahnsattel. So hat man den eigentlichen Klettersteig im Aufstieg.
Topo: Hier finden Sie eine Routenskizze zum 5-Gipfel-Klettersteig

Abstieg: Von der Hochiss über den Normalweg zur Hütte zurück. Da sich alle  fünf Gipfel fast im Halbkreis um die Erfurter Hütte aneinanderreihen, benötigt man von den Ein- bzw. Ausstiegen der jeweiligen Klettersteige jeweils eine gute Stunde zurück zur Erfurter Hütte. Von dort auf dem Aufstiegsweg in knapp 1½ Stunden oder mit der Seilbahn zurück zum Parkplatz.

Charakter / Schwierigkeit: Keine Frage, dieser Fünf-Gipfel-Klettersteig ist eine großartige Sache! Allerdings haben die Erbauer dabei auch etwas gemogelt: Denn das Spieljoch kann (noch) nicht als Klettersteig bezeichnet werden – es ist nicht mehr als ein harmloser Seil versicherter Wanderweg. Haidachstellwand und Seekarlspitze sind ordentliche Klettersteige der Kategorie B/C; noch etwas anspruchsvoller ist der Eisenweg auf die Hochiss (C/D). Und noch etwas schwieriger ist sicher der Rosskopf (Bewertung ebenfalls C/D). Hier ist wirklich Erfahrung im Klettersteiggehen, absolute Schwindelfreiheit und Armkraft erforderlich! Hinzu kommt eine nicht unerhebliche Steinschlaggefahr. Deswegen gilt auch für den Wanderweg unterhalb der Südwand und für den Bereich des Klettersteig-Einstiegs: Helm auf! Erheblicher Vorteil der landschaftlich großartigen Fünf-Gipfel-Runde: Zwischen den einzelnen Bergen kann man jederzeit auf einem Wanderweg zur Hütte zurückgehen. Man kann also auch jeden Gipfel einzeln ansteuern und so die Schwierigkeit dem eigenen Können anpassen.

Gehzeit: Aufstieg zur Erfurter Hütte: 2 ¼ Stunden, 5-Gipfel-Klettersteigrunde ab und bis Erfurter Hütte: 6 ½ bis 7 Stunden.

Tourdaten: Höhendifferenz: Ab Erfurter Hütte summieren sich die Höhenmeter bei der kompletten Klettersteigrunde im Aufstieg auf etwa 1.000 Hm.

Beste Jahreszeit: Juni bis September

Stützpunkt: 1. Erfurter Hütte der DAV-Sektion Ettlingen, (1840 m), geöffnet von Pfingsten bis Ende Oktober und von Weihnachten bis Ostern, 74 Übernachtungsplätze, Tel: 0043/5243/5517.
2. Mauritzalm (1870 m), private Jausenstation, geöffnet von Pfingsten bis Ende Oktober.

Hinweis: Um einer negativen Überraschung bei Ankunft an der Erfurter Hütte vorzubeugen: Die Hütte ist schön und sehr gut geführt, die Landschaft auch klasse, aber die vielen Verbauungen in der näheren Umgebung und die „touristischen Attraktionen“ sind wahrscheinlich nicht jedermanns Sache – dabei sei vor allem der „Airofan Skyglider“ genannt – ein Fluggerät, das Ausflügler vom Gschöllkopf an einem Seil knapp 200 Höhenmeter nach unten „fliegen“ lässt…

Ausrüstung: Klettersteigset und Helm (verleiht auch ein Sportgeschäft an der Talstation)

Tipp: Die Topos der einzelnen Klettersteige bekommt man in der Touristeninformation gegenüber der Talstation (andere Straßenseite); www.achensee.info

Bergbahn: Rofan-Seilbahn zur Erfurter Hütte Betrieb ab 8:30 Uhr, an Wochenenden ab 8 Uhr; Preise: Berg- und Talfahrt 17 Euro, nur Bergfahrt 14 Euro, nur Talfahrt: 8.50 Euro (Stnd 2010); Info unter www.rofanseilbahn.at

Karte: Kompass-Karte Nr. 027, Achensee, 1:35.000; Alpenvereinskarte Nr.6, Rofan, 1:25.000.

Autor: Manfred Wöll

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Auf dem Kartenausschnitt können Sie die Lage der Tour und die Anfahrt nachvollziehen. Soweit ein GPS-Track hinterlegt ist, dient die Karte auch als Routenskizze.

Galerie

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