4tägige Schneeschuh- und Hüttentour rund um den Spitzingsee

    • 4tägige Schneeschuh- und Hüttentour rund um den Spitzingsee

      Region: Schliersee

      Gebirge: Mangfallgebirge

      Charakter der Tour: Schneeschuhtour; am Aiplspitz Stellen mit leichter Felskletterei

      Besondere Hinweise:
      Lawinenausrüstung angeraten, zumal das Gelände z.T. über 30° Steilheit aufwies und stellenweise trotz etlicher bereits erfolgter Lawinenabgänge sowie Naßschneerutsche oben noch viel Schnee vorhanden war. Außerdem war u.E. im steileren Gelände Sicherheitsabstand (Druckentlastung) notwendig.

      Nach Verlegung der Schneeschuhtour insbes. wegen der Lawinensituation aus dem Allgäu in den vertrauten Spitzingbereich erlebten wir vom 23. - 27.03.10 bei besten, sonnigen, eigentlich zu warmen Wetter und akzeptablen Bedingungen (i.d.R. Lawinenstufe 3; 2x vormittags wg. Nachfrost 1) eine schöne Tour.
      Unterwegs haben wir kaum Skitouren-/Schneeschuhgeher angetroffen. Auf den Hütten waren nur wenige Übernachtungsgäste. Insgesamt hatten wir eine gelungene, ruhige Tour, die auch trotz wiederholter Besuche der Region in den letzten Jahren nie langweilig war, zumal immer wieder andere Verhältnisse anzutreffen sind. Allerdings z.T. ganz schön anstrengend, da wir incl. der Pausen z.T. über 9 Stunden unterwegs waren und mehrfach knapp 1.000 hm im Anstieg zu bewältigen hatten.

      Aufstieg am Anreisetag ab 13:30 vom Bhf. Neuhaus zur Ankelalm, links zum NO-Grat der Brecherspitze. Auf dem Grat (im oberen Teil sind 3 steilere Stellen zu überwinden) z.T. tiefer, sulziger Schnee, fast Windstille (außer im Gipfelbereich), beste Sicht, sonnig. Der SW-Grat war z.T. aper und die Fixseile frei.
      Abstieg in herrlicher Abendsonne zur Oberen Firstalm, dann bis zum Spitzingsee in der Dämmerung, schließlich im Dunkeln zur Linkhtt., wo wir gerade noch (wieder einmal ein sehr gutes) Abendessen bekamen.

      Auch am Mittwoch sehr gutes Wetter (morgens Frost). An der Valepp entlang hinab zur
      Waitzinger-Winterstube (942), dann durch den malerischen, eisfreien und z.T. aperen Pfanngraben zur Kümpflalm.
      Nun die Direktissima (trotz a
      perer Stellen beschwerlich imz.T.überraschend hohen Schnee, außerdem bis zu 32° Hangneigung) von der Alm ostwärts zum Südgrat des Auerspitz.

      Der Südgrat selber war gut zu gehen.

      Vom Gipfel sahen wir auf unsere Anstiegsroute auf dem Grat (siehe Foto) und hatten eine phantastische Fernsicht auf Glockner, Venediger, Zugspitze usw.
      Dann über die Sktourenroute absteigend unterhalb der Kümpflscharte und schließlich noch ein kurzer, aber steiler Gegenanstieg zum Rotwandhs., wie im Foto zu sehen.

      Nach kurzer Rast hatten wir noch nicht genug und bestiegen rasch die apere Rotwand.
      Im Abendlicht herrliche Gipfelrast, dann problemlos zurück zur Hütte. Auch hier war das Abendessen und die Gastfreundlichkeit sehr ansprechend.Da wir wieder Nachfrost hatten, konnten wir am Donnerstag über Kirchsteinsattel, Lempersberg und Taubenstein zumTaubensteinhs. gehen, von wo wir nach Rast im Biergarten (bei herrlicher Aussicht) über den Taubensteinsattel auf den Rauhkopf stiegen. Dann fast ohne Schnee bis zur Schnittlauchmoosalm.
      Anschließend einfach über Benzingsattel, dann
      (apere Stellen) unterhalb der Benzingspitze zum Jägerkamp. Nach
      Gipfelrast zurück zum Benzingsattel und links haltend
      (kaum Höhenverlust), schließlich schneefrei zum Tanzeck hinauf. Allerdings stellte sich deren nördl. Umgehung zum Aiplspitz-Südwestgrat für uns wegen des steilen, tiefen Naßschnees nach einem Versuch als zu gefährlich heraus. Lieber machten wir ohne Schneeschuhe die weglose südöstl.Umgehung des Tanzecks (zunächst wenige Meter auf der Skitour absteigend Richtung Krottenthaler Alm, dann nach links im aperen Schnee querend mit anschl. kurzem Gegenanstieg) zum von weitem sichtbaren roten Seil zwischen Tanzeck und Südwestgrat, der ziemlich aper und gut begehbar war.
      Aber es gab auch etwas ausgesetzte Gratstellen mit Schneeauflage.

      Nach Gipfelrast über den einfachen Südostgrat (allerdings z.T. tiefer Schnee), dann über zunächst apere Matten zur Krottenthaleralm. Dort halb links haltend absteigend zum Waldrand und über Spuren (kurz ansteigend) durch den Wald (siehe auch Pfadspur in AV-Karte 7/1 Tegernsee/Schliersee, 1:25.000), schließlich zum Bachlauf KrottenthalerGraben (diesen auf Schneebrücke bei ca. P 1.380 überschritten). Bald danach rechts haltend (auf den Miesing zu) mit Gegenanstieg zurück zum Taubensteinhaus. Dort endete für heute eine zwar anstrengende, aber herrliche Tour, wobei wir sage und schreibe nur 2 Skitourengehern begegnet waren.Dann Durstlöschung und gutes, einfaches Essen; schönes Zimmer zum Übernachten.

      Nach bescheidenem Frühstück gings bei Föhnwetter (kein Nachfrost, daher nachmittags Lawinenstufe 3) über den
      Taubensteinsattel auf der z.T. aperen Piste abwärts zum Spitzingsee, dann zur Unteren Firstalm und über Suttensteinsattel sowie Südgrat (unten schneefrei und zeitweise im Föhnsturm) problemlos zum Bodenschneidgipfel. Noch hielt der Föhn. Eine
      Überschreitung des Gipfels mit Direktabstieg zum Bodenschneidhaus trauten wir uns wegen der Lawinengefahr nicht zu, sondern gingen zurück über Südgrat, Sutten,Untere/ObereFirstalm zum Freudenreichsattel hinauf, dort absteigend Richtung Untere Freudenreichalm. Jedoch noch im Abstieg, kurz nachdem wir die Alm sehen konnten, links in die Almmulde hinab, auf den Waldrand zuhaltend und über den markierten Winterweg zum Bodenschneidhaus, wo wir von der freundlichen Hüttenwirtin gut bekocht und versorgt wurden. Daß kurz vor der Hütte der Föhn zusammenbrach und es bald zu schneien begann, konnte unsere gute Laune nicht trüben.

      Nach einem sehr guten Frühstück stand am Samstag unsere Abreise an. Da wir noch etwas Zeit hatten, gingen wir im zunächst tiefen Schnee einen Bogen, anfangs einer Spur folgend auf dem Sommerweg in
      Richtung Krettenburg, dann wenige Meter auf einen Gratausläufer des Bodenschneids steigend, auf dem wir ab etwa P 1.460 weglos ostnordöstl. abstiegen und bald die Untere Freudenreichalm ereichten. Nun noch durchs Dürnbachtal bis unmittelbar vors Forsths. Neuhs., hier links abbiegend zum Südufer des Schliersees und abschließend auf dem Wanderweg am westl. Seeufer z. Bhf. Schliersee.
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