Touren

Alphubel (4206 m) 

Vom Gletscherdorf Saas-Fee aus präsentiert sich der Alphubel von seiner schönsten Seite - als gewaltiger Gletscherkoloss und als einer der markantesten Viertausender überhaupt. Der Normalweg führt auf der Rückseite des Berges vom Mattertal über die heimelige Täschhütte auf das große Gipfelplateau, das wie ein riesiger Tanzplatz zwischen Himmel und Erde wirkt. Technisch gehört die Normalroute auf den Alphubel zu den leichteren Routen auf einen der für das Tourenbuch so begehrten Viertausender.
bild
Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Hochtour | Wallis | Walliser Alpen | Mattertal

Tourensteckbrief Alphubel

Anfahrt: Von Deutschland mit dem Auto über Oberalppass / Furka oder via Lötschberg-Bahnverladung ins Rhônetal nach Visp. Weiter von Visp über Stalden ins Mattertal nach Täsch (1450 m). Empfehlenswert ist auch die Anreise per Bahn über Zürich und Visp direkt nach Täsch. Von Täsch aus führt eine kleine Bergstraße zur Siedlung Ottavan auf der Täschalp (2205 m), dort gebührenfreier Parkplatz. Bahnreisende können auch eines der regelmäßig verkehrenden Sammeltaxis nutzen (SFr. 10,-, Stand 2013).

Ausgangspunkt: Siedlung Ottavan auf der Täschalp (2205 m) im Mattertal

Route: Hüttenzustieg: Auf gut beschildertem, breiten Hüttenweg in ca. 1 ¼ Stunden direkt zur Täschhütte (2701 m). Die Hütte ist bereits vom Parkplatz aus zu sehen.
Gipfelanstieg: Von der Täschhütte (2701 m) führt ein deutlicher Weg (Schild: Alphubelsee) zunächst Richtung Ostsüdosten über zwei der drei „Schreienden Bäche“ in den Chumibodmen. Nun am dritten Bach entlang, jetzt steiler durch Blockwerk in östlicher Richtung. Die deutliche Spur verliert sich in verschiedenen kleinen Wegen, die aber alle über weichen Gletschersand am großen Alphubelsee vorbei zum Anseilplatz auf einer Felsenrippe am südlichen Arm des Alphubelgletschers führen (3300 m). Der Wegverlauf auf dem Gletscher ist zumeist gespurt. Er führt zunächst in leichtem Rechtsbogen nach Südosten zu einem kleinen Schutthügel zwischen Alphubel- und Mellichgletscher (3480 m). Hier wendet man sich nach Norden und quert in steilem Anstieg auf den nördlichen Arm des Alphubelgletschers; von dort (3640 m) direkt zum meistens ziemlich zugigen Alphubeljoch (P 3771 m). Am Alphubeljoch führt der Normalweg nordwärts unterhalb des Gipfelaufbaus vorbei, bis unter dem deutlichen Bergschrund die Spur von der Längfluh kommend einmündet (ca. 3900 m). Die letzten 300 Höhenmeter sind, zuerst den Bergschrund querend, dann je nach Verhältnissen häufig direkt in Falllinie, zügig anzugehen, da Eisschlag von überhängenden Seracs drohen kann.
Schon auf den allerletzten Metern zum Gipfelplateau breitet sich ein herrliches Panorama aus. Der Blick reicht vom Matterhorn im Westen über den Monte Rosa im Süden, die Saaser Berge im Osten und das Berner Oberland im Norden. Das Gipfelplateau ist riesig und der höchste Punkt ist dabei gar nicht so leicht auszumachen. Vorsicht beim Fotografieren, die Westkante des Gipfels ist eine einzige große Wechte.

Abstieg: Wie Aufstieg

Charakter / Schwierigkeit: Mit der durchgehenden Bewertung PD für „wenig schwierig (WS)“ ist der Alphubel eine hochalpine Tour, stellt technisch über den Normalweg aber keine besonders hohen Anforderungen. Die Tour erfordert jedoch sehr gute Kondition, hat eine lange steile (ca. 35°) Gipfelflanke und man benötig unbedingt stabiles Wetter. Bei schlechter Sicht kann die Orientierung sehr schwierig werden. Die Route führt über riesige und auch spaltige Gletscher. Bedingt durch seine Exposition neigt der Gletscher an sonnigen Tagen bereits früh zum Aufweichen, Schnelligkeit ist gefordert! Der im Kontext mit dem Alphubel häufig gebrauchte Begriff des „leichten Viertausenders“ ist rein subjektiv. Sowohl der große Höhenunterschied, als auch die absolute Höhe sollten nicht unterschätzt werden.

Gehzeit: Hüttenaufstieg von Ottavan ca 1 ¼ Stunden;
Gipfelanstieg: 5 bis 6 Stunden (Aufstieg von der Täschhütte zum Alphubeljoch ca. 3,5 Stunden, vom Alphubeljoch zum Gipfel ca. 2 Stunden)
Abstieg: 3 bis 4 Stunden bis zur Hütte; ca. 1 Stunde zurück zum Ausgangspunkt

Tourdaten: Höhendifferenz: 1500 Höhenmeter ab der Täschhütte; Hüttenanstieg 500 Hm ab Ottavan. Insgesamt: 2000 Hm.
Distanz: 2,5 km Hüttenanstieg und 6,5 km Gipfelanstieg. Insgesamt: ca. 9 km.

Beste Jahreszeit: Mitte Juli bis Ende August

Stützpunkt: Täschhütte (2701 m), SAC-Sektion Uto. Bewirtschaftet Mitte Juni bis Ende September. Internet: www.taeschhuette.ch - Telefon: +41 / (0)27 / 9673913

Hinweis: Der Anstieg auf den Alphubel über die Längfluh (2870 m) aus dem Saastal ist zwar um rund 150 Hm kürzer, führt aber auf langem Weg durch den spaltenreichen Feegletscher. Noch kürzer und verlockender mag der Zugang von der Bergstation Mittel-Allalin (3456 m) über den Feechopf (3888 m) erscheinen, da hier „nur“ noch 700 Hm zu überwinden sind. Die Route führt allerdings über luftige Kletterstellen (II UIAA), die bei Vereisung heikel sein können. Lohnend ist der Südostgrat („Eisnase“) ab dem Alphubeljoch, entsprechende Kenntnisse vorausgesetzt (Eis bis 45°).

Ausrüstung: Komplette Hochtourenausrüstung

Tipp: Die Täschhütte ist als Wanderziel für Familien sehr empfehlenswert und auch für kleinere Kinder gut erreichbar. Besonders hervorzuheben ist die einzigartige Flora rund um die Hütte – nicht umsonst genießt das Hochtal einen internationalen Ruf als Edelweißparadies!

Wissenswertes: Der Alphubel wurde am 9. August 1860 von Sir Leslie Stephen, dem Vater der Schriftstellerin Virginia Woolf, zusammen mit T. W. Hinchliff, und den Führern Melchior Anderegg und Peter Perren vom Mattertal aus erstbestiegen.

Karte: Landeskarte der Schweiz, 1:25.000, Blatt 1328 Randa. Oder LKS 1:50.000, Blatt 5006, Matterhorn– Mischabel.

Autor: Astrid Süßmuth

Wetter

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Tue, 01.12.2020 bedeckt
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Mattertal
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Wed, 02.12.2020 leichter Schneefall
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Karte

Auf dem Kartenausschnitt können Sie die Lage der Tour und die Anfahrt nachvollziehen. Soweit ein GPS-Track hinterlegt ist, dient die Karte auch als Routenskizze.

Galerie

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