Julische Alpen/Slowenien: Jalovec, Mala Mojstrovka, 25-28.8.2011

    • Julische Alpen/Slowenien: Jalovec, Mala Mojstrovka, 25-28.8.2011

      Am Donnerstag ging es mit der Bahn von München nach Jesenice, und mit Linienbus weiter nach Kranjska Gora (31°C!). Hier stiegen wir nach etwa 1 Stunde Wartezeit um auf den Linienbus nach Bovec. Kurz vor 16.00 kamen wir am Vršič-Paß (1611 m) an. Hier fing die Tour an, bei gutem Wetter.
      Über einen guten Steig umgingen wir den Berg Mala Mojstrovka



      weiträumig über den Sattel Vratica und über Sleme bis zum Sattel Slatica (1815 m). Hier gibt es einen schönen Blick auf den Jalovec.



      Der nachfolgende Abstieg ist erst einfach, im unteren Ende wird´s in Erosionsgelände (teilweise in einer Schlucht) etwas unbequemer. Das letzte Stückerl durchs Tal Tamar bis zum Dom v Tamarju, 1106 m, 2,75-Stunden ab Paßhöhe.
      Hier eine erste Übernachtung.

      Am Freitag, bei tadellosem Wetter, folgten wir von der Hütte die Schilder Jalovec durchs Hochtal, erst nur leicht ansteigend, später etwas mehr. Auf etwa 1550 Hm biegt rechts ein Steig ab, der Punkt ist deutlich beschildert. Beide Steigen führen zum Ziel, und kommen kurz vor dem Sattel Kotovo Sedlo wieder zusammen. Wir namen den Steig rechtsab, der vermeidet einen Schotterhang und führt unschwierig und angenehm zwischen Felsen hindurch empor (hie und da gibt es Seilversicherungen). Kurz unterhalb des Sattels (2134 m) ein Biwakschachtel.

      Am Sattel gibt es eine schöne Schau. Ab hier sind es laut Wegweiser noch 2,75-Stunden bis zum Gipfel des Jalovec. Es geht etwa südwärts am Kamm entlang empor zu den Felsen des NW-Grats,



      rechtsum um ein Eck und zum Einstieg des Klettersteiges des NW-Grates. Der Klettersteig bietet einen angenehmen Felsgang, manchmal recht handfest und an Stellen schon ausgesetzter, hie und da mit Stiften entschärft und nur stellenweise mit Seilen gesichert (Klettersteigset bringt also nichts, Helm aber schon), oft aber völlig frei im leichten Fels. Eine Schlucht wird durch kurz abklettern am Stahlseil überwunden. Den Klettersteig schätze ich eher als C denn als D ein.
      Ganz am Ende trifft man auf den Südgrat, und kurz danach ist man schon am Gipfel (2645 m, Gipfelbuch). Die Rundsicht ist gewaltig! Ab Dom v Tamarju wird der Dauer mit insgesamt 6 Stunden angegeben, ich brauchte aber länger (irgendwie nicht ganz in Form).

      Vom Gipfel geht es südwärts am Grat, später abwärts in eine Ostwand, tendenziell aber gen Süden hinab. Das Gelände ist hier nur etwas leichter als im Klettersteig, manchmal ist es auch Schrofengelände. Bei einer Weggabelung folgten wir die Angabe „Spička“. Ab hier waren hin und wieder leichte Wegabschnitten dabei, es überwog aber der heikle Charakter. Erst ganz am Ende, mit der Hütte Zavestišče pod Spičkom (2064 m, 20 Schlafplätze, aber bewirtschaftet) schon in Sicht, braucht man nicht mehr so konzentriert zu gehen. Auch dieser Wegabschnitt (etwa 2,5 St. Ab Gipfel) ist sehr schön.
      Im Zavestišče pod Spičkom die zweite Übernachtung.

      Am Samstag zogen schon in der Früh mit großer Geschwindigkeit Wolken von Südwesten durch.



      Wir stiegen zuerst ab, und folgten bei einer Weggabelung auf etwa 1800m Höhe die Schilder Richtung Jalovec und Vršič, nicht die Richtung Trenta. Nun folgten wir, im Wesentlichen auf der gleichen Höhe bleibend (ab und zu etwas auf oder ab), den Steig in Richtung Vršič-Paß. Der Steig ist stets leicht und immer aussichtsreich, nur an einer Stelle seilgesichert. Bis zum Paß 3 Stunden. Wir quartierten im Tičarjev Dom ein. Über die Mojstrovka hing schon ein Gewitter, daher unsere Entscheidung, nicht weiter zu gehen. Die Entscheidung war richtig: der Wind zog am Paß bis Böhen 11 Bft an, und gegen 16.00 gab es auch dort kräftige Schauer.

      Am Sonntag war das Wetter wieder heiter, und gingen wir über den Normalweg zur Mala Mojstrovka (2333 m), und stiegen nordwärts über den Hansova Pot ab. Das obere Teil ist leicht abklettern durch schön abgestuften Fels (kaum Tritthilfen oder Sicherungen, da es die auch nicht braucht). Etwa auf der Hälfte kommt man auf eine Flachstufe, hier führt eine deutliche Gehspur rechtsab durchs Geröll an der Wand entlang abwärts (hier müßte man unschwierig direkt zum Vršič zurückkommen können, ein Steig steht sogar in der Karte 1:50000 Julijske Alpe Zahodni Del aus 1996 angegeben, nicht aber in der Karte 1:25000 Jalovec in Mangart aus 2008, beide vom PZS). Egal, wir sind nicht rechtsab gegangen, sondern haben die Markierungen nordwärts gefolgt. Hier folgt dann ein richtiger Klettersteig, teilweise ziemlich ausgesetzt, größtenteils mit Drahtseilen gesichert. Wegen Steinschlags (ich mußte zweimal in Deckung gehen, es waren auch viele Leute unterwegs) ist unbedingt ein Helm zu tragen, die Selbstsicherung ist aber auch sinnvoll. Der Klettersteig ist nicht extrem schwer, aber trotzdem ist es besser, sie im Aufstieg zu gehen als, wie durch uns, im Abstieg (was uns nicht daran hinderte, die Tour zu genießen). Hier noch ein Bild des Einstieges, unten.



      Am Ende über Vratica zum Vršič zurück. Wenn man die Tour in der entgegengesetzten Richtung geht, müßte sie in 4 Stunden zu machen sein.

      Da war unsere Zeit aber schon um. Der mittägliche Bus ab Paßhöhe hatten wir verpaßt, die Abfahrt bewältigten wir also mit Taxi. Ab Kranjska Gora Linienbus nach Jesenice, ab dort der Zug nach München Ostbahnhof…

      Beurteilungen über Schwierigkeitsgraden, Dauer usw. sind ohne Gewähr, da gemacht aufgrund meines ganz personlichen, subjektiven Empfindens ;-)
    Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Zu den Datenschutzinformationen Schließen