Halbe Breithorntraversierung

    • Halbe Breithorntraversierung

      Gipfel/Höhe: Breithorn-Mittel- (4.159) und Westgipfel (4.164)

      Region: Wallis

      Gebirge: Monte-Rosa-Gruppe

      Ausgangspunkt: Bergstation Klein-Matterhorn (3.817) der Zermatter Seilbahn

      Route: Breithornpaß – auf dem Verra-Gletscher zunächst Richtung Osten + in etwa die Höhe haltend auf den Castor zu, dann halblinks zunächst kaum ansteigend Richtung Roccia Nera, auf dem Gletscherplateau weiter in nordöstlicher Richtung (die dann abzweigende Spur zur Roccia Nera rechts liegen lassen) bis ca. P 3.850 (unterhalb des Gratsattels zw. Breithorn-Mittel- u. Ostgipfel) – nun Aufstieg zum Firngrat (
      ca. 40°; wegen Spalten etwas östl. des vg. Sattels), 3 Seillängen (Eisschrauben!) – oben angekommen den Firngrat unschwierig abwärts zum Sattel (4.022; bis hierhin ca. 90 min Gehzeit vom Start) + weiter zum nahen Felsaufbau des Mittelgipfels: nun in ca. 2 Stunden Absolvierung dreier Felsaufschwünge, wobei wir den ersten südseitig noch mit Steigeisen umgangen haben, denn hierzu muß ein steiles Coloir gequert werden, wenn man IVer-Gelände beim direkten Aufstieg in der ersten Stufe vermeiden will. (Bild 1: nach Querung des Coloirs; rechts unten unsere Aufstiegsspur zum Firngrat). Kurze Verschneidung. Auch im zweiten Absatz bleiben wir südseitig + linkshaltend, dann an einem Riß in einer Felsplatte hinauf. Im 3. Felsaufschwung Kamin, anschl. an der sehr luftigen Felskante hoch und übers „Kamel“ (am besten auf dem Hosenboden rüberrutschend „abreiten“, Bild 2 -in dankbarer Erinnerung an Micky), anschl. über eine luftige Felsnadel (Bild 3) zum Rastplatz unmittelbar vor dem Firngrat. Nach Rast mit Beobachtung der anderen Felsturner kurz + unschwierig, wenn auch recht ausgesetzt über die östl. Firnflanke (Bild 4) empor zum (nach Norden hin) überwächteten Breithorn-Mittelgipfel (Bild 5); Überschreitung daher etwas südlich des Firngrates. Nunmehr abwärts, bald darauf etwas links haltend, zum Sattel zw. Mittel- u. Westgipfel (4.076) – unproblematisch empor auf dem weiter oben allerdings ausgesetzten Firngrat zum Breithorn-Westgipfel (Überschreitung des Hauptgipfels) - Abstieg auf dem Normalweg in der Südflanke auf breiter Spur (und dennoch geriet ich, obwohl Mittelmann, in eine Spalte!) zurück zum Breithornpaß.

      Charakter der Tour: ernsthafte, an der Mittelspitze anstrengende Hochtour im kombinierten Gelände mit einer bis zu 40° Firnflanke (stellenweise Blankeis). Im zumeist guten Fels des Mittelgipfels Querungen steiler Firn- und Eisrinnen sowie z.T. sehr ausgesetzte Felskletterei, selbst im Nachstieg bis III (diese Stellen wären im Vorstieg sicherlich IV-), zumeist aber II. Alles weitere, wie auch schon der Zustieg, unschwierig. Insgesamt sollte eine Seilschaft unbedingt die nötige Kondition, Akklimatisierung, Schwindelfreiheit, Ausrüstung und alpine Erfahrung (vor allem der Vorsteiger, ideal der ortskundige Bergführer) mitbringen.

      Gehzeit / Höhenmeter: Gesamtzeit von/bis Bergstation incl. aller Pausen 5 Stunden; mit Hilfe der Seilbahn nur ca. 350 hm zzgl. moderater Gegenanstiege.

      Exposition der Tour: Süden

      Besondere Hinweise: Wer wie ich die komplette Breithorntraversierung nicht machen will oder kann, findet in der halben Traversierung eine Genußtour, auch wenn, jedenfalls für mich, ein paar schwierige Stellen im Fels grenzwertig waren. Bei Seilbahnnutzung (möglichst die erste Bergfahrt nutzen + sicherheitshalber die letzte Talfahrt beachten!) und normalen Verhältnissen locker als Tagestour mit leichtem Gepäck möglich. Übernachtung am Vortag ggf. in der Gandegghütte (3.029, wenige Fußminuten von der Seilbahnzwischenstation Trockener Steg); die Hütte ist empfehlenswert. Zeit gönnen, auch wegen der wunderbaren Aussicht, u.a. auf Matterhorn, Mont Blanc, Gran Paradiso sowie die 4.000er um die Dufourspitze, und der traumhaften Tiefblicke! Wegen der Spaltengefahr (selbst auf dem Normalweg am Hauptgipfel!) am besten unmittelbar östl. des Schleppliftes an der Bergstation ein- und ausrödeln. Bei Zeitknappheit oder Wettereinbruch kann auch unschwierig im Sattel (4.076) abgestiegen und somit der Hauptgipfel Richtung Südwest umgangen werden.

      Bilder zur Tour: Nr. 1 -5 (von links nach rechts)
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