E-Bikes im Gebirge

    • E-Bikes im Gebirge

      Auf Mountainbikerouten beobachte ich seit geraumer Zeit eine deutliche Zunahme von E-Bikes.

      Mich würde Euere Meinung dazu interessieren. Ich persönlich sehe die Sache etwas zwiespältig. Für Senioren oder behinderte Menschen finde ich es ok, dass sie mit E-Hilfe auf die Berge fahren, aber all die anderen???

      Wie ist das E-Biken denn mit dem Umweltschutz zu vereinbaren - immer noch mehr Akkus - immer noch mehr Stromverbrauch....Besonders eigenartig empfinde ich die Werbung in Bergmazinen und ähnlichem.

      Außerdem ist man mit E-Bike motorisiert in den Bergen unterwegs - ist der nächste Schritt das Elektroauto am Berg?
    • Jedem Tierchen sein Plaisirchen

      Ich finde es gut, wenn Menschen auch mit geringerer Kondition sich so die Berge erschließen können. Der Gesundheitseffekt ist sehr hoch, da man bei E-Bikes ja trotzdem treten muss. Solange die E-Bikes keine direkten Schadstoff- oder Geräuschemissionen verursachen stören sie mich nicht. Und der Stromverbrauch ist wirklich nicht hoch! Wenn gleichzeitig der Fernseher zhause aus ist, ist es ein Nullsummenspiel.
      Die ökologische Komponente ist doch eher eine Feigenblatt in dieser Thematik, um die wahren Absichten zu verschleiern
      Ich denke ehrlich gesagt, dass sich eher die Mountain-Biker ärgern, die jetzt mal eben so von E-Bikern überholt werden...gekränkter Stolz ist ein schlechter Reflexionsunterstützer. Auch werden die E-Biker mit Sicherheit nicht in echtem Gelände, realen Singletrails zu finden sein, allein weil Ihnen meistens hierzu die Fahrtechnik fehlt. Ich habe auf meinen Touren noch keinen getroffen, allerdings fahre ich auch nicht zu schwarzen- Tenn- Alm oder ins Karwendeltal.

      Dem entsprechend: Jedem Tierchen sein Plaisierchen, die Alpen sind groß genug für uns alle und selektieren automatisch, da braucht es keinen erhobenen Zeige- oder Stinkefinger!
    • Servus,

      .... da geb ich dem Yeti in allen Punkten Recht.

      Welche sich über ' by faier means ' beim Radln aufregen und selbst mit dem PKW zum Ausgangspunkt fahren - sind a bisserl unglaubwürdig. Ein bißchen Technik nehmen sie ja selbst in Anspruch !!
      Es ist noch garnicht so lange her da war es nicht selbstverständlich das jeder mit dem eigenen Wagen in die Berge fährt, sondern man fuhr mit dem Radl von Daheim los. Wen es schon eine neue, lautlose Technik gibt ..........
      ........ soll doch jeder machen was er mag - ich kann's gut nachvollziehen. Besonders bei Frühjahrsskitouren erleichert der Rückenwind die Zufahrt durch die Täler zum Schnee doch gewaltig. Auch bei Auffahrten zu alpinen Kletterzielen machts eigentlich Sinn.

      Gruß Daniel
      -------- Arbeit ist die aus finanziellen Gründen verursachte Abwesenheit von Freizeit. -----
    • E-Bikedoping

      Hallo,
      es ist halt eine mechanische Aufstiegshilfe, wie eine Seilbahn auch.
      Die Frage ist, wenn ich zum Einstieg einer Klettertour nicht mehr hochkomme, oder Angst habe nicht schnell genug am Schnee zu sein, sollte ich mir vielleicht andere Ziele suchen, die meinem Leistungsvermögen entsprechen, denke ich mir oft.
      Aber mit dem Mountainbike und schwerem Kletterrucksack auf die Kampenwand zu fahren macht wirklich keinen Spass mehr(und ich will ja nicht immer mit 35 Meterseil und sechs Expressen unterwegs sein).
      Und da kommst du schon in Versuchung.
      Ich kenne Kletterer die schwören zum Training auf einen Mix aus Iboprofen 800 und Vitamin C. Und beim Mountainbiken tut dann der Hintern auch nicht so weh.
      Aber wo sind die Grenzen?
      Reinhold
    • Nicht jedem sieht man die "Behinderung" an!

      Ich bin selber mit dem Pedelec-MTB im Gebirge unterwegs, und kenne inzwischen die Anfeindungen und Kommentare aus eigener Erfahrung.

      Zuerst mal - bitte den Unterschied zwischen Pedelec und E-Bike beachten - ein Pedelec fährt nicht von allein und erfordert ständiges Mittreten, bei 25 km/h schaltet der Motor automatisch ab (finde es sehr lustig, dass ich auch schon auf der Ebene blöde Kommentare geerntet hab, wenn ich mit 28 km/h andere Radler überhole :-) Dann trete ich nämlich zu 100% selber, der Motor schaltet ab). Ein E-Bike fährt bis zu 45 km/h, ist im Prinzip ein Mofa, benötigt ein Nummernschild und darf NICHT auf Radwegen gefahren werden.

      Doch bevor man sich hier echauffiert, sollte man das Hirn einschalten - nicht jedem sieht man die Behinderung an! Ich habe ein künstliches Sprunggelenk und darf keine steilen Rampen mehr treten - jetzt zeige mir jemand eine MTB-Tour, die keine Rampen hat - und schieben geht wg. des Gelenks eben auch nicht!
      In der Ebene oder im Alpenvorland fahre ich sebstverständlich auch 60km mit einem normalen Rad - aber den Berg hoch geht eben nicht, rauflaufen auch nicht.

      Ich komme mit einem Akku über 2000hm und 100km weit - zum Vergleich: bei höchster Fahrstufe ist nach 500hm der Akuu leer.

      Also muss ich mir ein T-Shirt mit nem Behindertenzeichen überziehen, damit mich keiner anpöbelt?

      Und wenn ich sehe, wieviele bis zum Bergparkplatz erstmal 150km mit dem Auto fahren, um dann 700hm ohne Motor hochzutreten - wer wohl mehr Abgase in die Luft bläst?
    • Ich sehe es auch sowie yeti11!
      Ich denke es gibt noch einen erheblichen Unterschied zwischen einem E-Bike und einem Elektroauto, zumal man ja optisch auch E-Bikes nicht wirklich von "richtigen" Fahrrädern unterscheiden kann und es somit sind sie ja auch nicht störender/ nehmen nicht mehr Platz am Weg weg... Jedoch bist du mit deiner kritischen Meinung nicht allein, hier habe ich einen kritischen Artikel über E-Bikes gefunden (besonders der Aspekt des Energieverbrauchs wird hervorgehoben): fahrradzukunft.de/9/elektrorad-akku/
      - Der Lars sacht Tach -
    • Pedelecs...

      Also ich seh's eher kritisch.

      Klar, es gibt gute Gründe dafür, eine solche Motorhilfe zu verwenden und die Leute, die ein Pedelec fahren, blöd anreden ist sowieso indiskutabel, aber meiner Meinung nach ist es oft halt ein weiterer Schritt in Richtung der technischen Machbarkeit von allem.

      Da muss man sich schon fragen, wo man die Grenze zieht. Anfahrt im Auto? Lifthilfe statt zu Fuß, per Bike oder auf Tourenskiern? Elektromotor am Rad? Zur Not alles davon? Und dann technisch weiter klettern, wenn man frei nicht mehr wo rauf kommt? Oder - den noch zu erfindenden - Wurfanker mit elektrischer Seilwinde für überhängende Schlüsselstellen, vielleicht "eClimb" genannt? Das Gefühl, wie ein Vogel zu fliegen durch 'Skyglider' oder Ähnlichem?

      Was mir fehlt, ist allgemein oft der Verzicht auf Dinge, die ohne viel technisches Tamtam nicht gehen. Besteht nicht die Zufriedenheit im Tun auch im sich unabhängig machen von allem, was man nicht aus sich heraus kann? Und in der Überwindung der eigenen Grenzen mit den eigenen Mitteln? Hochachtung daher für alle Gleitschirmflieger, die ihr Sack und Pack zu Fuss an den Startplatz schleppen.

      Solche Fragen muss sich aber jeder selber fragen, schnelle Verurteilungen führen zu nichts.

      Wenn aber jemand einfach nur zu unfit ist, den gewünschten Forstweg hinauf zu fahren... also dann sollte man es sein lassen oder trainieren. Das rückt für mich dann schon in die Richtung der Zugspitz-'besteigern' mit der Gondel, die oben angekommen ihre Bergausrüstung vorführen. Und für solche Typen sind die ökologischen Probleme sicher nicht zu rechtfertigen.

      Aber genau das wäre ja die Idealsituation aus betriebswirtschaftlicher Sicht - jeder kauft sich ein Pedelec oder E-Bike und kann dann auch wo rauf- oder entfernungsmäßig hinkommen, wo er oder sie sonst nicht hinkäme. Vielleicht ist es das, was mich die Werbung für solche Räder auch problematisch vorkommen lässt, mir zumindest ein ungutes Gefühl vermittelt.

      Andererseits ist das bei 'klassischen' MTB-Werbungen auch nicht anders. Jedes Jahr soll man sich was Neues kaufen, was einen noch leichter an seine Ziele bringt. Ich glaub nicht dran. Kommerz ist nicht alles.

      Grüße,
      Mane
    • gebe yeti11 völlig recht! Es ist immer wieder unglaublich, über was sich die Leute alles Gedanken machen. Einfach mal
      leben und leben lassen. Was sollen so Aussagen "wer nicht fit genaug ist das er den Berg hoch kommt soll halt trainieren"?
      Bzw warum sollten nur Menschen mit Behinderung das Recht haben, ein Pedelec zu benutzen? Schließlich muß man immer
      noch selber treten und es ist kein Mofa. Bin selber Mitte 40 und fahre gerne mit dem Pedelec z.B. in die Arbeit oder in den
      Biergarten. Man kommt nicht verschwitzt an und es ist einfach angenehmer. Wäre es ökologischer, eine Strecke vom 5km
      dann mit dem Auto zurückzulegen? Aber wahrscheinlich kommt dann doch wieder der Neid durch, wie von yeti11 schon angemerkt, daß man von jemand, der vermeintlich älter, dicker oder unfitter ist überholt wird. Haben solche Leute kein
      Recht eine schöne Tour zu erleben oder auch Paare, wo die Frau einfach nicht so fit ist wie der Mann. Wenn man sonst keine Probleme hat als sich drüber Gedanken zu machen ob ein E-Bike ein Verbrechen ist, scheint ja die Welt in Ordnung zu sein.