Brenta-Durchquerung von Süd nach Nord, 6. - 10.09.09

    • Brenta-Durchquerung von Süd nach Nord, 6. - 10.09.09

      Gipfel/Höhe: Bocca d’Ambiez (2.871), Sella della Tosa (2.859)

      Region: Trentino

      Gebirge: Brenta

      1.Tag
      Ausgangspunkt: Rifugio Cacciatore (Jägerhütte), 1.819; Anreise mit Jeeptaxi von San
      Lorenzo in Banale
      , 715m (je nach Anzahl der Fahrgäste 10-20 € für die abenteuerliche
      Fahrt: Matteo Margonari, Tel. 0039 0465 734121, oder Giorgio Bosetti, 0039 333
      3198204, beide sprechen auch deutsch).

      Dann noch der kurzweilige Hüttenaufstieg bei bestem Wetter über den Sentiero Dalago
      (90 minütige einfache Wanderung; viel schöner als der Fahrweg) zum gemütlichen, freundlichen Rif. Silvio Agostini (2.410).


      2.Tag
      Ziel ist das Rifugio Pedrotti
      (2.483).
      Hierzu wandern wir zunächst auf dem Sentiero Brentari (Weg 358) zur Vedretta
      (Gletscher) d’Ambiez.
      An der Weggabelung auf ca. 2.750 müssen wir uns entscheiden, ob wir links die Cima
      Tosa über die „Via Migotti“ von der Bocca (Scharte) d’Ambiez (2.871) aus überschreiten
      oder nach rechts (als Eingewöhnungstour) lediglich über den Sent. dell’Ideale,
      Weg 304, zur Petrottihtt. gehen wollen.
      Da wir bis auf ein hinreichend langes Seil komplett ausgerüstet sind und genügend
      Zeit haben, wollen wir uns zumindest mal den Einstieg der Via Migotti
      anschauen, der im AV-Führer mit I, aber in einem deutschen Internet-Beitrag als
      „eher III“ beschrieben ist. Der Hüttenwirt hatte uns schon gesagt, dass die
      Schlüsselstelle der unmarkierten Via Migotti nicht einfach sei (s.E. II) und
      unsere Seile nicht lange genug sind.
      Über diesen am Morgen noch gefrorenen Ambiezgletscher steigen wir mit Grödel
      und Stöcken zur nordwestlichen Randkluft, zuletzt steiler, auf. Auf einem
      kleinen Standplatz rödeln wir uns für den kurzen Klettersteig z. Bocca d’Ambiez
      ein.

      In wenigen Minuten sind wir oben an der Scharte und schauen uns den
      Einstieg für die Cima Tosa-Überschreitung an. Dieser erscheint uns tatsächlich
      deutlich schwerer als I (u.E. mehr als II) sowie sehr ausgesetzt zu sein. Da
      wir uns auch nicht in Bestform fühlen, entscheiden wir uns für den Sent.
      dell’Ideale. Hierzu gehen wir absteigend über den Klettersteig zurück zur
      Vedretta d’Ambiez und queren auf dem Gletscher zum Einstieg des unschwierigen
      Klettersteiges z. Sella (Sattel) della Tosa.

      Hier finden wir eine etwas problematische Randkluft vor, die wir vorsichtig überwinden.

      Mittels interessanter Wegführung
      erreichen wir rasch den vg. Sattel (2.859), wo wir unsere Klettergurte
      ausziehen und die Aussicht genießen können.

      Dann steigen wir ab, überschreiten eine etwas altersschwache Brücke und gelangen über Schneefelder, zumeist
      querend, z. P. 2.800 (Einstieg Normalweg Cima Tosa) mit schönen Aussichten u.a.
      auf Brenta Alta und Campanile Basso (auch Guglia, Felsnadel, genannt). Dann
      geht’s südl. die Cima Brenta bassa umgehend z. Rif. Pedrotti.

      Insg. bei gutem Wetter ein herrlicher Höhenweg mit einem kurzen, aber
      reizvollen, gesicherten Teilstück, das wenig ausgesetzt ist. Ohne den Umweg
      über die Ambiezscharte lediglich eine Halbtagestour.

      Wir genießen die warme Sonne vor der Hütte und freuen uns schon auf den morgigen Bocchette (=kleine
      Scharte) Centrale-Klettersteig.
      Für die anderen Tage unserer Brenta-Durchquerung sowie für weitere Tipps (auch bezüglich der Rückfahrt zum Ausgangspunkt San Lorenzo) verweise ich auf meine Tourenberichte Teil 2 bis 4!