Alpinmagazin

Camping in den Alpen: Was dabei zu beachten ist?

Egal ob mit Wohnwagen, Wohnmobil, Bulli oder Zelt - auch in den Alpen wird Camping immer beliebter. Gerade Neulinge sollten aber schon ein paar Dinge beachten bevor es los geht. Hier findest du einige nützliche Tipps zum Thema Camping und Mobilität.

Der Sommer 2018 hat mit Sonne nicht gegeizt. Auch bei den Temperaturen war der Sommer durchaus rekordverdächtig. Nicht die schlechtesten Bedingungen, um es sich am Strand bequem zu machen. Wer Exotik pur, Korallen und das Schnorcheln erleben will, setzt sich für die Ferien einfach in den Flieger und steuert die Traumstrände am Roten Meer an. In den letzten Jahren haben Destinationen in Deutschland aufgeholt. Und hierzulande geht es nicht zwingend ins Hotel, Camping ist angesagt. Mittlerweile entdecken auch junge Familien den Outdoor-Urlaub auf dem Campingplatz.

Camping in den Alpen - Fotolia.com © Andrey Armyagov #174944173zoom

Etwas Gemütlichkeit darf es dann aber doch sein. Wohnwagen oder Wohnmobile sind heute fast schon so ausgestattet wie eine kleine 1-Zimmer-Wohnung. Je nach Größe des Caravans passt sogar ein Kleinwagen ins Heck. Müssen es aber immer Nord- und Ostsee oder die von Caravaning-Magazinen zu Spitzenreitern gekürten Campingplätze in Italien sein? Höhenluft entspannt im Urlaub genauso und die Alpen haben auch in den Sommermonaten ihren Reiz. Aber: Wer mit Wohnwagen und Caravan in den Bergen unterwegs ist, sollte den einen oder anderen Aspekt im Auge behalten.

Mit Wohnwagen & Wohnmobil in die Berge

Ferien mit dem Wohnmobil sind immer noch ein Traum. Für Neulinge kann das Ganze allerdings auch sehr schnell zu einem Alptraum werden. Gerade die Fahrt in Regionen wie die Alpen stellt auch erfahrene Camper immer wieder vor Herausforderungen. Was ist zu beachten? 

  • Thema Führerschein: In Deutschland dürfen Fahrer mit einem Führerschein, der nach 1999 ausgestellt wurde, maximal 3,5 Tonnen auf vier Rädern bewegen. In jedem Fall ist zu prüfen, ob das Gespann diese Anforderung noch erfüllt. Im Ausland gelten spezielle Regeln, was in den Alpen beim Überschreiten der Grenze nach Österreich, in die Schweiz oder nach Frankreich kritisch werden kann. 
  • Das Gelände: In den Alpen geht es bergauf und bergab. Ein Gespann (Pkw plus Wohnwagen) verhält sich anders als ein Pkw allein. Kann das Fahrzeug den Wohnwagen überhaupt die Passstraßen hinaufziehen? Geht es die Berge wieder hinunter, schiebt von hinten ein Gewicht, welches den Bremsweg sehr stark verlängert. Im Auge sollte jeder Neuling auch die Tatsache behalten, dass sowohl ein Wohnwagen-Gespann als auch der Caravan ganz andere Dimensionen als die Familienkutsche hat. 
  • Verhalten auf der Straße: Das Mehrgewicht durch den Wohnwagen verändert das Verhalten beim Beschleunigen und Abbremsen. Wer mit einem Gespann in den Alpen unterwegs ist, muss sich auch im Klaren darüber sein, dass die Größe von Caravan und Wohnwagen zum Problem werden kann, wenn Winde seitlich angreifen. Bevor die Ferien starten, ist deshalb eines ratsam: Das Fahren als Gespann üben. 
  • Reifen und Co. prüfen: Dieser Tipp kann schnell übersehen werden. Wohnwagen und Caravan stehen die meiste Zeit im Jahr. Auch bei einem professionellen Vermieter. Bevor mit dem Gespann/Wohnmobil vom Hof gefahren wird, empfiehlt sich der prüfende Blick auf die Reifen (Zustand und Alter). 

Wer mit einem geliehenen Wohnwagen in den Alpen Ferien machen will, sollte sich zudem versichern, dass Pkw und Wohnwagen überhaupt zusammen bewegt werden dürfen. Hierüber geben die Fahrzeugpapiere im Allgemeinen Auskunft. Ernst zu nehmen ist auch der Faktor Wetter. Gerade in den Alpen kann es auf einigen Passstraßen noch Schnee geben, wenn zu Hause der Winter schon lange kein Thema mehr ist. Tipp: Um sich auf verschiedene Situationen vorzubereiten und sich mit dem Gespann bzw. dessen Verhalten auf der Straße vertraut zu machen, lohnt sich ein Fahrsicherheitstraining. Diese werden unter anderem von Automobilklubs wie dem ADAC angeboten.

Vorbereitungen auf den Campingtrip

Den Wohnwagen im Griff haben, ist für Camping-Ferien eine Sache. Zu den Vorbereitungen gehören das Packen und natürlich das Suchen einer Route. Letzteres ist realistisch erst möglich, wenn Camper wissen, wo es hingehen soll. 

Die Alpenländer:

  • Österreich
  • Deutschland
  • Italien
  • Schweiz
  • Slowenien
  • Frankreich 

bieten ausreichend Destinationen, deren Besuch sich lohnt. Um den Start in die Ferien nicht mit einer unangenehmen Überraschung beginnen zu lassen, ist das frühzeitige Buchen des Wunsch-Campingplatzes zu empfehlen. Mittlerweile sind Campingplätze online erreichbar und haben häufig auch ein Buchungssystem in die Website integriert. Bezüglich der Routenplanung wird die Anreise viele Wohnwagentouristen über die Autobahn führen. Hier muss sich klargemacht werden, dass die Geschwindigkeitsbeschränkungen für das Gespann die Reisezeit vorgeben. Dieser Zeitfaktor ist in der Routenplanung zu berücksichtigen. Da das Fahren mit 80 Stundenkilometer bis 100 Stundenkilometer anstrengt, sind entsprechend häufig Zwischenstopps und Fahrerwechsel einzuplanen.

Was wird für einen Campingausflug benötigt?

Das richtige Equipment gehört dazu - fotolia.com © New Africa #219840077zoom

Es kommt darauf an, wie Campingfans unterwegs sind. Ohne Caravan oder Wohnwagen ist natürlich ein Zelt Pflicht. Dessen Größe richtet sich nach der Anzahl an Mitreisenden und welchen Zweck es erfüllen soll. Klein, leicht oder komfortabel? Zusätzlich sollte jeder Camper vorher eine Checkliste anfertigen, um wichtiges Equipment wie Verlängerungskabel und Werkzeuge einzupacken. 

Tipp: Beim Zelt am Preis sparen kann sich rächen. Mangelhafte Qualität lässt sehr schnell Frust aufkommen. Das Zelt sollte ausreichend groß, wasserdicht sein und sich nach Möglichkeit nicht zu stark aufheizen. Außerdem spielt für die Funktionalität der Aufwand für den Auf- und Abbau eine Rolle. Im Wohnwagen spielt Equipment wie platzsparendes Campinggeschirr samt Kocher keine Rolle. Für Ferien mit Zelt ist dies ein sehr wichtiger Punkt. Auf der anderen Seite ist beim Wohnwagen/Caravan daran zu denken, dass der Herd oft mit Gas betrieben wird. Des Weiteren sind auf dem Campingplatz von Vorteil:

  • Pads für Kurbelstützen
  • Kabeltrommel
  • Frischwasserschlauch
  • Abwasserschlauch

Wo macht alpines Camping Spaß?

In den Schweizer Alpen - fotolia.com © fabio lamanna #192721740zoom

Wo soll es für den Campingurlaub in den Alpen nun eigentlich hingehen? Aufgrund der Größe des alpinen Raums, der sich über gleich mehrere Länder erstreckt, fällt die Entscheidung nicht unbedingt leicht. Es gibt die eine oder andere Region, die fürs Camping förmlich prädestiniert ist. Welche Regionen fallen in diese Gruppe?


  • Bayerische Voralpen: Die Region beginnt einige Kilometer südlich der bayerischen Landeshauptstadt München und erstreckt sich bis nach Österreich. Was die Bayerischen Voralpen fürs Camping auszeichnet ist ein Mix aus ersten richtig alpinen Gipfeln und Bergen, die fast noch Mittelgebirgscharakter haben. Herausgehoben wird die Region durch Seen, wie den Tegernsee oder den Schliersee. Damit sind die Bayerischen Voralpen eine sehr abwechslungsreiche Region, in der nicht nur Wanderfans auf ihre Kosten kommen. Orte wie Bad Tölz oder Tegernsee und Rottach-Egern bieten viel Abwechslung.
  • Vorarlberg: Die Region Vorarlberg ist vor allem durch den Wintersport bekannt. Hier gibt es zum Beispiel auch sehr schöne Skitouren. Allerdings, und hier kommt die Überraschung, ist Vorarlberg auch fürs Camping interessant. Einige der schönsten Campingplätze der Alpen liegen in Vorarlberg. Neben dem Wandern können Familien hier einen Abstecher Richtung Bodensee unternehmen oder entdecken die Gemeinden der Region, wie die Stadt Bregenz. 
  • Südtirol: Im Südtirol treffen Geschichte und Natur aufeinander. Im Winter bei Skisportlern beliebt, lohnt sich im Sommer ein Abstecher auf die Campingplätze der Region. Durch die südliche Lage ist das Klima im Südtirol angenehm, gleichzeitig verströmen die umgebenden Gipfel alpines Flair. Wenn das Wetter nicht mitspielt, bieten Bozen, Brixen oder Meran Abwechslung.

Fazit: In den Alpen geht auch Camping

Die Alpen haben viel mehr Abwechslung zu bieten als so manche Region am Meer. Dabei muss es nicht ein Hotel oder eine Ferienwohnung in einem Bauernhof sein. Camping haben die Alpengemeinden für sich entdeckt und eine ausgezeichnete Infrastruktur an Campingplätzen entstehen lassen. Angereist werden kann mit Zelt und Rucksack genauso wie mit dem Wohnmobil oder dem Wohnwagen. Wichtig ist aber, sich der besonderen Herausforderungen klar zu werden, welche der Campingtrip in den Alpen mit sich bringt. Dabei geht es ums Equipment wie auch die eigenen Fahrkünste.

Aktuelles aus dem Bergjournal

  • Alpen-Süßklee

    Mit seinem locker-schopfigen Blütenstand gehört der Alpen-Süßklee zu den auffallendsten Blumen der Almwiesen. Sein Vorkommen ist jedoch auf die Zentralalpen beschränkt, da er kalkhaltigen Untergrund nicht verträgt. Er ist bis in große Höhen anzutreffen.

  • Tour de Landkreis - Radltour

    Die weltbekannte Tour de France ist heuer, im Juli 2020, wegen der Corona-Pandemie ausgefallen. Als „kleine Alternative“ für hiesige Radsportfreunde haben der Journalist Martin Becker und der Fotograf Thomas Rychly eine Radlrunde durch den Landkreis München ausgetüftelt - mit 141 Kilometern Länge, aufgeteilt in sechs Etappen mit familienfreundlicher Länge (je 20 bis 30 km).

  • Weißer Germer

    Bergsteiger und Wanderer gehen am Weißen Germer meist schnell vorbei. Zerrupft und zerfetzt ist er keine Pflanze, bei der man bewundernd verweilt. Die verlassenen Almen und nassen Wiesen, auf denen er bevorzugt wächst, laden nicht zum Verweilen ein.

  • 111 Almen und Hütten in Oberbayern, die man gesehen haben muss

    Der Tourentipp-Autorin Asrtrid Süßmuth ist hier ein ganz besonders schönes Buch gelungen. Man spürt ihre Liebe zu den Bayerischen Bergen und so finden sich in diesem eben auch liebevoll und gründlich recherchiert und gestalteten Ratgeber viele Tipps zu Almen und Hütten, die man einfach als Perlen bezeichnen muss.

  • Biwak am Berg

    Egal, ob nur mit Isomatte und Schlafsack oder mit einem Leichtzelt - ein Biwak in freier Natur ist ein großes Erlebnis, insbesondere auf einem Alpengipfel. Aber Achtung, nicht immer und überall ist das Biwakieren erlaubt. Hier ein paar Tipp und Hinweise zur rechtlichen Situation.

  • #SALEWA3000 - 3 Dreitausender von Mathias Leo

    Im Rahmen der Aktion #SALEWA3000 stellen wir euch Lieblings-Dreitausender in Österreich von namhaften Bergführern vor. Mathias Leo von der Bergsportschule „Kitzalps Guide“mit einer tollen Auswahl von leicht bis schwer.

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Bild des Monats

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Moon riding high

Benutzer: picorito

Beschreibung: Über dem Tonalepass quittiert der Mond für heute seinen Dienst und macht Platz für einen neuen Sommertag im Nationalpark Adamello-Brenta.
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Sonnenuntergang in den Gardaseebergen

Benutzer: Schneefee

Beschreibung: Und immer wieder lockt der Süden. Und immer wieder hält er, was er verspricht. Auch im Süden des Gardasees findet man reizvolle Bergtouren in oft schon mediterran anmutender Natur.
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Verewigt im Herz und am Berg

Benutzer: Gipfelblume74

Beschreibung: Das Gipfelkreuz der Aiplspitz in den Bayerischen Voralpen bei einer ganz besonderen Wolkenstimmung.
Zum Touren-Bild des Monats...
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