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Cima Piazzi (3439 m) 

Wer von Livigno über den Passo di Foscagno nach Bormio fährt, der wird als Bergsteiger kurz vor Arnoga geradezu begeistert sein beim Blick auf die imposante Cima Piazzi (auch: Cima de‘ Piazzi). Ein außergewöhnlich schöner Berg mit steilen Gletschern über dichten Wäldern, ein Leuchtturm über dem Valdidentro und der höchste Gipfel zwischen Ortler und Bernina. Trotz dieser außergewöhnlichen Lage findet man bisher kaum Informationen zu diesem Berg und wenn, dann auf Italienisch. Zweitagestour mit Übernachtung im Cantoni-Biwak mit Selbstversorgung.
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Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Hochtour | Lombardia | Livigno Alpen | Valdidentro

Tourensteckbrief Cima Piazzi

Anfahrt: Von Norden über den Reschenpass nach Mals im Vinschgau, weiter Richtung Ofenpass ins Val Müstair und über den Umbrailpass an Bormio vorbei nach Isolaccia (Valdidentro). Vor der Brücke links Richtung Sportplatz und auf der teils steilen, geteerten Straße (Maut: 5 €) zum kleinen Parkplatz Presedont.
Navi-Adresse: I-23038 Valdidentro, Strada per Lia

Ausgangspunkt: Isolaccia im Valdidentro, Parkplatz Presedont (1740 m)

Route: Am Parkplatz folgt man dem Wegweiser „Alpe Boron/Bivacco Cantoni“. Auf der teils sehr steilen Straße ins Valle Lia zur Alpe Boron (2045 m). An dieser vorbei, an der Abzweigung kurz danach – die Alpstraße führt zum Bach hinunter – links halten und auf einem mittlerweile mit Gras bewachsenen alten Weg weiter taleinwärts. Am Ende des Weges erkennt man eine verfallene Brücke und am Gegenhang den Steig, zu dem man hinüber quert (alternativ auf der Alpstraße über den Bach zur Abzweigung des Steiges, der westlich des Baches taleinwärts führt – vor allem bei viel Wasser die bessere Entscheidung). Durch die Wiesenhänge in Kehren hinauf, wobei der Steig südlich von P.2410 den Kamm erreicht und von dort hinüber quert in den Sattel Dosso Penaglia (2440 m). Achtung: Dieser Weg ist in den Karten noch gar nicht eingezeichnet, während der ehemalige, etwas südlich verlaufende und eingezeichnete Steig aufgelassen wurde und zuwächst! Entlang einer Seitenmoräne führen die Steigspuren teils sehr steil zum Bivacco Cantoni (2625 m). Weiter geht es entlang der Seitenmoräne, wobei vereinzelt Steigspuren und Steinmänner genug Orientierungspunkte geben, in Richtung Südost zu einem auffallenden Hang mit hellem Gestein. Hier und da müssen bei kurzen Felsstufen die Hände zu Hilfe genommen werden, aber im Grunde geht es ohne Probleme auf diesen Rücken, hinter dem sich ein Schuttkar öffnet. Durch dieses in Richtung einer Rinne, die weiter oben nach rechts verlassen wird (Achtung auf Steinmänner!). Eine Stufe kann ganz bequem auf Bändern umgangen werden, dann hat man bereits den Rand des Gletschers erreicht (kleiner See südlich von P. 2888). Über den Gletscher kurz etwas steiler hinauf auf eine Verflachung und weiter Richtung Südost auf die Verflachung oberhalb des markanten Gletscherwulstes. Durch das Gletscherbecken aufwärts, bis es sich stark aufsteilt. Im Frühsommer wird man je nach Verhältnissen weiter über den Gletscher aufsteigen, wobei kurze Steilstufen mit Absätzen wechseln, alternativ hält man sich rechts und steigt durch eine steile Flanke (ca. 40 Grad, Randkluft) direkt auf den Schneerücken des Nordgrats, bzw. quert bei Blankeis schon weiter unten rechts zu den Felsen und steigt über diese zum Schnee auf. Über den Schneegrat direkt auf den Gipfel zu, der von rechts über leichte Felsen bestiegen wird (im Frühsommer evtl. Schnee bis knapp unter das Kreuz).

Abstieg: Wie Aufstieg

Alternative: 1. Die Cima Piazzi wird selten bestiegen, vor allem auf der Nordseite wird man in der Regel allein unterwegs sein. Ein leichterer, gletscherfreier Anstieg beginnt bei Arnoga und führt durch das Val Viola ins Val Verva zum gleichnamigen Pass. Von hier weglos in das Schuttkar südwestlich der Cima Piazzi, über eine kurze Steilstufe leichte Kletterstellen) auf das oberste Schuttfeld, durch das Trittspuren auf den Vorgipfel führen. Kurz über Schnee, dann über Felsen (mit Kette gesichert) auf den Gipfel.
2. Ein weiterer, ebenfalls wegloser Anstieg führt am Lago Campaccio vorbei über die Südostseite zum obersten Schuttfeld. Ein halbwegs aktuelles und brauchbares Satellitenbild findet man hier.

Charakter / Schwierigkeit: Bei guten Verhältnissen mittelschwere Gletschertour, wobei die Schwierigkeiten stark von den Bedingungen abhängen. Bei Blankeis oder je nach Spaltenbildung verwandelt sich der Anstieg in eine sportliche Eistour mit bis zu 45-Grad steilen (oder noch steileren) Passagen. In diesem Falle sollte man unbedingt probieren, oberhalb des markanten Eiswulstes rechts zum felsigen Nordgrat auszuweichen. Als Tagestour nur etwas für Konditionsriesen, daher wird eine Übernachtung im Cantoni-Biwak empfohlen.

Exposition: Nord

Gehzeit: Aufstieg 6 bis 7 Stunden (3-3.30 Std. Presedont-Biwak, 3-3.30 Std. Biwak-Gipfel), Abstieg 4 bis Stunden

Tourdaten: Höhendifferenz: 1700 Höhenmeter, Distanz: 7 km (einfach)

Beste Jahreszeit: Anfang Juli bis September

Stützpunkt: 1. Bivacco Cantoni (2625 m), einfache Biwakschachtel mit 9 Schlafplätzen und ein paar Decken. Am besten man nimmt alles mit, was man für eine Übernachtung braucht.
2. Einkehr: Alpe Boron (2057 m), im Sommer bewirtschaftet, im Herbst ab etwa Mitte September geschlossen, mit Glück bekommt man noch ein Bier.

Ausrüstung: Hochtourenausrüstung

Karte: Landeskarte der Schweiz, Berninapass, Blatt 269, 1:50.000. Erhältlich in unserem Karten-Shop.

Autor: Stefan Herbke

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