Brenta-Durchquerung von Süd nach Nord, Teil 3

    • Brenta-Durchquerung von Süd nach Nord, Teil 3

      Gipfel/Höhe: Spallone dei Massodi, 3.004, Spalla di Brenta, 3.020

      Region: Trentino

      Gebirge: Brenta

      Sentiero delle Bocchette Alte (Wegnr. 305)
      von der Alimonta-Hütte (2.571) zur Tuckett Htt. (2.272)


      Heute, am 4. Tag unserer Brentadurchquerung von Süd nach Nord, gehe ich allein, da mein Tourenpartner den alternativen SOSAT-Klettersteig zur Tucketthütte macht. Beim Frühstück liegt die komfortable Alimontahütte noch in den Wolken. Geht das gute Wetter zu Ende? Aber schon beim Verlassen der Hütte wird es heller, dann macht es rasch auf.


      Zunächst steige ich wieder bis kurz vor die Vedretta dei Sfulmini (Richtung Bocca d’Armi) auf, dann (bei einem Hinweisschild kurz vor dem Gletscher) anfangs im Geröll links hoch auf die Cima Molveno, die kurz unter dem Gipfel auf der NW-Terrasse bei ca. 2.890 überschritten wird. Nach einer Fotopause folgt ein kurzer, aber steiler Abstieg zur schmalen Bocca Bassa dei Massodi (2.790) mit anschl. kurzer, sehr ausgesetzter Querung (auf zunächst winzigem, aber gesichertem Band).
      Nun geht’s wieder
      aufwärts, häufig über Leitern, später auch in einem Kamin. Rasch gelange ich zum flachen Gipfelaufbau des Spallone dei Massodi, 3.004. Hier gönne ich mir eine Rast. Der Rundblick ist wieder großartig:
      westlich die Gletscherberge der Adamello-Gruppe, während ich südlich Teile unseres gestrigen Weges (Bocchette Centrale) einsehen kann.
      Der niedriger gelegene Centrale bleibt aber heute oft in den Wolken, während der Alte dann doch viel Sonne abbekommt.
      Aber bald wird es mir zu kalt, und ich steige (noch immer ohne Gegenverkehr) über die hohe Leiter „Scala degli Amici“ zur Bocchetta Alta dei Massodi (2950 m) ab. Gleich geht es wieder aufwärts über einen luftigen Grat, Steilstellen per Leitern und Seilen

      zum (angeblich; es gibt unterschiedliche Höhenangaben) höchsten Punkt der Tour, der Spalla di Brenta, 3.020, ein (besonders etwas später im Rückblick) markanter Höcker auf Cima Brenta-Südschulter.

      Nach der Überschreitung der Spalla geht es auf dem Garbari-Band östlich um die Cima Brenta, wobei vorsichtig eine tückische, sehr steile, aber gesicherte Firnrinne gequert werden muß.

      Weiterhin ist der Klettersteig sehr interessant und aussichtsreich;

      schließlich steige ich z.T. über Leitern zur Bocca del Tuckett (2.648) ab.
      Hier schaue ich mir den Teil der morgigen Tour (Sentiero Benini) an, der hier von der Scharte zunächst im steilen Fels der (nördlich) gegenüberliegenden Cima Sella-
      Südwand hinauf führt. Bald habe ich genug gesehen.

      Nun noch z.T. steil obi auf dem am Nachmittag gut zu gehenden Gletscher Vedr. de Tuckett (Weg 303) zum schön gelegenen Rif. Tuckett
      .

      HeutigesFazit: Gesamtzeit knapp 6 h; etliche Gegenanstiege; ausgesetzter Klettersteig bis
      C/D, nicht durchgehend versichert. Sehr interessante,
      abwechslungsreiche
      Steigführung mit phantastischen Aussichten und
      Traumkulisse; ein wunderschöner Klettersteig mit
      Bänder, Klammern und Leitern. Dazu bewegt man sich zeitweise in einer Höhe von
      etwa 3.000 m!
      Bei Schnee und Eis ist der Alte m.E. dringend abzuraten.

      Eine komplette Ausrüstung (Klettersteigausrüstung, Helm, sicherheitshalber auch
      Grödel bzw. Steigeisen, abhängig von den Verhältnissen auch Pickel) sind auf
      dem Alte m.E. unverzichtbar! Teleskopstöcke haben sich bei unserer Tour auf den
      Gletschern gelohnt, zumal wir aufgrund der Verhältnisse auf Pickel verzichten
      konnten. Über die Verhältnisse gibt gut der AV Trentino (deutschsprachig Sign.
      Krenzling, Tel. 0039 0461 982804 (oder 981871) Auskunft.