Touren

Allalinhorn (4027 m) Hohlaubgrat 

Während der Allalinhorn-Normalweg von der Bergstation der Métro alpin fast jede bergsteigerische Schwierigkeit und leider ebenso auch viel von seinem Reiz verloren hat, ist die Tour über den Hohlaubgrat landschaftlich großartig und auch technisch durchaus anspruchsvoll.
bild
Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Hochtour | Wallis | Walliser Alpen | Saastal

Tourensteckbrief Allalinhorn über Hohlaubgrat

Anfahrt: Von Deutschland aus über verschiedene Anfahrtswege ins Rhônetal nach Visp. Mit dem Auto von Visp über Stalden (bis hier auch mit der Bahn) ins Saastal nach Saas Fee (1803m; rund 20 km von Visp).

Ausgangspunkt: Saas Fee (1803m)

Route: Hüttenzustieg: Entweder gänzlich zu Fuß von Saas Fee (Chalbermatten) Richtung Plattjen zur Galenalp (P. 2054). Ab hier rechts halten (unter der Seilbahn), immer unter Mittaghorn und Egginer vorbei und zuletzt in südöstlicher Richtung zum Egginer Joch. Hierher auch auf kurzem, ebenen Fußweg von der Mittelstation Felskinn nach Benutzung der Gondelbahn von Saas Fee.
Vom Egginer Joch weiter eben nach Südosten auf einer deutlichen Rampe und zuletzt über einen kleinen Aufschwung hinauf zur Britanniahütte (von Saas Fee gut 1200 Hm / 4 Std.; von der Mittelstation Felskinn 50Hm / 40 Min.)

Gipfelroute: Von der Britanniahütte führt ein Steig in südwestlicher Richtung abwärts, bis man bei etwa 2950 Meter den Hohlaubgletscher betritt. Nun zunächst in westlicher Richtung hinauf, an einigen Spalten vorbei, bis man sich oberhalb von 3025 Meter mehr südlich wendet und nördlich von P. 3105 zum Blockgrat gelangt.
Immer über diesen Grat im Firn oder bei aperen Verhältnissen in leichter Blockkletterei (Vorsicht vor losen Blöcken) hinauf bis zu einem Gratbuckel (etwa 3530m) und über diesen hinweg nach kurzem Abstieg in einen Sattel. (Bis zu diesem Sattel könnte man auch mit einer Wegführung weiter nördlich auf dem Gletscher aufsteigen, jedoch ist die Variante am Grat wohl abwechslungsreicher und kürzer).
Nun folgt ein langer und steiler Hang, bis man auf die flachere Schulter des Grates unterhalb P. 3837 und eben in eine Einsattelung gelangt. Ab hier hält man sich wieder direkt am Grat (Vorsicht vor Wächten!) und steigt in drei kurzen Steilaufschwüngen recht ausgesetzt (gewaltige Felsabstürze in die Südflanke) bis zu einem etwa 40m hohen Felsriegel (siehe Bild 3 und 4). Diesen überwindet man (evtl. gesichert; Eisenstangen) im II. Schwierigkeitsgrad und erreicht zuletzt den Gipfelgrat, der in wenigen Metern fast eben zum höchsten Punkt führt.
Wenn man sich von dem häßlichen Skizirkus zu seinen Füßen und den aus diesem auf dem Normalweg heraufdrängenden Massen nicht stören läßt, so kann man einen herrlichen Rundblick genießen und sich vielleicht das ein oder andere Ziel für die nächsten Tage (z.B. Strahlhorn, Rimpfischhorn) schon mal genauer anschauen.

Abstieg: Wie Aufstieg; es empfiehlt sich jedoch eher - wegen der Schwierigkeit und den evtl. heiklen Ausweichmanövern mit entgegen kommenden Bergsteigern - für den Abstieg den Normalweg ins Skigebiet zu wählen. Dazu steigt man auf zumeist ausgelatschter Spur zunächst in südwestlicher Richtung die Flanke hinab, um sich dann nördlicher zu halten und ins Feejoch zu gelangen. Ab hier wendet man sich immer weiter nach Osten und umrundet quasi die Nordflanke des Allalinhorns. Die Route führt an einigen Spalten vorbei, unterhalb drohender Seracs zu den Ausläufern des Skigebiets und über eine Piste zur Bergstation der Métro alpin (3460m).

Charakter / Schwierigkeit: Die beschriebene Tour stellt je nach Verhältnissen einige Anforderungen (AD = ziemlich schwierig), entlohnt den sicheren und erfahrenen Bergsteiger jedoch im Gegenzug auch mit großartigen landschaftlichen Eindrücken und einem abwechslungsreichen Aufstieg. Die Schwierigkeit im Fels ist zumeist eher gering (I., nur an der Felsstufe II. nach UIAA). Volle Konzentration und sicheres Steigeisengehen erfordern jedoch die längeren Passagen im bis zu 40° steilen Firn. Nicht zuletzt sollte man sich auch vor den vorhandenen Gletscherspalten in acht nehmen.

Gehzeit: Aufstieg (ab Hütte) über den Hohlaubgrat 4 Stunden; Abstieg über Normalweg zur Métro alpin 1- 1,5 Stunden.

Tourdaten: Von der Britanniahütte 1050 Höhenmeter; Abstieg zur Métro alpin 580 Hm

Stützpunkt: Britanniahütte (3030m) des SAC, 113 Plätze, bewirtschaftet von Februar bis Oktober, Telefon: 0041 / 27 / 957 22 88.

Ausrüstung: Volle Hochtourenausrüstung.

Karte: Landeskarte der Schweiz, 1:25.000, Blatt 1328 Randa. Oder LKS 1.25.000, Blatt 1329 Saas; LKS 1:50.000, Blatt 5006, Matterhorn– Mischabel.

Autor: Dr. Johannes Landes

Wetter

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Tue, 14.07.2020 bedeckt
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Karte

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Galerie

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