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Bishorn (4151 m) 

Das Bishorn lockt mit einer Reihe von Vorzügen: Seine unvergleichliche Aussicht auf die Eisriesen der Walliser Alpen, die überschaubaren technischen Anforderungen, eine topmoderne Panoramahütte als Stützpunkt und vor allem natürlich, dass seiner Höhe die magische Zahl 4 voranstehen hat. Kein Wunder also, dass es für viele der erste Viertausender und entsprechend frequentiert ist – der Begriff vom „leichten Viertauender“ sollte aber wirklich nur von erfahrenen Bergsteigern bemüht werden.
bild
Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Hochtour | Wallis | Walliser Alpen | Zinal

Tourensteckbrief Bishorn

Anfahrt: Von Deutschland mit dem Auto über Oberalppass / Furka oder via Lötschberg-Bahnverlad ins Rhônetal. Bei Siders in das Val d'Anniviers abzweigen, über Vissoie und Ayer nach Zinal (1675 m).
Öffentliche Verkehrsmittel: Mit dem Zug nach Sierre / Siders im Rhonetal und weiter mit dem Postauto nach Zinal.

Ausgangspunkt: Zinal (1675 m), gebührenfreier Parkplatz am südlichen Ortsende

Route: Hüttenzustieg: Der beschildertem Hüttenweg führt vom südlichen Ortsende in Zinal durch die Westhänge; es geht durch schönen Bergwald, vorbei an der alten Alp Le Chiesso (2061 m) und weiter in Kehren durch die Steilstufe unterhalb des Roc de la Vache. Oberhalb der Steilstufe teilt sich der Weg beim P. 2.477; hier links weiter über die blumenreiche Alp Composana. Nun ist auch schon die Hütte auf der Felsenkante südlich des Col de Tracuit zu sehen. An der beschilderten Weggabelung Tracuit / Col de Milon wieder links halten, und durch Schutt und Blockwerk steil zu der mit Ketten versicherten Rinne aufsteigen, die auf den Col de Tracuit (3.250 m) führt. Hinter dem Col auf schmalem Steig oberhalb des Turtmanngletschers zur Hütte (3.256 m) queren.
Gipfelanstieg: Von der Cabane de Tracuit (3.256 m) folgt man im Schutt und Blockwerk den Pfadspuren hinter dem Hüttenkreuz entlang der Wasserleitung in östlicher Richtung bis zum Anseilplatz am Rande des Turtmanngletschers (blaue Markierung, teilweise aber verblasst). Weiter in östlicher Richtung bei mäßiger Steigung über die große, von zahlreichen Längs- und Querspalten durchzogene Gletscherfläche bis zum Punkt 3.540 m („Über den Mergasch“) unterhalb der Nordwestflanke des Bishorns. Hier wendet man sich nach Südosten und steigt nun steiler direkt zum Sattel zwischen den beiden Bishorngipfeln (4.120 m) auf. Der Hauptgipfel ist die südlich gelegene Firnkuppe, die man über einen kurzen, sehr steilen Firngrat oberhalb des Bergschrundes erreicht (4.151 m). Vom Gipfel aus bietet sich ein eindrucksvoller Blick über die Hängegletscher der Weisshorn-Ostwand bis hin zum Monte Rosa.

Abstieg: Wie Aufstieg

Charakter / Schwierigkeit: Insgesamt eher einfache Hochtour. Nach SAC-Skala ist der Hüttenweg als T3 für anspruchsvolles Bergwandern eingestuft, Schlüsselstelle ist die mit Ketten versicherte Rinne unterhalb des Col de Tracuit (I nach UIAA). Aufgrund der Länge und Sonnenexponiertheit empfiehlt sich ein früher Aufbruch. Der Wegverlauf auf dem Gletscher ist zumeist gespurt und entsprechend der SAC-Hochtourenskala mit L, I (einfaches Gehgelände und Firnhänge) gekennzeichnet, gerade im flacheren Bereich des Turtmanngletschers quert man jedoch ein ausgedehntes Spaltensystem mit großen Hohlräumen. Zusätzlich kann die Passage dieses Bereichs in manchen Jahren durch das Auftreten von Büßerschnee erschwert sein; bei schlechter Sicht ist die Orientierung auf der riesigen Gletscherfläche sehr schwierig. Die Steilheit der Gletscherhänge geht bis 30°, im Gipfelbereich bis 35°. Der Begriff eines „leichten Viertausenders“ ist subjektiv. Da sich bereits die Hütte auf einer Höhe von über 3000 Metern befindet, kann schon die Hüttennacht nach direkter Anfahrt und anschließendem Aufstieg ohne vorhergehende Akklimatisation zur Qual werden.

Gehzeit: Hüttenaufstieg von Zinal ca. 4 ¾  Stunden. Aufstieg von der Cabane de Tracuit zum Gipfel ca. 3 Stunden; Abstieg zur Hütte 2 Stunden; Abstieg von der Hütte ins Tal 3 ½ Stunden.

Tourdaten: Höhendifferenz: Hüttenanstieg 1580 Höhenmeter ab Zinal. Gipfelanstieg 900 Höhenmeter ab der Cabane de Tracuit. Distanz: 7,5 km bis zur Hütte und ca. 4 km bis zum Gipfel.

Beste Jahreszeit: Anfang Juli bis Anfang September

Stützpunkt: Cabane de Tracuit (3.256 m), SAC-Sektion Chaussy. Bewirtschaftet Ende Juni bis Anfang September. Telefon: +41/27/4751500. Internet: www.tracuit.ch

Ausrüstung: Komplette Hochtourenausrüstung.

Tipp: Einen guten Eindruck der Gegend und der aktuellen Verhältnisse bekommt man beim Blick in die Hütten-Webcam.

Wissenswertes: 1. Der östlich des Bishornsattels gelegene, niedrigere der beiden Bishorngipfel (4.135 m) wird nach seiner Erstbesteigerin Elizabeth Burnaby „Pointe Burnaby“ oder auch „Damengipfel“ genannt. Sein Felsaufbau (Stellen I-II) ist in ca. 15 Minuten vom Sattel aus über die Firnflanke (bis 40°) zu erreichen, kann bei Vereisung jedoch heikel sein.
2. Der Hüttenname „Cabane de Tracuit“ leitet sich von der Bezeichnung des nördlich gelegenen Passübergangs „Col de Tracuit“ ab. Das Wort stammt aus dem regionalen französischen Dialekt und bezeichnet einen dem Wind ausgesetzten (coué) Rastplatz (tra). Die Erstbesteigung des Bishorns erfolgte am 18. August 1884 durch G.S. Barnes und R. Chessyre-Walker mit den Führern Joseph Imboden und J. M. Chanton. Der Mobilfunkempfang ist auf der gesamten Tour sehr eingeschränkt, eine (schlechte) Verbindung ist nur vom Kreuz oberhalb der Hütte aus möglich.

Karte: Landeskarte der Schweiz, 1:25.000, Blatt 1327 Evolène und Blatt 1328 Randa. Achtung, die Gletscherstände in den amtlichen Kartenwerken entsprechen nicht mehr den aktuellen Verhältnissen. Erhältlich ist die Karte in unserem Karten-Shop Schweiz.

Autor: Astrid Süßmuth

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Tue, 22.09.2020 sonnig
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