Bergschuhe: Harte Sohle vs leichte Hikingschuhe

    • Bergschuhe: Harte Sohle vs leichte Hikingschuhe

      Hallo,
      geht man in München in den Sport Schuster und glaubt den hiesigen Verkäufer, darf man keine Voralpentour ohne Hochgebirgsschuhe machen. Doch genau das stört mich, meine Erfahrung nach bringen Bergschuhe mit harte Sohle ("B") ab ca. 220 Euro eben auch viele Nachteile. Das die Schuhe für Klettersteige geeignet sein sollen, ist in meinen Augen totaler Nonsens, denn spätestes ab Schwierigkeit C braucht man eben biegsame Schuhe.
      Ich selber laufe die meisten Touren mit leichten hohen Hikingschuhe (Mammut Cypress Gtx, findet man leider nicht mehr) für ca. 150 Euro. Die verschleißen zwar schnell, aber was bringen mir bitte die besten Bergschuhe, wenn ich zur Birkkarspitze 4 Stunden erstmal auf Forststraße und leichten Wanderwege laufe und dann eine Stunde hoch ins steinige Schlauchkar, wo mir die teuren Schuhe das erste mal was genutzt hätten? Meine Frage, wie seht ihr das und mit welchen Schuhen seid ihr vornehmlich unterwegs?
    • Ich glaube, dass sehr viele Leute mit völlig überdimensionierten Schuhen durch die Berge stapfen. Wenn man dagegen sieht, was die Profis so tragen...
      Selbst benutze ich seit fünf Jahren den Vorläufer des sog. Approach(Zustiegs)-Schuhs "MNT Trainer" von Salewa, vgl. shop.salewa.de/salewa-mtn-trai…uhe-greenwich-citro-uk-6/
      Meiner ist gelb (nicht grün).
      Das ist mit der beste Bergschuh, den ich je hatte - jenseits von Hochtouren mache ich damit 95 Prozent meiner Bergtouren. Die Sohle ist super: ziemlich hart, sehr scharf-griffig an den Seiten (in steilem Schrofengelände oder Geröll, gut auch in hartem Schnee), Climbing-Spitze. Ich bin damit schon Vierer-Passagen geklettert oder habe lange Touren gemacht (z.B. Große Zinne in den Dolomiten, Zugspitze via Höllental oder diverse Karwendeltouren). Sogar Leichtsteigeisen mit Riemenbindung habe ich für eine Gletschertraverse mal draufmontiert.
      Das Thema Fußumknicken halte ich für etwas überbewertet; bei solider Gehtechnik passiert da eher nix. Wenn man lange Reißen runterschottert, ist die Knöchelfreiheit natürlich ein kleiner Nachteil (aber dagegen helfen alte Gamaschen).
      Vorteil bei Bike & Hike: Mit dem Schuh kann man auch recht gut radeln.
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    • Servus,
      also ich bezweifle, dass wir da jetzt zu einer "allgemeingültigen Wahrheit" kommen, denn jeder hat halt andere Prioritäten, Vorlieben und Anwendungsfälle.
      Ich bin recht viel im Gebirge unterwegs und habe dafür genau einen Schuh für alle Anwendungsfälle. Ich liebe ihn sehr und latsche gerade das 4. Paar nacheinander herunter....

      Er ist Klasse B-C, Vibram + GoreTex-Aufbau. Ich komme damit auch im KS noch gut zurecht (wobei man aber sagen muss, dass ich schwere Sport-Klettersteige eh' nicht mache). Die Steigeisen passen auch gut drauf und im Winter die Schneeschuhe drunter. Wäre ich im Winter weniger oft unterwegs, würde ich vmtl. die Leder-Variante statt GoreTex nehmen. Auch längere Trekkingtouren haben die Schuhe und ich schon geschafft. Halt ein Schuh für alle Lebenslagen :-)
      Natürlich ist er nicht der allerleichteste und man hat auch kein Hausschuh-Gefühl darin. Es ist halt schon was Stabileres, aber dafür habe ich auch ein sichereres Gefühl im Fels- oder Bröselgelände. Mir ist das halt wichtiger und an das Gewicht bzw. die etwas starrere Sohle habe ich mich schon lange gewöhnt; es fällt mir nicht mehr auf. Für einfache Grasbuckel-Touren ist der Schuh natürlich ein wenig "überdimensioniert", aber ich mag halt auch nicht zig Paar Schuhe daheim herumstehen haben.

      Wie gesagt: keine allgemeingültige Wahrheit - nur meine persönliche Erfahrung...
      Gruß,
      Margit
      PS: "Was die Profis tragen" ist für mich kein Kriterium, da ich kein Profi bin, sondern bloß Otto-Normalbergsteigerin.
    • Hauptsächlich unterwegs mit ich mit einem Stiefel der Kat. B. Die sind bequem und abseits der Wege stabil genug.

      Wie Margit sagt - da hat jeder seine Vorlieben.
      Zu hart auf guten Wegen mag ich nicht (bin da seit der Jugend etwas geschädigt, als alle in Bollerstiefeln unterwegs waren ausser den "Halbschuhtouris") und das tut den Stiefeln auch nicht gut, sondern fördert deren Verschleiß und den Umsatz des Herstellers durch Reparatur oder Kauf neuer.
      Ich kenne Einige, die bis zur Hütten leichte Zustiegsschuhe verwenden und ihre Hochtourenstiefel erst anziehen, wenns am Gletscher ernst wird.
      datschigs Grüssle
      Werner

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      80 Millionen Deutsche können nicht bergsteigen.
      Wir können es auch nicht, aber wir versuchen es wenigstens.
      http://sektion-alpen.net/